Auf einem Federmäppchen liegt eine OP-Maske, darüber hält eine Hand einen Corona-Schnelltest. © picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer Foto: Michael Bihlmayer

Kita und Schule: Niedersachsen verschärft Corona-Testregeln

Stand: 18.01.2022 20:54 Uhr

Niedersachsen will die Teststrategie für Kinder verschärfen. Künftig sollen Tests auch in Kitas Pflicht werden. An Schulen müssen sich bald auch doppelt Geimpfte und Genesene wieder testen.

"Eine Ausnahme gäbe es dann nur noch für bereits geboosterte Kinder und Jugendliche", sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstag. Bisher sind die bis mindestens Ende Januar täglichen Corona-Tests für geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler freiwillig. Das betrifft nach Informationen des NDR in Niedersachsen rund 340.000 Schülerinnen und Schüler. Grund für die ausgeweitete Testpflicht ist die Ausbreitung der wesentlich ansteckenderen Omikron-Variante.

Kita-Testpflicht soll bis Mitte Februar kommen

Eine grundsätzliche Änderung plant die Landesregierung für Kitas. Bislang waren die Corona-Tests dort freiwillig - bald sollen sie für Kinder ab drei Jahren Pflicht sein. Dies kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag an. Details sowie ein konkreter Termin blieben offen. Angestrebt sei ein Beginn Mitte Februar, sagte Tonne. Derzeit werde die Logistik geplant, damit Tests verlässlich zur Verfügung stehen. Zudem liefen noch Abstimmungen innerhalb der Landesregierung. "Sobald beides steht, wird die Testpflicht scharfgestellt", sagte Tonne.

Zahl der Pflichttests pro Woche noch offen

Für die Kinder im Vorschulalter sollen nun vor allem sogenannte Lolli-Tests beschafft werden. Details, etwa wie oft pro Woche getestet werden muss und ob die Eltern das per Unterschrift bestätigen müssen, sind noch offen. Für Krippenkinder unter drei Jahren hat das Land bisher überhaupt keine Corona-Tests zur Verfügung gestellt, auch nicht zur freiwilligen Verwendung.

Forderung von Städtetag, Grünen und ver.di

In den vergangenen Wochen hatten unter anderem der Niedersächsische Städtetag, die Gewerkschaft ver.di sowie die Grünen auf die Einführung einer Testpflicht an den Kitas gedrungen. So hatte ver.di erklärt, verpflichtende Corona-Tests schützten die Beschäftigten und Kinder, aber auch deren Eltern. Aus der Landtagsfraktion der Grünen hieß es, eine Testpflicht könne helfen, größere Corona-Ausbrüche zu verhindern. Das sei wichtig, um die Kitas offen zu halten. Manche Kommunen sind auf eigene Faust schon einen Schritt weitergegangen und haben für ihre Kitas vor Ort verbindliche Tests eingeführt.

Krisenstab: Omikron-Variante setzt sich in Niedersachsen durch

Die Coronavirus-Variante Omikron dürfte inzwischen für nahezu alle Neuinfektionen in Niedersachsen verantwortlich sein. Vergangene Woche lag der Anteil laut Corona-Krisenstab bereits bei 95 Prozent. Die meisten kreisfreien Städte und Landkreise hätten inzwischen Inzidenzwerte über 300, sagte Krisenstabsleiter Heiger Scholz während der wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag. Besonders hoch seien die Werte im Bremer Umland, besonders in Delmenhorst und Verden. Ähnlich sei es im Hamburger Umland mit dem Landkreis Harburg.

Hospitalisierungen nehmen zu: Ist Omikron der Grund?

Zudem gebe es eine veränderte Lage in Niedersachsens Krankenhäusern, so Scholz. Dem Robert Koch-Institut zufolge steige die Zahl der Hospitalisierungen wieder an. Am Dienstag lag sie mit 5,2 erstmals wieder über einem Wert von fünf. Ob die Omikron-Welle der Grund dafür ist, ist Scholz zufolge noch unklar. "Wir müssen die nächsten Tage abwarten", sagte der Krisenstabsleiter. Positiv sehe es derzeit noch bei der Intensivbettenbelegung aus. Diese sei gesunken und deute darauf hin, dass die Delta-Welle ausschleiche. Dies werde sich aber durch die fünfte Welle wieder ändern.

400.000 Niedersachsen mit Janssen-Vakzin geimpft

Den neuen Anforderungen des Bundes bei Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson sieht die Landesregierung gelassen entgegen. Als geboostert - und damit von der Testpflicht im Rahmen der 2G-Plus-Regelung befreit - gelten Menschen, die zuerst den "Janssen"-Impfstoff bekommen hatten, künftig erst nach zwei weiteren mRNA-Dosen. In Niedersachsen haben laut Krisenstab rund 400.000 Menschen den Vektorimpfstoff bekommen, ein sehr hoher Teil sei doppelt geimpft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.01.2022 | 08:00 Uhr

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