Stand: 20.03.2020 12:31 Uhr

Wie schädlich ist Aluminium für die Gesundheit?

Junge Frau benutzt ein Deodorant. © colourbox Foto: Diego Cervo
Spezielle Deos, sogenannte Antitranspirantien, enthalten viel Aluminium.

Aluminium steht im Verdacht, an der Entstehung von Alzheimer und Brustkrebs beteiligt zu sein. Zwar gibt es noch keinen einwandfreien Nachweis, aber in Studien fand man in den geschädigten Gehirnzellen verstorbener Alzheimer-Erkrankten überdurchschnittlich hohe Ablagerungen von Aluminium. Spuren des Metalls waren auch in den Lymphknoten von Brustkrebs-Erkrankten.

Wie Aluminium in den Körper gelangt

In den Körper gelangt Aluminium vor allem über die Nahrung, Kosmetikartikel und Medikamente:

  • Von Natur aus steckt Aluminium in vielen Lebensmitteln, zum Beispiel in Nüssen, Kakao, Schokolade und Getreide. Auch über das Trinkwasser, Gemüse und indirekt auch über belastetes Tierfutter nehmen wir Aluminium auf.

  • Mehr als die Hälfte des Aluminiums, das wir aufnehmen, stammt nicht aus Lebensmitteln, sondern vor allem aus Kosmetika, wie zum Beispiel aus Sonnencreme, Lippenstiften und Lidschatten.

  • Besonders viel Aluminium enthalten Deos, die das Schwitzen verhindern, sogenannte Antitranspirantien. Die Aluminiumsalze verkleben die Schweißdrüsen. Doch über die Haut gelangen sie in den Körper, vor allem über Mikroverletzungen, wie sie zum Beispiel beim Rasieren der Achselhöhlen entstehen.

  • In aufhellenden Zahncremes ("Whitening") kommen häufig Aluminiumoxide und Aluminiumhydroxide zur Anwendung, um den bleichenden Effekt zu erzielen. Wer die Zahncremes täglich nutzt, kann bereits erhebliche Mengen Aluminium aufnehmen.

  • Auch Medikamente können Aluminium enthalten, beispielsweise Gels gegen Sodbrennen.

Das meiste Aluminium scheiden die Nieren wieder aus, aber ein kleiner Teil lagert sich zum Beispiel in den Knochen, in der Lunge und im Gehirn ab. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat daher eine tolerierbare Höchstmenge für Aluminium festgelegt: 1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche. Bei einem 70 Kilogramm schweren Durchschnittsmenschen sind das 70 Milligramm pro Woche.

VIDEO: Aluminium: Gesundheitsgefahr durch Essen und Kosmetik? (6 Min)

Tolerierbare Höchstmenge ist schnell überschritten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Ende 2019 eine ausführliche Liste mit Fragen und Antworten zum Thema und eine Schätzung zur Gesamt-Aluminiumaufnahme der Bevölkerung in Deutschland veröffentlicht. Dabei bezog sie unter anderem Lebensmittel, Kosmetika und Medikamente ein. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass die Mehrheit der Bevölkerung über Lebensmittel bereits "die Hälfte der duldbaren wöchentlichen Aufnahmemenge von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht" ausschöpft.

Doch der Wert ist schnell überschritten: Wer täglich Antitranspirantien benutzt, nimmt allein dadurch zusätzlich 70 Prozent der tolerierbaren Höchstmenge auf. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist die tolerierbare Höchstmenge zudem schnell erreicht, da sie in der Regel weniger wiegen als Erwachsene. Auch junge Frauen sollten insbesondere bei Kosmetikprodukten kritisch sein, denn im Falle einer Schwangerschaft können die erhöhten Werte auf das ungeborenen Kind übertragen werden.

Aufnahme von Aluminium vermeiden

Mit einigen Maßnahmen lässt sich die Aluminiumaufnahme deutlich reduzieren:

  • Saure und salzige Lebensmittel wie Obst, Käse und Schinken vorsorglich nie in Alufolie aufbewahren, denn solche Nahrungsmittel zerstören die feine Oxidschicht auf dem Metall, sodass sich das Aluminium ungehindert im Essen ablagert.

  • Vorsicht geboten ist bei überbackenen Fischfilets und anderen Fertiggerichten, die mit einer Schale in den Ofen gelegt werden, denn Hitze verstärkt den Prozess des Ablösens. Deshalb das Essen aus der Aluminiumschale nehmen und mit Backpapier in einer Auflaufform garen.

  • Auch bei Laugenbrezeln kann Gefahr lauern: Benutzt der Bäcker kein Backpapier und landen die Brezeln direkt auf dem Aluminiumblech, können die Brezeln mit Aluminium belastet sein.

  • Weitgehend unbedenklich sind Joghurtbecher-Deckel und Tuben, da das Metall mit einer unsichtbaren Schutzschicht überzogen wird, um die Produkte haltbarer zu machen.

  • Als Ersatz für die klassische Alufolie am besten gewachstes Papier - dieses lässt sich übrigens sehr gut auch selber machen - oder auch Frühstücksbeutel, Frischhaltefolie oder Plastikdosen verwenden.

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Dieses Thema im Programm:

21.03.2020 | 08:00 Uhr

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