Stand: 26.04.2019 11:15 Uhr

Klimawandel: Das Glossar von A bis Z

Atmosphäre

Die Atmosphäre ist eine gasförmige Hülle, die den Planeten Erde umgibt und vor schädlicher Strahlung aus dem Weltraum schützt. Die in ihr enthaltenen Treibhausgase sorgen durch einen natürlichen Treibhauseffekt für eine Temperatur an der Erdoberfläche, die Leben ermöglicht. Die Atmosphäre besteht zum größten Teil aus Stickstoff (78,1 Prozent) und Sauerstoff (20,9 Prozent) und zu gut einem Prozent aus Argon (0,93 Prozent) sowie Spurengase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O) und Ozon (O3). Bis zu 10.000 Kilometer hoch reichen die fünf unterschiedlichen Schichten der Erdatmosphäre: Troposphäre (bis zu 15 Kilometer Höhe), Stratosphäre (15 bis 50 km), Mesosphäre (50 bis 85 km), Thermosphäre (85 bis 500 km) und der anschließenden Exosphäre, dem Übergang zum Weltall. Das Wetter spielt sich hauptsächlich in der Troposphäre ab.

CO2 - Äquivalent (CO2eq)

Treibhausgase tragen in unterschiedlichen Maßen in unterschiedlichen Zeiträumen zum Treibhauseffekt bei. Um die Auswirkungen ihres globalen Erwärmungspotenzials (Global Warming Potential - GWP) vergleichbar zu machen, werden diese entsprechend ihres GWP in CO2-Äquivalente in der Maßeinheit CO2eg umgerechnet. Methan (CH4) hat beispielsweise im Vergleich zu Kohlendioxid (CO2) einen etwa 21-fach höheren Wert (bei zeitlich kürzerer Wirksamkeit). (Quelle: IPPC14)

CO2-Rechner / Ökologischer Fußabdruck

Essen und Trinken, Wohnen, Leben und Reisen: Unser Konsum hat Folgen für die Umwelt. Es gibt zwei Rechenmodelle, die das Verbraucherverhalten aufzeigen: Der CO2-Rechner verdeutlicht die Kohlendioxid-Emissionen, die ein Mensch durch seine persönliche Lebensweise erzeugt. Der ökologische Fußabdruck visualisiert die Fläche, die ein Mensch beansprucht, um seinen persönlichen Bedarf an Lebensmitteln und Konsumgütern zu decken. Dieser Verbrauch wird den auf der Erde vorhandenen Kapazitäten gegenübergestellt. Dabei geht es nicht nur um die Produktion von Produkten, sondern auch um deren Entsorgung.

Distickstoffmonoxid (N20), Lachgas

Distickstoffmonoxid (N2O), auch als Lachgas bezeichnet, gehört zu den Gasen, die verstärkt zum Treibhauseffekt beitragen und zudem die Ozonschicht schädigen. Neben natürlichen gibt es menschengemachte (anthropogene) Quellen zum Beispiel in der Landwirtschaft: Hier sorgen Düngemittel für den Anstieg von N2O (durch Zersetzung und Umwandlung von Stickstoffdüngern). (Quelle: IPPC14)

Emissionen

Als Emission wird der Ausstoß von Gasen und Stoffen bezeichnet, die die Luft verunreinigen oder auch zum Klimawandel beitragen. Unter anderem sind Verkehr, Industrieanlagen und Landwirtschaft Quellen für Schadstoff-Emissionen, die die Umwelt belasten. Für einige dieser Gase gibt es auch natürliche Quellen zum Beispiel Tiere (Methan) oder Vulkane (Kohlendioxid).

