Stand: 14.06.2018 17:00 Uhr  | Archiv

Faszination Meer: Sehnsuchtsort und Lebensraum

Junge Leute springen bei Sonnenuntergang fröhlich ins Meer. © fotolia Foto: cppzone
Das Meer ist für viele Menschen ein Sehnsuchts- und Erholungsort.

Den Sand unter den Füßen und die Sonne auf der Haut spüren, sich dabei den Wind um die Ohren blasen lassen: Für viele Menschen ist das Meer Sehnsuchts- und Erholungsort. Das Meer ist aber auch ein faszinierender Lebensraum: Es bedeckt mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und ist Heimat von Millionen von Arten.

Zusammenhängendes Ökosystem

Das Meer ist das größte zusammenhängende Ökosystem der Welt, in dem die verschiedenen Ozeane durch Meeresströmungen miteinander verbunden sind. Es erstreckt sich auf rund 360 Millionen Quadratkilometern über die gesamte Erde, von den Polkappen bis zu den Tropen. Salzwasser macht mehr als 97 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde aus.

35 Gramm Salz pro Kilogramm Meerwasser

Der durchschnittliche Salzgehalt von Meerwasser beträgt rund 35 Gramm Salz pro Kilogramm. Ein Teil des Salzes stammt vom Festland, wurde durch Erosion aus Gestein und anderen Oberflächen herausgelöst und über die Flüsse ins Meer gespült. Zudem stammt es aus Lava, die unter dem Meer aus der Erdkruste austritt. Verdunstet Meerwasser, bleibt das Salz im Meer zurück, wodurch der Salzgehalt der Meere langsam steigt.

Das Meer als Lebensraum

Wichtige Pflanzen des Meeres sind einzellige Algen, die so klein sind, dass sie mit bloßem Auge unsichtbar sind. Sie schweben im Wasser und nutzen das Sonnenlicht der oberen Wasserschichten zur Photosynthese. Forscher gehen davon aus, dass es bis zu 400.000 Algenarten auf der Welt gibt, von denen nur ein Bruchteil bereits erforscht ist. Algen sind wahre Lebensspender: Jedes zweite Sauerstoffmolekül, das wir zum Atmen brauchen, stammt aus der Photosynthese der Algen. Sie entziehen der Atmosphäre CO2 und sind damit ein wichtiger Klimafaktor. Aber nicht nur fürs Klima sind Algen unentbehrlich. Ohne sie gäbe es weder tierisches Plankton noch Krebse, Fische oder Wale.

Algen als Nahrungsmittel

Algen gewinnen auch als Nahrungsmittel für den Menschen immer mehr an Bedeutung. Weltweit stehen rund 500 Algenarten auf dem Speiseplan, besonders in Ostasien werden sie verzehrt. Als Nahrungsergänzungsmittel werden getrocknete Mikroalgen in Pillen- oder Pulverform angeboten. Als Bindemittel Carrageen stecken Algen in Puddings, Eis und Joghurts, als Stabilisator in Frischkäse, Margarine und Zahnpasta. Schätzungen besagen, dass bereits in 70 Prozent aller Lebensmittel in irgendeiner Form Algen stecken. Auch in Kosmetikprodukten und als Energie- und Kunststofflieferant werden Algen eingesetzt.

Umweltverschmutzung bedroht das einzigartige Ökosystem

Schätzungen von Forschern zufolge leben im Meer rund 2,3 Millionen Tier- und Pflanzenarten, von denen die meisten noch gar nicht entdeckt oder gar beschrieben wurden. Dabei ist besonders die Tiefsee, in der Dunkelheit und ein enormer Druck herrschen, noch weitgehend unerforscht. Bedroht wird das einzigartige Ökosystem Meer durch den Klimawandel, Überfischung und die zunehmende Umweltverschmutzung. Einer Studie zufolge landen jährlich 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr im Meer, entsprechend einer Lastwagenladung pro Minute. Der WWF geht davon aus, dass sich - wenn es so weitergeht - 2050 gewichtsmäßig betrachtet genauso viel Plastikmüll wie Fisch in den Meeren befinden.

Für die Tiere im Meer ist der Plastikmüll eine tödliche Gefahr: Weil sie ihn für Nahrung halten, landet der Abfall im Verdauungstrakt und führt letztlich dazu, dass die Tiere verhungern. Über Meeresfrüchte und Fisch landet Mikroplastik auch in unseren Mägen. Plastikmüll zerstört außerdem Lebensräume wie Korallenriffe.

Gesunde Seeluft: Reizklima hilft bei Haut- und Atemwegsproblemen

An der See, besonders an der Nordsee, herrscht ein spezielles Klima, das sogenannte Reizklima. Starker Wind, Temperaturschwankungen, salzhaltige Luft und intensive UV-Strahlung reizen das Abwehrsystem des Körpers und regen es dadurch an, sich besser gegen Belastungen und Krankheitserreger zu rüsten. So kühlt beispielsweise die frische Brise den Körper aus und animiert ihn damit dazu, Wärme zu produzieren. Salz, Jod, Magnesium und Spurenelemente in der Seeluft regen Immunreaktionen der Haut und Atemorgane an. Salzhaltige Luft gelangt bis in die Lungenbläschen und sorgt dafür, dass sich Schleim aus den Atemwegen löst. Allergiker profitieren zudem davon, dass die Luft am Meer arm an Pollen ist.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 15.06.2018 | 16:20 Uhr

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