Stand: 18.05.2020 17:14 Uhr  - Die Bewegungs-Docs

Ellenbogenschmerz: Tennisarm ohne Tennis

Man muss kein Tennisspieler sein, um einen Tennisarm zu bekommen. Viel häufiger plagen die stechenden Schmerzen im Ellenbogen Handwerker, Bauarbeiter und Personen, die viel am Computer arbeiten. Bei einem Tennisarm oder auch Tennisellenbogen ist der Sehnenansatz entzündet, der die Muskulatur mit dem Ellenbogenknochen verbindet.

Chronischen Tennisarm für immer loswerden

Die Bewegungs-Docs -

Mascha R. hat immer wieder Schmerzen am Ellenbogen: eine chronische Entzündung durch Überlastung der Sehnen. Sportmediziner Helge Riepenhof weiß ein einfaches Trainingsprogramm.

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Ursache: Muskelüberlastung durch gleichförmige Bewegung

Monotone Bewegungsabläufe führen zu einer Überbeanspruchung mit Mikrorissen im Sehnenansatz der Unterarmstreckmuskulatur, die lokale Entzündungen auslösen und die Knochenhaut reizen. Starke Schmerzen im Ellenbogen sind die Folge. Die Muskeln verhärten und verspannen sich, in den Muskelfasern bilden sich sogenannte Triggerpunkte, die zu stechenden, ausstrahlenden Schmerzen im ganzen Arm führen. Es kommt zu Schonhaltungen, einem Druckschmerz an der Außenseite des Ellenbogens, Bewegungsschmerzen und Kraftverlust.

Tennisarm: Schonung und Kühlung in Akutphase

Bei einem akuten Tennisellenbogen sollte der Arm zunächst geschont und gekühlt werden, zum Beispiel mit Quarkwickeln. Sind die Schmerzen aber so stark, dass der Betroffene den Arm kaum noch bewegen kann, kann eine Spritze helfen, die die Beschwerden kurzfristig lindert und Bewegungen wieder möglich macht: Der Arzt spritzt einmalig eine kleine Menge Kortison mit Betäubungsmittel verdünnt an den Schmerzherd, also die Knochenhaut. Eine wiederholte oder gar langfristige Spritzentherapie wird jedoch nicht empfohlen.

Behandlung des chronischen Tennisarms

Zur Behandlung des chronischen Tennisarms wandelt man zunächst die Dauerbeschwerden in akute Beschwerden um, denn die lassen sich besser ansprechen. Leider ist der Prozess schmerzhaft. Im Wege der sogenannten Querfriktion wird durch Reibung an der betroffenen Stelle am äußeren Ellenbogen die Durchblutung erhöht. So wird aus dem chronischen Problem ein akutes, der Schmerz nimmt zu. Eine Woche lang sollte man diese Maßnahme durchhalten.

Bewegungstherapie: Exzentrische Übungen helfen

Parallel sollte so bald wie möglich der Arm regelmäßig bewegt werden, ohne ihn zu stark zu belasten. Das tägliche Training beginnt mit Dehnung. Über mehrere Wochen sind darüber hinaus sogenannte exzentrische (verlängernde) Übungen nötig, damit sich die Muskulatur regenerieren kann.

Um das Training möglichst effektiv zu gestalten, kann man die Muskulatur zusätzlich mit Strom stimulisieren. Dadurch wird ein konzentrischer (zusammenziehender) Reiz ausgelöst, gegen den man exzentrisch antrainieren muss. So erhöht sich der Reiz auf die Sehne.

Stoßwellentherapie bei hartnäckigen Beschwerden

Gelingt es mit Faszien- und Physiotherapie nicht, die Schmerzen zu lindern, kann eine Stoßwellentherapie helfen. Dabei wird unter leichter Betäubung des Arms eine Druckwelle in den Körper geschossen, die die schmerzende Stelle kräftiger massiert, als es die Hand des Therapeuten könnte - wie ein Schlagbohrer. Das soll die Durchblutung verbessern und die Selbstheilungskräfte anregen. Ganz schmerzfrei ist diese Therapie nicht. Etwa fünf Anwendungen sind üblich, im Laufe der Behandlung erhöht sich die Verträglichkeit. Die Kosten von rund 50 Euro müssen die Patienten selbst tragen.

Vorbeugen und Überbeanspruchung des Ellenbogens vermeiden

Ist der Tennisarm weitgehend überwunden, empfehlen sich vorbeugend Yoga und Pilates, Feldenkrais, Qigong oder Tai Chi sowie weiterhin tägliches Dehnen. Das Ziel ist eine dauerhaft bessere Haltung, die einen Tennisarm gar nicht erst wieder entstehen lässt. Zudem sollten Tennisspieler und Handwerker immer auf die richtige Technik achten, um eine Überbeanspruchung zu vermeiden. Wer häufig am Computer sitzt, sollte ein Auflagepolster vor der Tastatur benutzen und ergonomisch geformte Mäuse. Die Tastatur sollte möglichst leichtgängige Tasten haben, denn je größer der Widerstand beim Tastendruck ist, desto mehr Kraft wird beim Tippen aufgewendet und desto schneller drohen Überlastungserscheinungen.

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Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 18.05.2020 | 21:00 Uhr