Stand: 17.01.2019 21:08 Uhr

Windrad abgebrannt - Ein Fall mit Seltenheitswert?

Nahe Uplengen: Gegen Abend ist das Feuer im Maschinenhaus des Windrads fast erloschen. Einsatzkräfte sichern die Brandstelle.

Nach dem Brand einer Windkraftanlage an der A28 im Landkreis Leer am Mittwoch ist die Ursache weiter unklar. Die Polizei geht von einem technischen Defekt aus: Anhaltspunkte für ein strafbare Handlung lägen nicht vor, teilte die Polizei Leer am Donnerstag mit. Nach Angaben des Betreibers WPD sollen Experten die zerstörte Anlage untersuchen. Es handelt sich bei dem Windrad um das Modell E66 des Auricher Herstellers Enercon, wie Sprecher Christian Schnibbe NDR.de bestätigte. Rund 20 Anlagen dieses Typs habe WPD bis 2001 aufgestellt. E66-Windräder sind laut einem Bericht der "Ostfriesen-Zeitung" im vergangenen Jahr bereits im emsländischen Rhede sowie in Holtriem (Landkreis Wittmund) in Flammen aufgegangen. Bei Enercon konnte man dazu auf Anfrage von NDR.de am Donnerstag keine Auskunft geben.

Ein Windrad in Uplengen brennt. © TeleNewsNetwork

Windrad geht in Flammen auf

In der Nähe der A28 bei Uplengen ist ein Windkraftrad in 100 Metern Höhe in Brand geraten. Zwei der Rotorblätter fielen zu Boden. Die Feuerwehr brachte den Brand unter Kontrolle.

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Rotorblätter fallen brennend zu Boden

Die Anlage hatte im Bereich des Generators Feuer gefangen. Fünf Feuerwehren mit insgesamt knapp 50 Einsatzkräften aus den Landkreisen Leer und Ammerland sicherten vor Ort im Windpark Fehnland das kontrollierte Abbrennen des Windrades. Das Maschinenhaus des Windrads befindet sich in knapp 100 Metern Höhe, die Drehleitern der Feuerwehren reichen lediglich in eine Höhe von 30 Metern. Wie WPD-Sprecher Schnibbe weiter sagte, würden die Anlagen regelmäßig gewartet. Insgesamt habe WPD als Projektentwickler und Betreiber bislang 2.264 Anlagen weltweit aufgebaut. Er wisse nur von einer Handvoll Windräder verschiedener Hersteller in knapp 20 Jahren, die gebrannt hätten.

Ein Windrad kann brennen - so wie jedes Haus

Auch Stefan Barth, Geschäftsführer des Zentrums für Windenergieforschung in Oldenburg, sagt, dass der Anteil abgebrannter Windkraftanlagen verschwindend gering sei. Die Gondeln der Windkraftanlagen seien komplexe Maschinen, die wie jedes andere technische Gerät in Brand geraten können. Wie Barth auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen ausführte, fließt viel Strom durch die Gondeln. Laufen Getriebe oder Bremsen heiß, könne das zum Brand führen. Aber auch ein Blitzeinschlag kann trotz Sicherheitsvorkehrungen ein Feuer in der Anlage entfachen - so wie bei jedem Haus. Man könne nichts bauen, was absolut sicher sei, sagte Barth.


17.01.2019 11:54 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, dass der WPD-Sprecher Christian Schnibbe im aktuellen Fall von einer Öl-Leckage als Brand-Ursache ausgeht. Das ist so nicht korrekt. Wir haben die Aussage deswegen entfernt.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 16.01.2019 | 17:30 Uhr

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