Emissionshandel / Emissionsrecht

In der Europäischen Union gibt es den "Handel" mit Emissionen zum Schutz der Umwelt seit 2005. Die EU legt dazu eine Gesamtmenge von Treibhausgas-Emissionen für einen bestimmten Zeitraum innerhalb der EU fest. Wer die Umwelt mit Schadstoffen belastet, muss dafür Rechte zum Ausstoß bestimmter Schadstoff-Mengen erwerben. Unternehmen können diese Emissionszertifikate auch weiterverkaufen, wenn sie weniger als die erlaubte Menge an Treibhausgas-Emissionen ausstoßen. Die zuständige Behörde ist hierzulande die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt. Seit 2008 werden Emissionen auch international gehandelt, Regeln und Richtlinien für den weltweiten Handel sind im Kyoto-Protokoll definiert.

Kipp-Punkte

Das globale Klimasystem ist sehr komplex. Wenn Teile des Systems sich stark verändern und nicht mehr funktionieren, werden weitere Prozesse in Gang gesetzt, ähnlich wie bei kippenden Dominosteinen. Es kann zu abrupten Klimaänderungen kommen und zu Prozessen, die nicht mehr umkehrbar sind. Beispiele für diese Kipp-Punkte sind das Abschmelzen des Grönländischen Eisschildes, das Auftauen der Permafrostböden etwa in Sibirien oder Kanada sowie der Kollaps des Regenwaldes im Amazonas. (Quelle: Umweltbundesamt: Kipp-Punkte im Klimasystem)

Klima

Das Klima beschreibt das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum in einer bestimmten geografischen Region. Bei diesem Zeitraum, der sogenannten Normalperiode, handelt es sich im Allgemeinen um 30 Jahre. Ändern sich die statistischen Mittelwerte für Temperatur, Wind oder Regen über einen längeren Zeitraum (Jahrzehnte oder länger), spricht man von einer Klimaänderung.

Klimakonferenzen

Schon seit 1979 hat die internationale Staatengemeinschaft den Klimaschutz auf ihrer Agenda: Damals fand in Genf die erste "Weltklimakonferenz" statt. 1992 wurde in Rio de Janeiro die UN-Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) unterzeichnet. 197 Vertragspartner gibt es zurzeit, die sich jährlich zu Konferenzen (Conferences of the Parties, COP) treffen.

Kohlendioxid (CO2)

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Kohlendioxid (CO2) ist ein Gas, das aus Kohlen- und Sauerstoff besteht und ein natürlicher Bestandteil der Luft ist. Es entsteht unter anderem bei der Atmung von Lebewesen, der Verbrennung fossiler und biologischer Brennstoffe sowie bei industriellen Prozessen. Kohlendioxid gehört zu den Treibhausgasen in der Atmosphäre. Durch den nachgewiesenen vom Menschen verursachten (anthropogenen) Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre verändert sich das Klima, die globale Erwärmung nimmt zu. Ozeane, Wälder und Moore sind wichtige Kohlenstoffspeicher: Sie nehmen Kohlendioxid auf, speichern das Treibhausgas und wirken damit der globalen Erwärmung entgegen.

Kyoto-Protokoll

Auf der dritten Klimakonferenz (GOP-3) in Kyoto wurden 1997 erstmalig verbindliche Regeln für den Ausstoß von Treibhausgasen festgelegt: Die Vertragspartner verpflichteten sich, die jährlichen Emissionen um rund fünf Prozent zu reduzieren. Diese erste Verpflichtungsperiode galt bis 2012. Die Verlängerung für eine zweite Verpflichtungsperiode bis 2020 wurde auf dem Klimagipfel in Doha (im Emirat Katar) 2012 entschieden.

Methan (CH4)

Methan (CH4) ist ein Hauptbestandteil von Erdgas und gehört zu den Treibhausgasen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Klimaänderung haben. Es entsteht bei Zersetzungsprozessen von organischem Material wie zum Beispiel in der Land- und Abfallwirtschaft, in der Viehzucht, beim Reisanbau oder beim Fracking (Aufsprengung von Gestein zur Förderung von Erdgas).

