Stand: 17.01.2019 15:56 Uhr

Studie: Feinstaub-Tote durch Landwirtschaft

Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie sterben mehr Menschen in Deutschland an Feinstaub als bisher angenommen. Demnach sollen rund 120.000 Todesfälle pro Jahr auf die Belastung zurückzuführen sein - in etwa so viele wie durch Rauchen. Als Hauptverursacher benennt die Studie die Landwirtschaft mit ihrer Massentierhaltung. Das berichtet das ARD-Magazin "Monitor".

50.000 Tote durch Ammoniak-Emissionen?

Dem Institut zufolge erreicht die Landwirtschaft einen Anteil von rund 45 Prozent an der Feinstaubbelastung. "Die Massentierhaltung führt zu Ammoniak, Ammoniak führt zu Feinstaub und Feinstaub führt zu frühzeitigen Todesfällen", erklärt Jos Lelieveld, Leiter der Studie. Die Ammoniak-Emissionen seien für rund 50.000 Todesfälle im Jahr verantwortlich - Grundlage für diese Zahl sind Erhebungen der Umweltministerien der Länder, die das Max-Planck-Institut ausgewertet hat. Ein regionaler Schwerpunkt liege im sogenannten Schweinegürtel im Landkreis Cloppenburg. Hier sei die Belastung um das Vier- bis Fünffache höher als in anderen Teilen Niedersachsens.

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Kritiker halten Zahlen für unseriös

Kritiker bezweifeln die Zahlen der Studie. Christoph Friederich vom Landvolk des Landkreises Vechta wies die Behauptung, die Landwirtschaft sei Ursache von 50.000 Toten jährlich, als spekulativ zurück. Die Lebenserwartung im Kreis Vechta beispielsweise sei gestiegen und überdurchschnittlich. Der Deutsche Bauernverband betont auf Nachfrage, man sei intensiv bemüht, die Emissionen zu reduzieren. Die Zahlen der neuen Studie bestreitet man jedoch: "An diesen Spekulationen, ich halte das für Spekulationen, beteilige ich mich nicht", sagt der Umweltbeauftrage des Verbandes, Eberhard Hartelt, gegenüber "Monitor".

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Reportage & Dokumentation | 17.01.2019 | 21:45 Uhr

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