Neun-Euro-Ticket in Niedersachsen: Gutes Angebot für Städter

Stand: 30.08.2022 12:00 Uhr

Ein bundesweites Drei-Monats-Ticket für nicht mal zehn Euro - dieses Angebot haben in Niedersachsen vor allem Menschen aus der Stadt genutzt. Landbewohner sahen in der Fahrkarte seltener Vorteile.

Besonders interessant war das Neun-Euro-Ticket für Menschen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnenden. Das hat eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap ergeben, die der NDR ihm Rahmen des Niedersachsentrends in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden mehr als 1.000 Wahlberechtigte. Demnach kauften 59 Prozent der befragten Städterinnen und Städter das Ticket. In ländlichen Gegenden und Kleinstädten war es umgekehrt, dort legten sich der Umfrage zufolge nur 32 Prozent die Fahrkarte zu. Die meisten (66 Prozent) nannten die schlechten Bus- und Bahnverbindungen an ihren Wohnorten als Grund.

Knapp 40 Prozent der Befragten kauften Neun-Euro-Ticket

Das Bild zeigt Ergebnisse einer Umfrage zum Neun-Euro-Ticket. © Infratest Dima
Besonders in ländlichen Gegenden fanden die Niedersachsen das Neun-Euro-Ticket wegen schlechter Verbindungen nicht nützlich.

Insgesamt gaben 38 Prozent der befragten Niedersachsen an, sich ein Neun-Euro-Ticket gekauft zu haben. Diejenigen, die sich kein Ticket kauften, argumentierten zu 52 Prozent eben mit schlechten Verbindungen. Von den Inhaberinnen und Inhabern ließen dagegen 55 Prozent das Auto im Alltag teilweise oder komplett stehen und nahmen für Fahrten Bus und Bahn. 51 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer gingen der Umfrage zufolge auf Reisen und Ausflüge, die sie ohne das Neun-Euro-Ticket wohl nicht gemacht hätten.

Verkehrsminister fordern mehr Investitionen in ÖPNV

Wenn ein derartiges Angebot nicht nur über den überschaubaren Zeitraum von drei Monaten bestehe, seien die Menschen bereit, ihr Auto dafür stehen zu lassen, resümierte am Montag die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz der Länder, Maike Schaefer (Grüne), bundesweite Umfrageergebnisse. Zudem müsse der Bund die Regionenförderung künftig kräftig aufstocken, damit der ÖPNV in strukturschwachen Gebieten attraktiver und zuverlässiger werde, betonte Bremens Mobilitätssenatorin. Außerdem forderte Schaefer vom Bund konkrete Vorschläge für eine Anschlusslösung. Das Neun-Euro-Ticket wird zum 1. September ungültig.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 30.08.2022 | 19:30 Uhr

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