Stand: 24.08.2016 19:50 Uhr  | Archiv

Archäologen erforschen die Keimzelle von Gehrden

von Maximilan Hett

Hier ein paar Steinbrocken, dort ein paar wandähnliche Hervorhebungen im Boden - es sieht nach einer ganz normalen Baustelle aus im Stadtkern von Gehrden (Region Hannover). Auf dem Gelände stand bis vor Kurzem ein Supermarkt, jetzt wirkt die frei gewordene Fläche recht unscheinbar. Für den Laien ist es schwer vorstellbar, dass an dieser Stelle einmal ein Befestigungswall stand, außerdem ein Haus mit Keller und später eine Scheune. Doch der Boden vergisst nichts. Deshalb ist der Platz so wertvoll für Archäologen wie Ute Bartelt.

Hoffnung auf Funde, die Geschichte lebendig machen

"Richtig spannend ist natürlich, die Anfänge einer solchen Siedlung zu erfassen", sagte die Kommunalarchäologin NDR 1 Niedersachsen. Sie hoffe, bei der Grabung nahe der Margarethenkirche auf solche Überreste des frühen Gehrden zu stoßen. Bislang gebe es über die Anfangszeit nur Informationen aus einigen wenigen Schriftquellen. Ausgrabungen hätten einen entscheidenden Vorteil: Sie lassen Rückschlüsse auf Menschen aller Bevölkerungsgruppen zu. "Hier werden wir alle Leute, alle Schichten, alle Altersschichten antreffen", schildert Bartelt den Reiz der Archäologie. Unter den Funden ist beispielsweise ein Kinderspielzeug, eine aus Ton gebrannte Ritterfigur. Sie ist der bislang älteste Fund und stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert.

Die Grabungen in Gehrden dauern noch bis 2018, dann rollen die Bagger an. Auf dem Gelände sollen Wohnungen entstehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 24.08.2016 | 17:00 Uhr

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