Stand: 16.01.2020 09:33 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Land unterstützt fünf Regionen bei Lehrersuche

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Das Sonderprogramm richtet sich an Haupt-, Real- und Oberschulen in fünf Regionen. (Themenbild)

In ländlichen Regionen sorgt nicht nur der Ärztemangel für Probleme. Auch Lehrer sind für einen Job abseits der größeren Metropolen oft nur schwer zu begeistern. Das Kultusministerium will deshalb jetzt in fünf besonders betroffenen Regionen stärkere Anreize schaffen, um Pädagogen anzuwerben. Das von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) vorgestellte Sonderprogramm "Starke Sek I-Schulen" gilt für Haupt-, Real- und Oberschulen in Salzgitter, Wilhelmshaven, im Heidekreis sowie rund um Nienburg und Holzminden. Dort lag die Unterrichtsversorgung in den vergangenen Jahren unter dem Landesdurchschnitt. Die Teilnahme ist freiwillig, Start ist am 1. Februar.

Finanzielle Anreize für Lehrer

Die in Frage kommenden Schulen können zum Beispiel prüfen, ob Zuschläge zum Gehalt möglich sind, um Personal anzulocken. Neu eingestellten Lehrern winkt zudem eine Vergütung der Umzugskosten. Ein weiter Punkt sind Anreize, um Gymnasiallehrer für den Unterricht an Mangelschulen zu gewinnen. Lehrer, die sich verpflichten, für drei Jahre an einer Haupt-, Real- oder Oberschule unterrichten, sollen im Gegenzug eine Stelle an einem Gymnasium erhalten.

Deutliche Kritik von der Opposition

Die Opposition sieht die Initiative sehr kritisch. Es sei fraglich, ob das Programm überhaupt einen Effekt erzielen werde, sagte Grünen-Abgeordnete Julia Willie Hamburg. Strukturelle Probleme würden so nicht gelöst. FDP-Bildungsexperte Björn Försterling bemängelt, dass eine Zulage für wenige Lehrer nicht helfen würde. Die Schulen bräuchten in erster Linie Schulsozialarbeiter und pädagogische Mitarbeiter.

Verband fordert generell bessere Bezahlung

Auch nach Ansicht des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) dürfte das Sonderprogramm kaum dazu beitragen, die "desolate Unterrichtsversorgung" zu beheben. Der Lehrerberuf sei im nicht-gymnasialen Bereich zu unattraktiv. Notwendig sei eine Bezahlung mindestens nach der Besoldungsgruppe A 13, fordert der VNL.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.01.2020 | 09:00 Uhr

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