Ein Gewächshaus steht in einem Garten.  Foto: Udo Tanske

Gurken und Tomaten in einem Gewächshaus ziehen

Stand: 21.07.2021 17:08 Uhr

Gurken und Tomaten gemeinsam in ein Gewächshaus pflanzen? Eigentlich keine gute Idee. Doch mit einem Trick lassen sich die unterschiedlichen Ansprüche der Pflanzen ans Klima regeln.

Die beiden Gemüsesorten stellen grundsätzlich verschiedene Ansprüche an ihre Umgebung: Tomaten mögen es sonnig und eher kühl, Gurken benötigen ein warmes und feuchtes Klima. Sie vertragen zudem keine Zugluft.

Abgetrennte Bereiche für Tomaten und Gurken einrichten

Mit Folie ist ein Gewächshaus unterteilt.  Foto: Udo Tanske
Mit einer Folie lässt sich das Gewächshaus in zwei Klimazonen einteilen.

Mit einfachen Mitteln lassen sich die beiden Gemüsesorten aber auch unter einem Dach kultivieren. Die Tomate pflanzt man idealerweise auf der Sonnenseite des Gewächshauses, an einer gut belüfteten Stelle, etwa in der Nähe des Eingangs. Ein oder zwei zusätzlich geöffnete Dachfenster sorgen dann immer für Luftzirkulation. Die Gurke kommt eher in den hinteren Teil des Gewächshauses, auf die sonnenabgewandte Seite. Damit quasi zwei Klimazonen entstehen, werden die Bereiche mit einem selbst gebauten Element aus Latten und Folie voneinander getrennt.

Erde für Gurken mischen

Damit Gurken kräftig wachsen und gesund sind, brauchen sie viele Nährstoffe. Dafür Komposterde mit Mist und klein gehäckseltem Stroh vermischen. Pro Pflanze sollten es etwa fünf bis zehn Kilo Mist sein. Das Stroh sorgt dafür, dass das Substrat  locker ist. Durch den Verrottungsprozess entsteht außerdem Wärme - ideal für Gurken. Zusätzlich als Dünger großzügig Hornspäne untermischen.

Gurken richtig pflanzen

Das Beet im Gewächshaus gut eineinhalb Spaten tief ausheben und die Grube mit dem Gemisch auffüllen. Die ausgehobene Erde darüber geben. Beim Einpflanzen der Gurkenpflanzen darauf achten, dass - sofern vorhanden - die Veredelungsstelle nicht mit eingepflanzt wird.

Tomaten im Gewächshaus pflanzen

junge Tomatenpflanzen stehen in Töpfen nebeneinander © NDR Foto: Udo Tanske
Vor dem Pflanzen sollte die Erde für Tomaten gut aufgelockert werden.

Tomaten sind Tiefwurzler, deshalb sollte die Erde mindestens zwei Spaten tief aufgelockert werden. Pro Quadratmeter am besten drei bis fünf Liter Komposterde ins Beet einarbeiten und zusätzlich mit organischem Dünger wie Hornspänen düngen. Der pH-Wert der Erde sollte bei sechs, also im leicht sauren Bereich liegen. Im Zweifel gibt ein Schnelltest zur Bodenanalyse Aufschluss. Dieser ist im Gartenfachhandel erhältlich. Sollten die Tomatenpflanzen zu sehr in die Länge geschossen sein, können sie einfach etwas tiefer gesetzt werden, so entwickeln sie sich besser.

Temperatur muss über zwölf Grad liegen

Die Temperatur im Gewächshaus sollte nicht unter zwölf Grad liegen. Falls nötig, das Gewächshaus beheizen. Oftmals helfen schon Gefäße mit warmem Wasser, um die Temperatur zu halten. Zuverlässiger funktioniert es mit einer Elektroheizung. Petroleumlampen oder Gasheizer sind nicht zu empfehlen, weil dabei Substanzen in die Luft gelangen, die einige Pflanzen nicht vertragen.

Gewächshaus tagsüber immer belüften

Tomaten brauchen viel Sonne, vertragen aber keine Hitze. Bei Temperaturen über 30 Grad verklumpen die Pollen, was die Bestäubung erschwert. Deshalb das Gewächshaus immer gut lüften. Tagsüber geöffnete Türen und Fenster sorgen nicht nur für ein gutes Klima, sondern lassen auch bestäubende Insekten wie Hummeln hinein. Zu viel Wärme wirkt sich auch negativ auf den Geschmack aus. Bei mäßigen Temperaturen wachsen die Pflanzen zwar etwas langsamer, werden dafür aber wesentlich aromatischer.

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Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 16.08.2021 | 21:00 Uhr

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