Stand: 27.04.2016 09:59 Uhr  | Archiv

"Kokosblütenzucker beste Alternative zu Zucker"

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Zu Gast im Studio, danach im Chat: Dennis Heider.

Zucker liefert schnell Energie fürs Gehirn und kann bittere Medizin versüßen. Doch der Stoff hat als Lebensmittel einen schlechten Ruf. Viele, die sich besonders gesund ernähren wollen, meiden Zucker, wo sie nur können. Doch ist es gesünder, mit Honig oder Dicksaft zu süßen?

Dennis Heider, Ernährungsberater aus Fredenbeck, hat Fragen im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

gesche 5: Meine erwachsenen Kinder trinken wegen Übergewicht sehr viel Cola Zero und ähnliche Getränke. Über meine Bedenken schütteln sie nur den Kopf. Wie gefährlich ist dies?

Dennis Heider: Es ist wahrscheinlich nicht so gefährlich wie man glauben mag. Generell macht es aber mehr Sinn, zum Beispiel Tee zu trinken (der mit Süßstoff gesüßt wurde) oder Mineralwasser mit einem Schluck Apfelsaft im Verhältnis von 3 zu 1. Light-Getränke können bedeuten, dass man eher Heißhungerattacken bekommt. Ich empfehle maximal einen Liter am Tag von diesen Light-Getränken.

gLUKO: Fruktose kann anders als Glukose nicht als Glykogen in der Leber gespeichert werden. Ist es deswegen ungesünder, weil es in Fett umgewandelt wird?

Heider: Fruktose kann wahrhaftig eine Leberverfettung hervorrufen, wenn man davon große Mengen konsumiert. Außerdem begünstigt es die Fettanlagerung. Ich empfehle den Konsum von maximal zwei faustgroße Obstportionen am Tag und Verzicht auf industriell verarbeitete Süßwarenprodukte, weil Fruchtzucker in der Herstellung sehr günstig ist und deswegen oft verwendet wird.

Vera: Ist Honig ein würdiger Ersatz für Zucker oder wären da Stevia oder Kokosblütenzucker geeigneter?

Heider: In größeren Mengen wäre der Kokosblütenzucker die beste Alternative zu Zucker. Stevia hat keine Energie und ist somit auch ein würdiger Ersatz. Übermäßiger Konsum kann möglicherweise Heißhungerattacken auslösen, ebenso wie bei Süßstoff.

Netwahr: Viele Lebensmittel werden mit Aspartam gesüßt. Ich habe gehört, dass in Amerika schon Menschen an Aspartam gestorben sind. Ist Aspartam wirklich so gefährlich? Und warum ist es dann bei uns erlaubt?

Heider: Meines Erachtens gibt es dafür keine Belege. Wenn man sich auf seriöse Quellen bezieht (wie zum Beispiel die Weltgesundheitsorganisation WHO), hat man dies auf keinen Fall zu erwarten. Die Menge macht das Gift und man muss wirklich viel davon konsumieren, um Schäden davon zu befürchten.

Chris: Ich hätte gerne gewusst, ob Agavendicksaft als Süßungsmittel unbedenklich, vielleicht sogar gesund ist.

Heider: Er ist nicht gesünder, da er überwiegend aus Haushaltszucker und Fruchtzucker besteht.

MaryLou: Gibt es ungefähre Mengenangaben für Kinder und Erwachsene? Wie viel Zucker ist "zu viel"?

Heider: Maximal zehn Prozent des täglichen Gesamtkalorienbedarfs.

Lisa: Mich würde interessieren, welche Zuckerwerte bedenklich sind. Können am Abend verzehrte Nahrungsmittel (zum Beispiel zu viel Eiweiß) diesen Wert erhöhen? Wie müssen die Werte im Laufe des Tages sein?

Heider: Ein guter Blutzuckerwert (Stoffwechsel: gesund) liegt nüchtern zwischen 60 und 100 Milligramm/Deziliter. Nach dem Essen bis 140. Ja, vor allem der übermäßige Verzehr von Eiweiß kann den Zuckerwert negativ beeinflussen. Ein Wert über 100, nüchtern gemessen, weist auf eine gestörte Glukosetoleranz hin.

angie: Ist Erythrit eine Alternative zu Zucker?

Heider: Ja, es ist im Prinzip Xucker light, liefert keine Kalorien und wirkt anders als Xucker nicht abführend.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.04.2016 | 20:15 Uhr

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