Sendedatum: 30.10.2011 17:30 Uhr  | Archiv

Türkische Gastarbeiterinnen in Deutschland

Eine Sendung von Reiner Scholz

Zwei türkische Teegläser. © picture-alliance/ dpa Foto: Frank May
Die "Gastarbeiterinnen" der ersten Stunde erzählen einige Geschichten, die aus heutiger Sicht sehr merkwürdig klingen.

Sevgi Gülgün kann sich noch sehr genau an den Tag erinnern, an dem sie nach Deutschland kam: Es war der 20. Juli 1973. Sie kam allein, ihr Mann blieb in Anatolien. Darin war sie keine Ausnahme. Das "Anwerbeabkommen", das Deutschland und die Türkei vor 50 Jahren im Oktober 1961 unterzeichneten, sah ausdrücklich auch die Vermittlung türkischer Frauen vor.

Schnell Geld verdienen und zurück in die Türkei

Bald kamen immer mehr junge Türkinnen nach "Almanya". Irgendwann waren es 150.000, viele alleinstehend, etliche ließen Mann und Kinder in der Türkei zurück. Sie schliefen in Wohnheimen, arbeiteten häufig hart im Drei-Schicht-Betrieb in Elektro-, Konserven- oder Fischfabriken. Ihre Fingerfertigkeit und ihre Ausdauer waren sehr gefragt. Ihr Ziel: schnell Geld verdienen und dann zurück in die Türkei. Doch es kam für die meisten ganz anders.

Das "Anwerbeabkommen" hat Deutschland nachhaltig verändert. Einen wichtigen - häufig kaum beachteten - Anteil daran hatten und haben die "Gastarbeiterinnen" der ersten Stunde. Ihr Leben ist eine Fundgrube kleiner und großer, trauriger und anrührender Geschichten.

Das Frauenforum am Sonntag, 30. Oktober 2011 um 17.30 Uhr auf NDR Info.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | | 30.10.2011 | 17:30 Uhr