Ozon (O3)

Ozon (O3) kommt in den unterschiedlichen Schichten der Erdatmosphäre vor: In der Stratosphäre schützt Ozon vor schädlichen Sonnenstrahlen, in der Troposphäre gehört es zu den Gasen, die den Treibhauseffekt verstärken. Ozon bildet sich in der Troposphäre durch photochemische (durch Licht bewirkte) Prozesse unter Beteiligung unter anderem von Sauerstoff und Stickoxiden.

Treibhausgase

Treibhausgase nehmen einen Teil der Wärmestrahlung der Sonne auf und reflektieren diese zum Teil zurück zur Erdoberfläche. Der natürliche Treibhauseffekt sorgt für die lebenswichtige globale Mitteltemperatur von 15 Grad Celsius. Zu den wichtigsten atmosphärischen Treibhausgasen gehören neben Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N20 - Lachgas) und Ozon (O3). Ihre unterschiedlichen Verweildauern und Auswirkungen werden zur besseren Vergleichbar mit dem CO2-Äquivalent berechnet.

Treibhauseffekt

Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde unbewohnbar, es wäre viel zu kalt. Die globale Mitteltemperatur läge bei -18 Grad Celsius. Wenn kurzwellige Sonnenstrahlung auf die Erdoberfläche trifft, wird ein Teil der Wärme aufgenommen, ein Teil der Strahlung wieder reflektiert. Dabei handelt es sich um langwellige Infrarotstrahlung. Auf dem Weg in Richtung Weltall nehmen Treibhausgase in der Atmosphäre - wie in einem Gewächshaus - diese Strahlung zum Teil auf und senden sie zurück zur Erdoberfläche, wo sie diese erwärmen. Menschen verstärken diesen natürlichen Treibhauseffekt durch das Freisetzen von Treibhausgasen zum Beispiel beim Verbrennen von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Seit Beginn der Industrialisierung hat die Konzentration von anthropogenen (vom Menschen verursacht) Treibhausgasen, hauptsächlich Kohlendioxid (CO2), stark zugenommen: Die globalen Temperaturen steigen, Klimaänderungen sind die Folge. (Quelle: Klimanavigator)

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Weltklimarat - Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)

1988 haben sich internationale Wissenschaftler zum sogenannten Weltklimarat zusammengefunden. Das "Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)" trägt aktuelle Ergebnisse aus der Forschung zusammen und bewertet diese. Die Sachstandsberichte und Veröffentlichungen des IPCC sind eine wichtige Basis für Entscheidungen von Politik, Wirtschaft und Lehre. In fünf- bis siebenjährigen Abständen veröffentlicht der Rat einen Weltklimabericht (Sachstandsbericht). Das Umweltbundesamt fasst die Ergebnisse des fünften Sachstandsbericht von 2013-14 zusammen: Das Klima ändert sich und mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100 Prozent ist der menschliche Einfluss Hauptursache der globalen Erwärmung.

Wetter

Sonnenschein, Regen, Sturm oder Schnee: Wetter ist örtlich und zeitlich begrenzt. Temperatur, Bewölkung, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Windrichtung und -geschwindigkeit charakterisieren das Wetter und liefern Wetterdaten. Eine Wetterlage beschreibt das Wetter von Tag zu Tag, die Witterung das Wetter über mehrere Tage bis hin zu einer Jahreszeit, das Klima betrachtet Wetterdaten über längere Zeiträume. Das Wetter spielt sich hauptsächlich in der Troposphäre ab.

Zwei-Grad-Grenze / Zwei-Grad-Ziel

Auf der 21. Klimakonferenz 2015 in Paris (GOP-21) wurde die "Zwei-Grad-Grenze" beschlossen: Im globalen Mittel darf die Erderwärmung um nicht mehr als zwei Grad Celsius zunehmen (in Bezug auf vorindustrielle Werte). Steigen die Temperaturen ungebremst weiter, steigen auch die Risiken schwerer ökologischer und ökonomischer Schäden durch Überschwemmungen, Stürme und Dürren.

Dieses Thema im Programm:

Die Reportage | 30.08.2019 | 21:15 Uhr

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