Sendedatum: 26.09.2010 17:30 Uhr  | Archiv

Von jetzt an ohne Kopftuch

Die zwei Leben einer Muslimin

Muslime in Deutschland © dpa-Bildfunk
Muslimische Frauen in Deutschland.

Im Alter von 44 Jahren entscheidet sich die Deutschtürkin Emel Zeynelabidin, ihr Kopftuch abzulegen. Eine Sünde. Und: eine Provokation! So empfinden es viele Mitglieder der muslimischen Gemeinde und auch einige Familienmitglieder.

Ihr Vater war Mitbegründer des muslimischen - manche sagen: fundamentalistischen - Verbandes Mili Görüs in Deutschland. Vielen gilt Emel Zeynelabidin bis zu ihrer Entscheidung als vorbildliche Muslimin: Sie ist engagiert in der Gemeinde, Vorsitzende eines islamischen Frauenverbandes, ihr Ehemann vom Vater ausgesucht. Die Kopftuchdebatte in Deutschland löst bei Emel Zeynelabidins Fragen zum Frauenbild im Islam aus. Schließlich entscheidet sie sich, Haare und Hals nicht länger zu verhüllen.

Emel Zeynelabidin erzählt von den Freiheiten, die sie sich durch ihren Schritt erobert, aber auch von der psychischen Gewalt, die muslimischen Frauen angetan wird, wenn sie sich gegen das Kopftuch entscheiden: von Isolation, Verleumdung und Drohungen. Sie berichtet von ihrer Auseinandersetzung mit Regeln und Traditionen im Islam, wie sich das Verhältnis zu ihren sechs Kindern veränderte - und welche Position die deutsche Politik künftig in der Auseinandersetzung mit dem Kopftuch einnehmen sollte.

Das Frauenforum am Sonntag um 17.30 Uhr auf NDR Info.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | | 26.09.2010 | 17:30 Uhr

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