Stand: 15.06.2020 19:15 Uhr

Naturschutzgebiete: EU-Meldefrist abgelaufen

Absterbende Moorbirkenstämme spiegeln sich im Wasser im Himmelmoor bei Quickborn.  Foto: Anja Deuble
Niedersachsen hinkt bei den FFH-Gebieten immer noch hinterher. (Themenbild)

Die Zeit ist um: Bis Montag hätte Niedersachsen Naturschutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) an die Europäische Union (EU) melden müssen. Doch das Land hat noch nicht alle dieser FFH-Gebiete ausgewiesen, die EU droht jetzt mit einer Klage. Aktuell sind es noch 88 Naturschutzgebiete, die Niedersachsen melden müsste, aber nicht kann. Dabei hatte die EU schon mehrfach Fristen verlängert. Ursprünglich sollte das Verfahren bereits vor zehn Jahren abgeschlossen sein. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) drückt jetzt auf die Tube: Nun sollen Landräte die Schutzgebiete festlegen anstatt wie bisher die Kreistage und damit die politischen Parteien, sagte Lies dem NDR in Niedersachsen.

Lies will Milliardenstrafen verhindern

Hintergrund ist die Einrichtung eines europäischen Netzes ökologischer Schutzgebiete, die im Jahr 1992 von der EU beschlossen wurde. Bis Ende 2022 will der Umweltminister durch die Neuregelung alle FFH-Gebiete an die EU melden und durch entsprechende Pläne sicherstellen, dass die Artenvielfalt in den Schutzgebieten wächst. Damit versucht Lies, drohende Milliardenstrafen zu verhindern. Der Naturschutzbund NABU kritisiert, dass sich der Zustand der Natur in vielen bereits festgelegten Gebieten verschlechtert habe. Der Landesvorsitzende Holger Buschmann befürchtet, dass die EU deswegen das Land schon bald verklagen könnte.

Weitere Informationen
Eine Biene fliegt eine Blüte an. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Umweltschützer warnen vor großem Bienensterben

Angesichts des Weltbienentages warnen Umweltschützer vor einem Massensterben der Insekten. Eine Initiative will die Artenvielfalt in Niedersachsen schützen. mehr

Eine Blaumeise blickt aus einem Nistkasten in einer Gartenanlage. © dpa Foto: Holger Hollemann

Artenschutz: NABU ruft nach schärferen Gesetzen

In Niedersachsen läuft seit kurzem ein Volksbegehren für Artenvielfalt. Der NABU fordert darüber hinaus schärfere Gesetze - etwa beim Pestizideinsatz in der Landwirtschaft. mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 15.06.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Dr. Elke Gryglewski, Geschäftsführerin Stiftung niedersächsiche Gedenkstätten, spricht im Landtag. © NDR

Gedenkstätten-Leiterin Gryglewski mahnt im Landtag

Man dürfe die Erzählung nicht mit der Befreiung beenden. Der gegenwärtige Rassismus habe Wurzeln in der Vergangenheit. mehr

Ein Senior sitzt am Schreibtisch vor einem Laptop © Fotolia.com Foto: Monkey Business

Impftermin-Vergabe: Hält das Portal dem Andrang stand?

Der Krisenstab rechnet mit Verzögerungen. Der Chaos Computer Club kritisiert das Land für schlechte Digital-Strategie. mehr

Säulen stehen vor dem Eingang des Niedersächsischen Landtags. © NDR Foto: Julius Matuschik

Jetzt live: Erste reguläre Landtags-Sitzung im Jahr 2021

Bevor die Debatten losgehen, gibt es eine Gedenkstunde für die NS-Opfer. NDR.de überträgt live im Videostream. mehr

Eine Frau frisiert einen Hund. © NDR Foto: Sabine Hausherr

Dienstleistung am Tier: Hundesalons dürfen arbeiten

So werde eine artgerechte Haltung ermöglicht, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Hundesschulen bleiben zu. mehr