Corona: Welche Vorerkrankungen berechtigen zur Impfung?

Stand: 29.03.2021 11:45 Uhr

Eine Impfung ist die effektivste Chance, die Bevölkerung vor einer schweren Erkrankung an Covid-19 zu schützen. Solange noch nicht genügend Impfstoff für alle da ist, gibt es eine strikte Impf-Reihenfolge.

Sie soll sicherstellen, dass diejenigen zuerst geimpft werden, die das höchste Risiko eines schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlaufs haben. Das betraf in der Prioritätsstufe 1 (Höchste Priorität) zuallererst alle Menschen über 80 Jahren, in Seniorenheimen oder zu Hause. Denn mit dem Alter steigt das Risiko, eine Corona-Infektion nicht zu überleben, exponentiell. Sind die Ältesten geschützt, sinkt das durchschnittliche Sterberisiko deutlich. Daneben gehören aber auch Angehörige von Berufsgruppen mit besonders hohem Infektionsrisiko zu den Ersten, die die Impfung erhielten.

Impfungen in Prioritätsstufe 2 laufen nun

Vielerorts sind nun die Impfwilligen der Prioritätsgruppe 2 (Hohe Priorität) zur Impfung berechtigt und zur Anmeldung aufgerufen. Das betrifft zum einen Menschen zwischen 70 und 79 Jahren, zum anderen aber auch Patienten mit einer Reihe von schweren und chronischen Vorerkrankungen. Sie müssen vor der Impfung ein hausärztliches Attest vorlegen, das bescheinigt, welche Erkrankung sie haben und in welche Prioritätsgruppe sie einzuordnen sind. Ist diese Gruppe in dem Bundesland, in dem sie gemeldet sind, zur Impfung aufgerufen, erhalten die Betroffenen einen Impftermin per Telefon oder im Internet, die Hausärzte haben darauf keinen Einfluss.

Inzwischen gibt es auch einige Praxen, zum Beispiel onkologische Schwerpunktpraxen, die einige ihrer Patientinnen und Patienten selbst impfen können. Da die Impfstoffe aber weiter knapp sind, sind die meisten aber weiter auf die Termine im Impfzentrum angewiesen.

Vorerkrankungen der Prioritätsgruppe 2

Zu den Vorerkrankungen, die nun vielerorts zur Impfung berechtigen, gehören unter anderem:

  • akute Krebserkrankungen
  • schwere Stoffwechselerkrankung, zum Beispiel Adipositas (BMI über 40) oder Diabetes (HbA1c > 7.5 Prozent)
  • schwere Lungenerkrankung (wie COPD)
  • schwere Demenz
  • Organtransplantation
  • chronische Lebererkrankung
  • chronische Nierenerkrankung.

Weitere Impf-Berechtige in Gruppe 2 sind unter anderem:

  • Betreuungspersonal in stationären oder teilstationären Einrichtunge für geistig oder psychisch Behinderte
  • Polizei- und Einsatzkräfte sowie Soldatinnen und Soldaten, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen sowie Grund-, Sonder- und Förderschulen tätig sind.

Das besagt die weitere Priorisierung

In der Prioritätsgruppe 3 (Erhöhte Priorität) folgen danach Menschen über 60 sowie Personen etwa mit Autoimmunerkrankungen, rheumatologischen Erkrankungen, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Adipositas mit einem BMI ab 30, Diabetes mellitus ohne Komplikationen sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Auch Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel oder an weiterführenden Schulen arbeiten, können sich dann impfen lassen, ehe in Gruppe 4 (Ohne Priorität) alle weiteren Personen ab 16 Jahren impfberechtigt sind.

 

Weitere Informationen
Ein Tropfen hängt an einer Nadelspitze. Dahinter das Wort "Impfung". © picture alliance/Friso Gentsch/dpa Foto: Friso Gentsch

Corona-Impfzentren: Wo und wann wird jetzt geimpft?

Der Betrieb in den Impfzentren und Praxen im Norden läuft. Wer ist wann an der Reihe? Wie kann man sich anmelden? Ein Überblick. mehr

Eine FFP2-Maske liegt auf der Wiese vor dem Deutschen Bundestag. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Kira Hofmann

Corona-News-Ticker: Bundestag beschließt "Bundes-Notbremse"

Sie beinhaltet unter anderem Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 und 5 Uhr ab dem Inzidenz-Wert 100. Der Bundesrat muss noch zustimmen. Mehr Corona-News im Ticker. mehr

Eine Frau hustet in ihre Armbeuge © Colourbox

Corona: Künstliche Intelligenz erkennt Covid-19

Augsburger Forscher entwickeln eine App, bei der eine Stimmprobe Aufschluss über eine Corona-Infektion geben soll. mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 30.03.2021 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Corona Schnelltests © picture alliance/dpa Foto: Sebastian Gollnow

Corona: Wie zuverlässig sind Antigen-Schnelltests?

Corona-Schnelltests können helfen, Infektionsketten zu durchbrechen. Absolute Sicherheit bringen sie aber nicht. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr