Kiefergelenkarthrose: Symptome erkennen und behandeln

Stand: 13.09.2021 09:02 Uhr

Hinter Schmerzen im Kiefergelenk steckt oft eine Kiefergelenkarthrose, die auch Verspannungen und Schmerzen in Kopf, Schultern und Nacken auslösen kann. So lassen sich Symptome erkennen und behandeln.

Schmerzen im Kieferbereich sind sehr störend und beeinträchtigen die Betroffenen beim Sprechen, Kauen oder Beißen. Das Kiefergelenk sitzt quasi direkt vor den Ohren und verbindet den beweglichen Unterkiefer mit dem Schädel. Obwohl nur zwei bis drei Zentimeter groß, muss das Kiefergelenk starke Belastungen aushalten. Es besteht aus der kleinen Gelenkpfanne, einer Knorpelscheibe (Diskus) und dem Gelenkkopf des Unterkiefers. Beim Sprechen, Kauen und Schlucken öffnet und schließt sich das Gelenk.

Gesundes Kiefergelenk für gesamte Körperstatik wichtig

Der Kiefer ist ein fein abgestimmtes System:  Durch Nerven, 30 Prozent aller motorischen Nerven des gesamten Körpers, und Muskeln ist es mit dem Nacken, Rücken und den Schultern und Ohr verbunden. Die Kiefergelenke sind die höchstgelegenen Gelenke des Körpers, an denen statische Ungleichgewichte ausgeglichen werden können.

Ursache können körperliche und psychische Einflüsse sein

Wird dieses Zusammenspiel - vergleichbar mit einem Mobile, gestört - kann eine Kiefergelenkarthrose entstehen. Verschiedene körperliche, aber auch psychische Einflüsse können dafür verantwortlich sein. Schon der Verlust eines Backenzahns kann zum Beispiel eine Fehlbelastung im Gelenk zur Folge haben. Manchmal löst auch falsch angepasster Zahnersatz eine Kiefergelenkarthrose aus. Sind zum Beispiel die oberen Kronen zu niedrig, verschiebt sich der Unterkiefer. Das Gelenkköpfchen rutscht nun zu stark nach oben in das Gelenk hinein und es entsteht Druck. Kiefergelenke reagieren hochempfindlich auf Kompression. Das Gelenk wird überlastet, der Knorpel reibt sich ab.

Mögliche Auslöser im Überblick:

  • Entfernung eines Zahns
  • falsch angepasste und abgenutzte Zahnfüllung, -krone oder -implantat

 

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Vielfältige Symptome bei Kiefergelenkarthrose

Wenn im feinen System zwischen Ober- und Unterkiefer ein Ungleichgewicht entsteht, sind folgende Symptome typisch:

  • Knacken, Knirschen oder Reiben des Kiefers
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • Kau- und Schluckschwierigkeiten
  • Spannungsgefühl im Bereich der Kaumuskultatur
  • Entzündungen im Kiefergelenk
  • Verspannte Schultern- und Nackenmuskeln
  • Druck im Ohr / Tinnitus
  • Kopfschmerzen / Migräne

Kiefergelenkarthrose: Diagnose mit Schichtaufnahme und MRT

Da die Ursachen so vielfältig sein können, steht am Anfang der Diagnose eine gründliche zahnärztliche Untersuchung. Das deutlichste Zeichen für eine Kiefergelenkarthrose ist ein Reibegeräusch bei Bewegung. Eine spezielle Röntgenmethode, das sogenannte Orthopantomogramm, macht eine Panoramaschichtaufnahme möglich. In einer Aufnahme werden alle Zähne sowie Kiefer und Kiefergelenke abgebildet. Zu genaueren Beurteilung kann auch ein MRT nötig sein.

Nicht jede Kiefergelenkarthrose muss behandelt werden. Bei vielen Betroffenen ist die Diagnose ein Zufallsbefund beim Röntgen. Sie haben keine Beschwerden. Nur wenn Schmerzen oder Geräusche auftreten, es Probleme beim Mundöffnen gibt, der Kiefer nicht mehr richtig funktioniert oder die Zähne zu stark belastet werden, ist eine Therapie angezeigt. Diese richtet sich nach der Ursache für die Entstehung der Kiefergelenkarthrose.

Behandlung: Medikamente, Aufbissschiene, Ernährung und OP

Entzündungshemmende Medikamente (Ibuprofen oder Voltaren) können akuten Beschwerden lindern. Fehlerhafter Zahnersatz oder abgenutzte Zähne müssen ersetzt oder instand gesetzt werden. Gegen das Zähneknirschen kann eine Aufbissschiene helfen und auch Entspannungsübungen oder Akupunktur der Kaumuskulatur gehören dazu. Entzündungshemmende Ernährung ist ein weiterer Therapiebaustein. Die letzte Option ist ein künstliches Kiefergelenk. Dieser chirurgische Eingriff ist aber meist nur bei einem Tumor oder nach einem Unfall nötig.

 

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Visite | 14.09.2021 | 20:15 Uhr

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