Stand: 29.10.2019 17:34 Uhr  - Visite

Ellenbogenschmerz: Tennisarm ohne Tennis

Bild vergrößern
Bei einem Tennisarm ist der Sehnenansatz entzündet, der die Muskulatur mit dem Ellenbogenknochen verbindet.

Man muss kein Tennisspieler sein, um einen Tennisarm zu bekommen. Viel häufiger plagen die stechenden Schmerzen im Ellenbogen Handwerker, Bauarbeiter und Personen, die viel am Computer arbeiten. Bei einem Tennisarm oder auch Tennisellenbogen ist der Sehnenansatz entzündet, der die Muskulatur mit dem Ellenbogenknochen verbindet. Monotone Bewegungsabläufe führen zu einer Überbeanspruchung mit Mikrorissen im Sehnenansatz der Unterarmstreckmuskulatur, die lokale Entzündungen auslösen und die Knochenhaut reizen. Starke Schmerzen im Ellenbogen sind die Folge. Die Muskeln verhärten und verspannen sich, in den Muskelfasern bilden sich sogenannte Triggerpunkte, die zu stechenden, ausstrahlenden Schmerzen im ganzen Arm führen.

Ellenbogenschmerz: Tennisarm ohne Tennis

Visite -

Ein Tennisarm plagt nicht nur Sportler. Auch bei Belastungen der Arme bei der Arbeit oder im Haus können Schmerzen auftreten. Ursache sind monotone Bewegungen.

3,75 bei 8 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Schonung und Kühlung in Akutphase

Bei einem akuten Tennisellenbogen sollte der Arm zunächst geschont und gekühlt werden, zum Beispiel mit Quarkwickeln. Sind die Schmerzen aber so stark, dass der Betroffene den Arm kaum noch bewegen kann, kann eine Spritze helfen, die die Beschwerden kurzfristig lindert und Bewegungen wieder möglich macht: Der Arzt spritzt einmalig eine kleine Menge Kortison mit Betäubungsmittel verdünnt an den Schmerzherd, also die Knochenhaut. Eine wiederholte oder gar langfristige Spritzentherapie wird nicht empfohlen.

Bewegungstherapie hilft

So bald wie möglich sollte der Arm regelmäßig bewegt werden, ohne ihn zu stark zu belasten. Zusätzlich zur Physiotherapie kann hier auch ein Training zu Hause sinnvoll sein, dessen Intensität bei Besserung gesteigert werden kann:

1. Leichte Übungen ohne Widerstand:

  • Leichte Stützübungen gegen eine Wand
  • Spezielle Dehn- und Streckübungen im Sitzen (auf Rollhocker)

2. Übungen mit Hilfsmitteln und wenig Widerstand:

  • Wasserflasche als Gewicht nutzen für einfache Dehnung an der Tischkante
  • Ausrollen und -streichen der Faszien mit Rolle
  • Handknetbälle (oder Luftballons gefüllt mit Maizena)

3. Übungen mit großem Widerstand:

  • Übungen mit Gewichten (zum Beispiel Hanteln)
  • Echte Liegestütze

Ist der Tennisarm weitgehend überwunden, empfehlen sich vorbeugend Yoga und Pilates, Feldenkrais, Qigong oder Tai Chi. Das Ziel ist eine dauerhaft bessere Haltung, die einen Tennisarm gar nicht erst wieder entstehen lässt.

Im Gespräch
06:04
Visite

Tennisarm: Welche Behandlung hilft?

Visite

Bei einem Tennisarm ist der Sehnenansatz entzündet, der die Muskulatur mit dem Ellenbogenknochen verbindet. Der Orthopäde Dr. Kay Uthoff informiert über Behandlungsmöglichkeiten. Video (06:04 min)

Stoßwellentherapie bei hartnäckigen Beschwerden

Gelingt es mit Faszien- und Physiotherapie nicht, die Schmerzen zu lindern, kann eine Stoßwellentherapie helfen. Dabei wird unter leichter Betäubung des Arms eine Druckwelle in den Körper geschossen, die die schmerzende Stelle kräftiger massiert, als es die Hand des Therapeuten könnte - wie ein Schlagbohrer. Das soll die Durchblutung verbessern und die Selbstheilungskräfte anregen. Ganz schmerzfrei ist diese Therapie nicht. Etwa fünf Anwendungen sind üblich, im Laufe der Behandlung erhöht sich die Verträglichkeit. Die Kosten von rund 50 Euro müssen die Patienten selbst tragen.

Überbeanspruchung vermeiden

Am besten ist die Vorbeugung: Tennisspieler und Handwerker sollten immer auf die richtige Technik achten, um eine Überbeanspruchung zu vermeiden. Wer häufig am Computer sitzt, sollte ein Auflagepolster vor der Tastatur benutzen und ergonomisch geformte Mäuse. Die Tastatur sollte möglichst leichtgängige Tasten haben, denn je größer der Widerstand beim Tastendruck ist, desto mehr Kraft wird beim Tippen aufgewendet und desto schneller drohen Überlastungserscheinungen.

Weitere Informationen

Was hilft bei Ellenbogen-Instabilität?

Wenn der Ellenbogen wegknickt oder heftig schmerzt, kann eine Instabilität dahinterstecken: Schwache Bänder können dann den Arm nicht mehr richtig halten. Wann ist eine OP nötig? mehr

Experten zum Thema

Dr. Kay Uthoff, Orthopäde, Kinderorthopäde, Chirurg, Chirotherapeut, FDM-Therapeut
Dr. Carsten Possenriede, Orthopädie, Unfallchirurg, Chirotherapeut, Akupunktur, FDM-Therapeut
Orthopädie Kleefeld
Scheidestraße 21, 30625 Hannover
(0511) 53 75 13
www.orthopädie-kleefeld.de


Weitere Informationen
Behandlungsleitlinie "Epicondylopathia radialis humeri" (Tennisarm)
www.awmf.org/

Dieses Thema im Programm:

Visite | 29.10.2019 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

19:32
NDR Fernsehen
05:45
NDR WissensCheck