Stand: 25.01.2019 22:12 Uhr  | Archiv

Ernährung bei Parodontitis

Zur Ursachenbekämpfung bei Parodontitis gehört die Umstellung auf eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung. Besteht bereits ein Diabetes, dann ist auf eine gute Einstellung des Blutzuckers zu achten. Hier hilft die Orientierung am Logi-Prinzip: Kohlenhydrate sind deutlich zu reduzieren, insbesondere Zucker - auch versteckter Zucker in industriell hergestellten Lebensmitteln - und helles Mehl. Die richtige Ernährung beugt Parodontitis vor und ist Voraussetzung dafür, dass eine Zahnbettentzündung dauerhaft ausheilen kann.

Ernährungstipps im Überblick

  • 2-3 Mahlzeiten pro Tag und möglichst keine Snacks.
  • Fünfer-Regel: täglich 3 Handvoll Gemüse (zubereitet mit hochwertigen Ölen) und 2 Handvoll zuckerarme Obstsorten essen.
  • Proteine (Eiweiß) sättigen lange und verhindern damit Heißhungerattacken, daher 2-3 Portionen täglich essen: z. B. mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte.
  • Tellerprinzip: eine Hälfte Gemüse (oder Obst), ein Drittel für Eiweißquellen wie Fleisch, Eier oder Hülsenfrüchte, nur wenig Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Brot. Ballaststoffreiche Kohlenhydrate bevorzugen (Vollkornnudeln, Vollkornbrot ...), die sättigen länger.
  • Wichtig und sättigend sind auch gute Fette - zum Beispiel hochwertig hergestelltes Nussöl, Olivenöl, Leinöl oder Hanföl. Planen Sie 2-3 Fischmahlzeiten in der Woche ein: Lachs, Hering und Makrele sind reich an Omega-3-Fettsäuren.
  • Zucker deutlich reduzieren! Maximal 1 kleine Portion Süßigkeit/Zucker pro Tag. Lieber Rohkost oder eine Handvoll Nüsse. Wenn es etwas Süßes sein muss: dunkle Schokolade mit 70 Prozent Kakao-Anteil als Nachtisch, direkt nach einer Mahlzeit.
  • Viel trinken! Mindestens 2 Liter, und zwar unbedingt zuckerfreie Getränke wie Wasser und Tee. Fruchtsäfte und Schorlen sind ungeeignet.
  • Darmflora aufbauen mit Lebensmitteln, die Milchsäurebakterien enthalten, wie Joghurt, Kefir, ungekochtes Sauerkraut und Brottrunk - am besten täglich.
  • Antientzündliche Ernährung: Essen Sie überwiegend fleischlos, stattdessen sehr viel Gemüse/Obst, und verwenden Sie täglich entzündungshemmende Gewürze, wie Kurkuma, Ingwer, Currypulver, Muskat und schwarzen Pfeffer.

