Zeitzeichen

17. August 1955

Montag, 17. August 2020, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Das Gesetz über das Kassenarztrecht wird verabschiedet
Ein Beitrag von Martina Meißner (WDR)

Als Bundespräsident Theodor Heuss am 17. August 1955 das Gesetz über das Kassenarztrecht unterzeichnete, war das der vorläufige Schlusspunkt einer langjährigen Auseinandersetzung um die Fragen, welche Regelungen für die Beziehung zwischen Ärzten und Krankenkassen gelten sollen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs funktionierte die kassenärztliche Versorgung in den drei Westzonen zunächst auf der Grundlage der in den Jahren 1931/32 erfolgten Vereinbarungen zwischen Ärzten und Krankenkassen weiter. Allerdings existierte nicht mehr der gemeinsam von Ärzten und Krankenkassen besetzte Reichsausschuss. Das war die zentrale Instanz zur Regelung der Vertragsbeziehungen zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen. Ein neues Gesetz musste her. Da wurde unter anderem festgelegt, dass Schiedsämter Honorarstreitigkeiten zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen schlichten sollten. Und für die Patienten wurde zum ersten Mal das Recht auf freie Arztwahl verankert.