Weihnachtsferien zwei Tage vorziehen? Tonne prüft Vorschlag

Stand: 26.10.2020 20:50 Uhr

Niedersachsens Kultusministerium prüft den Vorschlag, Schüler vor den Weihnachtsferien zwei Tage früher nach Hause zu schicken. Die Ansteckungsgefahr für ältere Verwandte soll so verringert werden.

Die Idee kommt ursprünglich von einer Schülerin. Ihr Ansatz sieht vor, dass der letzte Schultag mit Präsenzunterricht in der Schule auf Freitag, 18. Dezember, vorgezogen wird. Derzeit ist der letzte Schultag für Dienstag, 22. Dezember, vorgesehen. Dahinter steckt die Idee, dass Schüler vor dem Weihnachtsfest ihre Kontakte auf ein Minimum reduzieren, damit das Infektionsrisiko für ältere Familienmitglieder bei Treffen zu Weihnachten sinkt. Schüler könnten so vor Heiligabend sechs Tage zu Hause bleiben. Komplett frei hätten sie aber nicht: Anstelle der beiden Präsenztage sollen laut dem Vorschlag der Montag und Dienstag zu landesweiten "Homeschooling-Tagen" erklärt werden - mit verpflichtenden Aufgaben, die zu Hause erledigt werden.

Tonne: Umsetzen, wenn es als Quarantäne ausreicht

Im Kultusministerium wird der Vorschlag gerade geprüft. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) nimmt die Idee ernst. "Wenn das als präventive Quarantäne ausreicht, werden wir das umsetzen", sagte Tonne der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Koalitionspartner, die CDU, ist auf jeden Fall dafür: "Wir möchten Ängste nehmen, dass Enkel auf ihre Großeltern verzichten müssen und dass Großeltern das Weihnachtsfest alleine zu Hause begehen müssen", sagte CDU-Generalsekretär Kai Seefried.

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Auch FDP sieht Vorschlag positiv

Die Opposition steht dem Vorschlag offenbar ebenfalls positiv gegenüber, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Da die Tage vor Weihnachten ohnehin nicht mit Unterrichtsstoff vollgepackt seien, gingen auch keine relevanten Inhalte verloren, hieß es von der FDP. "Mit zwei 'Homeschooling-Tagen' direkt vor den Ferien ließe sich der Weihnachtsbesuch der Großeltern für Familien sicherer gestalten", sagte Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Er betonte allerdings, dass Kinder betreut werden müssten, wenn Eltern keine freien Tage mehr haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.10.2020 | 13:00 Uhr

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