Lebensmittelauswahl bei Parodontitis

EmpfehlenswertEinzuschränken
Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, ReisIn Maßen: Vollkornbrot, Vollkorngetreideprodukte insbesondere aus Hafer (Haferkleie), Gerste, Dinkel, Roggen;
Haferflocken, Müsli ohne Zucker;
Vollkornnudeln, Vollkornreis, Pellkartoffeln
Weißbrot, Toastbrot, Zwieback, Weizen- und Milchbrötchen, Croissant;
Hartweizennudeln; geschälter Reis, Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer;
Fertiggerichte, Fast Food
Snacks und Knabberkram
(bei Bedarf 1 kleine Handvoll "Luxus" am Tag, max. 25 g)
Süße Backwaren, Süßigkeiten, süße Milchprodukte (s. u.), Salzgebäck, Chips, Flips
Obst
(1-2 Portionen am Tag)
Zuckerarmes Obst wie Apfel, Aprikosen, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren, Grapefruit, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Sauerkirschen, Kiwi, Marillen, Nektarine, Papaya, Orange, Pflaumen, Pfirsiche, Stachelbeeren, Wassermelone, Zwetschgengezuckerte Obstkonserven und Obstmus, kandiertes Trockenobst;
Nur in Maßen geeignet ist zuckerreiches Obst:
Ananas, Banane, Birne, Kaki (Sharon), Kirschen, Mango, Honigmelone, Weintrauben
Gemüse
(3 Portionen am Tag)
Alle Salatsorten, Bohnen, Sojabohnen, Linsen, Erbsen, Paprika, Möhren, Gurke, Tomate, Fenchel, Aubergine, Artischocken, Spinat, Zucchini, alle Kohlarten, Radieschen, Spargel, Sauerkraut und alle PilzartenMais, Süßkartoffeln
Nüsse und Samen
(ca. 40 g am Tag)
Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pinienkerne, Kürbiskerne und SonnenblumenkerneErdnüsse und gesalzene Nüsse
Fette und Öle
(2-3 EL am Tag)
Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl*) und Weizenkeimöl*),
in Maßen: Butter
Schweine- und Gänseschmalz, Butterschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
Getränke
(ca. 2 Liter am Tag)
Wasser, ungezuckerter Tee und KaffeeFruchtsaft, Schorlen, Softdrinks, Kakao, Alkohol
Fisch und Meeresfrüchte
(2-3 Mal pro Woche)
Aal, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Makrele, Sardine/Sardellen,
Scholle, Seezunge, Steinbutt, Thunfisch, Flusskrebs, Garnelen, Hummer, Krabben, Shrimps
Fisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt;
panierter Fisch
Wurstwaren und Fleisch
(max. 3 Mal pro Woche)
Magere Varianten wie Putenbrustaufschnitt, Corned Beef, Aspik;
Hühnerfleisch, Putenfleisch, Rinderfilet
Wurst oder Fleisch vom Schwein, fettreiche Wurst- und Fleischwaren wie Leberwurst, Mettwurst, Weißwurst, Salami, Schinkenspeck, Mortadella, Fleischwurst, Bockwurst, Bratwurst, Blutwurst, Fleischkäse, Leberkäse, Nackenfleisch, Bauchspeck;
paniertes Fleisch
Eier (3-4 pro Woche),
Milch- und Milchprodukte,
Käse
Eier in allen Variationen;
Milch 1,5 % Fett, Buttermilch, Quark bis 20 % Fett, Naturjoghurt 1,5 % Fett; Saure Sahne 10 % Fett;
Käse bis 45 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Feta, Mozzarella, körniger Frischkäse
Mayonnaise;
Sahne, Schmand und Creme fraiche;
Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch

Logi-Methode

Logi steht für "Low Glycemic and Insulinemic Diet": eine Ernährung, die den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig hält. Entscheidend sind also wenig Kohlenhydrate. Die sogenannte Logi-Ernährungspyramide hat vier Ebenen:

  • Die Basis bilden stärkearme Gemüse, Salate, Obst und hochwertige Öle: Sie sollten den Großteil der Ernährung ausmachen, mindestens die Hälfte jeder Mahlzeit.
  • Auf der zweiten Ebene finden sich Eiweißquellen wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte oder pflanzliche Alternativen - sie gehören zur täglichen Nahrungsaufnahme.
  • Die dritte Ebene beinhaltet Vollkornprodukte (Basmati-, brauner Reis, Nudeln): davon pro Mahlzeit nur wenig konsumieren.
  • An der Spitze der Pyramide befinden sich Getreideprodukte aus Weißmehl, mehlige Kartoffeln und Süßwaren. Da sie den Blutzucker-Haushalt stark belasten, soll man sie selten oder gar nicht essen.

Wichtig: Zwischen den Mahlzeiten braucht die Leber Pausen. Die alte Regel, lieber viele kleine Mahlzeiten zu essen, kann die Leberzellen überfordern.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 28.01.2019 | 21:00 Uhr

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