Zeitzeichen

23. September 1728

Sonntag, 23. September 2018, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

Der Todestag des Juristen und Philosophen Christian Thomasius
Ein Beitrag von Claudia Friedrich (WDR)

Christian Thomasius war Rebell und Reformer, ein Frühaufklärer und Querdenker. Entschieden sprach er sich für die Trennung von Kirche und Staat aus. Den Glauben an den Teufel jagte er zum Teufel und entzog damit dem Hexenwahn sein wichtigstes Fundament.

Er appellierte an die Freiheit des Denkens, fast 100 Jahre, bevor Immanuel Kant die Definition von der Überwindung des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit formulierte. Geboren in Leipzig am 1. Januar 1655, studierte Christian Thomasius Philosophie und Jura. Später war er selbst Hochschulprofessor und Mitbegründer der Universität in Halle, einer der fortschrittlichsten Bildungstempel in Deutschland. Nicht in schwarzem Talar, sondern in bunten Anzügen und mit Kavaliersdegen stand er vor seinen Studenten, heißt es. Er war der erste Gelehrte, der eine Vorlesung auf Deutsch statt auf Latein abhielt. Mit einer Monatszeitschrift begründete er den Journalismus. Und er bewirkte, dass Friedrich der Große Folter und Hexenprozesse in Preußen abschaffte.