Ein geplatzter Ingenieurstraum
War es Größenwahnsinn oder wollte man vor 25 Jahren mit dem damals weltgrößten Windrad der Zeit voraus sein? Was damals an Schleswig-Holsteins Westküste mit großen Hoffnungen an den Start ging, war ein absolutes Novum. Es trug den Kunstnamen "Growian", eine verkürzte Form von Große Windenergieanlage.
Mit der Suche nach alternativen Energien wollte man damals die Renaissance der Windmühlen als umweltfreundliche Kraftwerke für alternativen Strom herbeiführen. Mit dem Riesen Growian betrat man vor 25 Jahren Neuland, mitten in Dithmarschen, auf dem Kaiser-Wilhelmkoog bei Marne.
Dort wo Umwelt- und Wissenschaftsminister, Präsidenten und andere Politiker sich die Klinke in die Hand gaben, zeugt heute, zwischen grünem Marschland, Deichen und Schafen, nicht mehr als ein Betonsockel vom "Weltruhm" des einstigen Windriesen Growian. Von dem 350 Tonnen schweren Stahlrohrmast, auf dessen Spitze in 100 Metern Höhe ein 340 Tonnen schweres Maschinenhaus saß, ist ebenso nichts mehr zu sehen wie von den beiden 50 Meter langen Rotorblättern.
