Ein hält sich den Fettring seines Bauches. © Colourbox Foto: -

Gewichtszunahme im Alter: Ursachen und Krankheitsrisiken

Stand: 05.07.2022 10:13 Uhr

Ab 40 nehmen viele Menschen an Gewicht zu. Häufige Ursachen sind Veränderungen im Hormonhaushalt und ein Abbau der Muskulatur. Die Gewichtszunahme kann Folgen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben.

Das Gewicht steigt mit dem Alter oft schleichend, um ein halbes bis ganzes Kilogramm pro Jahr. Als Ursachen nennen Mediziner vielfältige Veränderungen im Körper, zum Beispiel beim Muskelgewicht, im Hormonhaushalt und veränderte Lebensgewohnheiten in der sogenannten Lebensmitte. Vielen fällt es schwer, die Pfunde wieder loszuwerden.

Ursachen für Gewichtszunahme im Alter

Für eine altersbedingte Gewichtszunahme gibt es mehrere Ursachen:

  • Energieverbrauch: Ab 30 Jahren sinkt die Muskelmasse pro Jahr um 0,2 bis 1 Prozent. Gleichzeitig steigt der Fettanteil im Körper. Weil Fettzellen weniger Kalorien verbrauchen als Muskelzellen, sinkt der sogenannte Grundumsatz. Dieser ist zum Beispiel bei einem 75-jährigen Mann um bis zu 30 Prozent geringer als bei einem 25-Jährigen.

  • Hormone: Bei Frauen sinkt in den Wechseljahren der Östrogenspiegel, bei Männern mit zunehmendem Alter der Testosteronspiegel. Dadurch wird Muskelmasse abgebaut, der Energieverbrauch sinkt.

  • Stoffwechsel: Ab dem 60. Lebensjahr verlangsamt sich der Ruhestoffwechsel. Eine internationale Untersuchung an 6.000 Menschen hat gezeigt, dass der Kalorienverbrauch dann mit jedem Jahr um etwa 0,7 Prozent abnimmt.

  • Bewegung: Mit zunehmendem Alter bewegen sich viele Menschen weniger. Auch dadurch kann sich die Muskelmasse reduzieren. Ein Abbau der Muskulatur führt zu einem niedrigeren Kalorienverbrauch.

Wer jeden Tag etwas mehr isst, als er oder sie verbraucht, nimmt zu: Liegt die Mehraufnahme im Durchschnitt bei nur 19 Kalorien pro Tag, summieren sich die überschüssigen Kalorien nach einem Jahr auf eine Gewichtszunahme von einem Kilogramm.

Krankheiten durch altersbedingte Gewichtszunahme

Führen altersbedingte Veränderungen zu Übergewicht, hat dies Einfluss auf Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerte. Diese Erkrankungen können die Folge sein:

Übergewicht mit BMI und Bauchumfang feststellen

Ob Übergewicht vorliegt, lässt sich mit dem Body-Mass-Index (BMI) und dem Bauchumfang ermitteln:

  • Der BMI wird berechnet, indem man das eigene Körpergewicht durch das Quadrat seiner Körpergröße in Metern teilt. Beispiel: Ist eine Frau 1,69 Meter groß und 85 Kilogramm schwer, dann hat sie einen BMI von "85 : (1,69 x 1,69) = 29,8". Ab einem BMI von 25 und höher handelt es sich um leichte Fettleibigkeit (Präadipositas), ab einem BMI von 30 um Fettleibigkeit (Adipositas).

  • Besonders das Bauchfett kann einen negativen Effekt auf die Gesundheit haben. Laut Weltgesundheitsorganisation sollten Frauen ab einem Bauchumfang von 88 Zentimetern abnehmen, Männer ab 102 Zentimetern. Der Grund: Fettgewebe im Bauchbereich produziert krankmachende Hormone. Sie fördern hohen Blutdruck und unterschwellige Entzündungen. Zudem gibt das Bauchfett Fettsäuren in den Blutkreislauf ab. Das kann die Blutfettwerte negativ beeinflussen, das Risiko für eine Arteriosklerose erhöhen und so das Herz schädigen.

Abnehmen mit gesunder Ernährung und Bewegung

Um Übergewicht zu reduzieren, sind Bewegung und eine ausgewogene, fettarme Ernährung wichtig. Auf den Speiseplan gehören mehr gesundes Eiweiß, weniger ungesunde Kohlenhydrate und weniger Süßigkeiten.

 

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