Stand: 22.05.2018 10:34 Uhr  | Archiv

Epilepsie: Gewitter im Gehirn

Hand fokussiert mit Kugelschreiber Ausschnitt einer MRT-Aufnahme © Fotolia.com Foto: sudok1
Bei einem epileptischen Anfall entladen sich die Nervenzellen im Gehirn parallel und unkontrolliert.

Ein epileptischer Anfall entsteht, wenn das komplexe Zusammenspiel der Nervenzellen im Gehirn zusammenbricht. Das geschieht, wenn sich die Nervenzellen im Gehirn parallel und unkontrolliert elektrisch entladen - wie bei einem Gewitter in den Wolken.

Krampfanfälle können verschiedene Ursachen haben

Dauert die Bewusstseinsstörung nur wenige Sekunden, sprechen Ärzte von Absencen. Ein sogenannter Grand-mal-Anfall dehnt sich dagegen auf den ganzen Körper aus - es kommt zu Bewusstlosigkeit, rhythmischen Muskelzuckungen und Gedächtnisverlust. Als Ursachen kommen unter anderem Hirnschädigungen durch einen Schlaganfall, Stoffwechselstörungen, hormonelle Schwankungen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Verletzungen oder Tumore in Frage. Eine Epilepsie kann aber auch anlagebedingt sein. Nicht immer ist sie auf eine konkrete Ursache zurückzuführen. Das Tückische für Betroffene ist, dass sie nie genau wissen, wann der nächste Anfall auftritt.

Behandlung meist mit Medikamenten

Behandelt wird eine Epilepsie in der Regel mit Medikamenten, die die Krampfneigung herabsetzen. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten wie bestimmte Diäten oder eine gezielte Nervenstimulation.

Einige Patienten können durch einen chirurgischen Eingriff geheilt werden. Dabei entfernen Neurochirurgen die für die Krampfanfälle verantwortlichen Gehirnareale.

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Operationsteam bei einer Herztransplantation © NDR

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