Ein Landwirt erntet auf einem staubigen Feld Kartoffeln. © picture alliance Foto: Julian Stratenschulte

Afrikanische Schweinepest und Corona setzen Landwirten zu

Stand: 27.11.2020 08:48 Uhr

Die Landwirtschaft in Niedersachsen hat schwer mit Corona und dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest zu kämpfen. Laut Landwirtschaftskammer müssen viele Bauern massive Verluste hinnehmen.

Mit dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland im September brach der Markt für Schweinefleisch zusammen. Zuvor hatten die Fleischerzeuger in Niedersachsen vor allem durch den Export ihrer Produkte nach China fast dreimal so verdient wie im Vorjahr.

Viele Betriebe erwirtschaften weniger als 30.000 Euro

Zudem verschärft die Corona-Pandemie die Situation vieler Bauern. Denn nicht bei allen Betrieben lief es so gut wie bei den Schweinehaltern, so Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Schwetje. Vor allem die Milchbauern verdienen seit Jahren immer weniger Geld. Ein Drittel aller Betriebe in Niedersachsen erwirtschaftete laut Schwetje weniger als 30.000 Euro. Davon müssten sie aber auch noch Steuern, Versicherungen und neue Maschinen bezahlen. Viele arbeiten unter dem Mindestlohn, so der Kammerpräsident.

Höhere Preise für Erzeugnisse gefordert

Schwetje sprach sich dafür aus, dass mehr Geld für die Erzeugnisse aus der Landwirtschaft bezahlt werden müsse. Sollte sich die Lage nicht bald entspannen, müssten viele kleinere und mittlere Betriebe aufgeben, so Schwetje.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.11.2020 | 08:00 Uhr

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