E-Bike fahren: Gesünder als erwartet

Stand: 25.04.2023 11:30 Uhr

Radfahren ist gesund - darüber gibt es keine zwei Meinungen. Aber wie sieht es aus, wenn ein Motor beim Strampeln hilft? Eine Studie zeigt nun, dass auch E-Bikes Gesundheit und Fitness fördern können.

Die einen trauen sich mit dem auch als Pedelec bezeichneten Fahrrad mit Hilfsmotor endlich wieder in den Sattel, andere betrachten das elektrisch unterstützte Radfahren als komplett unsportlich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover haben nun untersucht, wie sich das Pedelec-Fahren tatsächlich auf die Gesundheit auswirkt. Und dabei zeigte sich, dass Pedelec-Fahrer insgesamt körperlich aktiver waren, da sie für das Pedelec häufiger das Auto stehen ließen, um den Weg zur Arbeit oder auch zum Einkaufen zurückzulegen.

Auch Personen, die aufgrund von Alter, körperlichen Einschränkungen, oder mangelnder Fitness keine längeren Strecken auf einem herkömmlichen Fahrrad zurücklegen können, sind mit dem Pedelec wieder in der Lage, ihre Mobilität und körperliche Aktivität zu steigern.

Studie vergleicht Trainingseffekt von E-Bike und Fahrrad

An der Studie nahmen 1.250 Fahrerinnen und Fahrer von Pedelecs und 629 mit herkömmlichen Fahrrädern teil. Sie wurden mit Fitnesstrackern ausgestattet, die vier Wochen lang die gefahrenen Strecken und die Herzfrequenz aufzeichneten. Rund ein Drittel der Pedelec-Fahrerinnen und Fahrer hatten Vorerkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck, Asthma oder Gelenkverschleiß. Zudem waren die Pedelec-Nutzerinnen und -Nutzer im Durchschnitt etwas älter und hatten einen höheren Body-Mass-Index. Für diese Teilnehmenden war das Pedelec ein wichtiger Schritt, um überhaupt (wieder) draußen aktiv werden zu können.

Muskeln und Herz-Kreislauf-System werden gefordert

Die Analyse der fast 60.000 Fahrten zeigt, dass die Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer 135 Minuten pro Woche unterwegs waren, ein Großteil davon mit einer gesundheitlich effektiven Belastung. Allein dadurch konnten die Fahrenden zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen. Entgegen vieler Vorurteile zeigen die Studienergebnisse dass Muskeln und Herz-Kreislauf-System auf dem Pedelec nahezu so intensiv gefordert werden wie beim herkömmlichen Radfahren. Es ermöglicht aber vielen Menschen mit wenig Kondition den (Wieder-)Einstieg in sportliche Betätigung und fördert ihre Fitness. Auch das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, an Krebs oder Diabetes zu erkranken, sinkt mit zunehmender Aktivität.

Zahl der Unfälle steigt: Training senkt das Risiko

Laut der aktuellen Unfallstatistik der Versicherer haben die Unfälle unter E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrern insgesamt zugenommen. Während bei den Jüngeren vor allem Selbstüberschätzung und Risikobereitschaft dafür verantwortlich gemacht werden, sind es bei Älteren eher Schwierigkeiten mit der Handhabung und der Geschwindigkeit der Pedelecs. Um dieses Risiko zu senken, empfiehlt es sich, zunächst auf einem Parcours in einer sicheren Umgebung ausgiebig zu üben, um sich an das Fahrgefühl und die Geschwindigkeit zu gewöhnen - und immer einen Helm zu tragen. Vielerorts bieten Polizei, Verkehrswacht oder Fahrsicherheitszentren auch spezielle Kurse für Senioren und ungeübte Radfahrer an.

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Visite | 25.04.2023 | 20:15 Uhr

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