Stand: 09.08.2016 16:16 Uhr  | Archiv

Putzmittel: Stress für die Haut

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Was hier im Bild fehlt? Putzhandschuhe.

Rissige, spröde Haut, die schmerzt und leicht aufreißt - damit kommen immer öfter Patienten in die Arztpraxen. Ursache ist in der Regel häufiger Kontakt mit Putz- und Reinigungsmitteln. Denn die Haushaltschemie ist nicht nur gegen Schmutz und Bakterien aggressiv, viele Inhaltsstoffe sind schon in geringen Mengen schädlich und irritieren die Haut. Scharfe Reinigungsmittel unterscheiden nicht zwischen Bakterienzellen - zum Beispiel in sanitären Anlagen - und menschlichen Hautzellen. Täglicher Kontakt greift die Haut nachhaltig an, es kann lange dauern, bis sie sich regeneriert: selbst mit Kortison-Cremes oft Monate.

Angriff auf den Säureschutzmantel der Haut

Normalerweise schützt der natürliche Säureschutzmantel der Haut unsere Hände. Im Alltag verteidigt er uns gegen Dreck und bösen Bakterien. Doch Tenside, Säuren und andere scharfe Chemikalien in Putzmitteln greifen den Schutzmantel unserer Haut an. Wie stark, lässt sich mit einem pH-Messstreifen prüfen: Liegt der pH-Wert bei 5,5, ist der Säureschutzmantel intakt. Weicht der Wert ab, ist die Haut in Gefahr.

Visite macht den Test

Wir putzen mit Scheibenreiniger: Der vorher normale pH-Wert von 5,5 hat sich nach dem Putzen der Scheiben auf 6,5 und damit in den alkalischen Bereich verschoben. Mit so geschwächter Schutzfunktion benutzen wir anschließend Toiletten- und Badreiniger: Jetzt liegt der pH-Wert bei 2,0 - die Salzsäure des WC-Reinigers hat die ungeschützte Haut attackiert. Der dritte Testkandidat: ein scharfer Allzweckreiniger, der 99,9 Prozent der Bakterien abtöten soll. Nun fährt der pH-Wert Achterbahn - der Teststreifen zeigt 7,5. Bis sich der Schutzmantel der Haut wieder normalisiert hat und schützen kann, dauert es mehrere Stunden.

Einfachste Lösung: Handschuhe tragen

Mutet man solch eine Putzattacke seinen Händen häufiger zu, kann das zu langfristigen Hautschäden führen, warnen Experten. Wer auf scharfe Reiniger dennoch nicht verzichten will, sollte stets Schutzhandschuhe tragen. Unter dem Handschuh bleibt der Säureschutzmantel intakt, und die Hände bleiben gesund.

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Interviewpartner im Beitrag

Dr. Julia Maerker-Stroemer, Hautärztin
Hautarztpraxis im Krohnstiegcenter
Krohnstieg 41-43, 22415 Hamburg
Tel. (040) 41 12 55 66-0, Fax (040) 41 12 55 66-10
Internet: www.hautarztpraxis-langenhorn.de

Prof. Dr. Edmund Maser, Toxikologe
Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Brunswiker Straße 10, 24105 Kiel
Internet: www.toxi.uni-kiel.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 09.08.2016 | 20:15 Uhr

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