Stand: 20.01.2020 14:22 Uhr  - Visite

Gar nicht so leicht - Richtig Zähne putzen

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Wie entfernt man schonend die Beläge von den Zähnen? Nicht alle Techniken sind dafür geeignet.

Wie putzt man sich richtig die Zähne? Eine goldene Regel dafür gibt es nicht, aber viele verschiedene Empfehlungen und Techniken. Einige davon sind sehr aufwendig, andere unwirksam und manchmal sogar falsch. Blitzblank saubere Zähne zu bekommen, ist aber gar nicht so schwer, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Vom Zahnfleisch zu den Zähnen putzen

Viele der gängigen Putztechniken sind viel zu kompliziert: etwa die Methode, die Zahnbürste in einem 45-Grad-Winkel im Oberkiefer schräg nach oben, im Unterkiefer schräg nach unten anzusetzen und dann leicht rüttelnde Bewegungen zu machen. Diese Vibration soll dazu dienen, die Zahnbeläge zu lockern. Aber dabei rutscht man leicht in eine Schrubbtechnik hinein. Das ist ziemlich ineffektiv und kann außerdem auch Zähnen und Zahnfleisch schaden. Damit jeder richtig und erfolgreich putzen kann, muss die Technik möglichst einfach sein. Experten empfehlen, die Zahnbeläge "wegzufegen", also von Rot nach Weiß auszuwischen. Dabei die Zahnbürste schräg zum Zahnfleisch hin ansetzen und dann ausfegen.

Mundhygiene: Was ist sinnvoll?

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Bei der Zahnpflege gibt viele verschiedene Empfehlungen und Techniken. Was ist sinnvoll, was überflüssig? Visite gibt einen Überblick zur richtigen Mundhygiene.

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Zu empfehlen sind auch gute elektrische Zahnbürsten. Sie reinigen bei gleicher Putzzeit besser als Handzahnbürsten. Die empfohlene Putzzeit, die manche Geräte durch Pieptöne oder optisch signalisieren, ist nach Meinung von Experten aber oft zu kurz.

Zahnpflege mit Zwischenraumbürsten oder Zahnseide

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Mit Zahnseide erreicht man auch die Zwischenräume und das ist entscheidend.

Etwa 30 Prozent der Zahnbeläge und Speisereste sammeln sich dort an, wo die Zahnbürste gar nicht hinkommt: in den Zwischenräumen. Dort, wo die Zähne sich mit ihren Nachbarn berühren, entsteht meistens Karies. Aber genau dort kommt man mit der Zahnbürste nur schlecht hin. Deshalb sollten zusätzlich Zahnseide oder Zwischenraumbürsten zum Einsatz kommen. Welcher Zwischenraum welche Bürste braucht, muss man ausprobieren. Kommt man mit der kleinsten Bürste nicht zwischen die Zähne, sollte man Zahnseide verwenden - gewachst oder ungewachst ist dabei Geschmackssache.

Praktisch ist Zahnseide, die auf einen Halter gespannt ist, denn damit kommt man einfacher in den hinteren Bereich des Mundes. Der Faden wird zwischen zwei Zähnen eingefädelt und am Zahn auf und ab bewegt, immer bis unter den Zahnfleischrand. Dabei muss man vorsichtig vorgehen, denn es kann schnell passieren, dass der Faden ins Zahnfleisch einschneidet. Dann droht Zahnfleischbluten und das kann gefährlich werden: Das Zahnfleisch kann sich zurückziehen und die Zähne lockern sich. Tiefe Verletzungen des Zahnfleisches können sogar zu Herz-Kreislauferkrankungen führen, wenn Bakterien aus dem Mund in den Blutkreislauf gelangen.

Trotzdem sollte man auf Bürstchen und Seide nicht verzichten. Das anfängliche Bluten bei der Zwischenraum-Pflege wird von Mal zu Mal weniger. Dabei ist es egal, ob man das Bürstchen oder die Zahnseide vor oder nach dem Zähneputzen benutzt - Hauptsache regelmäßig, am besten jeden Abend.

Zahnpflegekaugummis gegen Karies

Zuckerfreie Zahnpflegekaugummis können sehr nützlich sein, wenn man gerade weder Zahnbürste noch eine gute, fluoridhaltige Zahnpasta parat hat. Diese Kaugummis regen durch das Kauen den Speichelfluss an. Eine größere Speichelmenge führt dazu, dass die Säuren im Mund reduziert werden. Die "weggepufferten" Säuren können nicht mehr in den Zahn eindringen und Karies hervorrufen. Die schädlichen Säuren entstehen, wenn Bakterien Speisereste im Mundraum zersetzen. Solche Speisereste und andere Zahnbeläge kann man durch Färbetabletten sichtbar machen, die in Drogerien und Apotheken erhältlich sind.

Mundhygiene mit Zungenschaber und Ölziehen

Die zuckerfreien Kaugummis helfen auch vorübergehend gegen Mundgeruch, der durch Mikroben auf unserer Zunge ausgelöst wird: Wenn diese Nahrungsreste in unserem Mund zersetzen, produzieren sie dabei übelriechende Schwefelverbindungen. Mit Zungenschabern kann man sie von der Zunge putzen - 90 Prozent der geruchsverursachenden Bakterien sitzen hinten auf der Zunge. Damit man dort keinen Würgereiz auslöst, sollte der Schaber klein und mit abgerundet Borsten ausgestattet sein. Außerdem darf man nicht zu stark auf der Zunge reiben.

Eine etwas umständlichere Methode, Mundgeruch und Entzündungen des Zahnfleisches zu bekämpfen, ist ein uraltes ayurvedisches Heilverfahren: das Ölziehen. Dafür einen Löffel Öl in den Mund nehmen und fünf bis 15 Minuten schlürfen. Den Bakterien soll damit der Garaus gemacht, die Zähne sollen weißer und das Zahnfleisch gesünder werden. Allerdings massiert das Ölziehen - laut Expertenmeinung - wohl eher das Zahnfleisch, statt es richtig zu reinigen.

Sind Mundduschen sinnvoll?

Völlig überflüssig und für einige Menschen sogar gesundheitsschädlich sind Mundduschen. Hat der Benutzer eine akute Zahnfleischentzündung (Parodontitis), können mit dem Wasserstrahl nämlich Keime in die Blutbahn gepresst werden.

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Experten zum Thema

Dr. Günter Fritzsche, Zahnarzt/Oralchirurg
Claudia Sturzwage, Prophylaxe-Assistentin
Jungfernstieg 49
20354 Hamburg
(040) 41 11 31 11
www.zahnarztpraxis-drfritzsche.de

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Visite | 21.01.2020 | 09:20 Uhr

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