Stand: 15.02.2016 10:09 Uhr  | Archiv

Untergewicht erkennen und behandeln

Diagnose

Der BMI wird berechnet, indem man das eigene Körpergewicht durch das Quadrat seiner Körpergröße in Metern teilt. Beispiel: Ein Mann ist 1,82 Meter groß und 61 Kilo schwer - er hat einen BMI von 61 : (1,82 x 1,82) = 18,4. Das bedeutet: Sein BMI liegt unterhalb des Normalgewichts, er ist untergewichtig. Der Arzt kann mithilfe einer Spezialwaage mit elektrischer Widerstandsmessung, der sogenannten bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA), zudem den Anteil an Fett- und Muskelmasse im Körper feststellen. Diese Messung gibt ein genaueres Bild über den Ernährungszustand als der reine BMI-Wert.

Um zu ermitteln, ob neben dem Untergewicht eine Mangelernährung vorliegt, wird der Arzt Blut abnehmen und den Status an Vitaminen und Mineralstoffen im Labor untersuchen lassen. Die Nüchternblutwerte können auch auf eine Schilddrüsenfehlfunktion oder andere mögliche Ursachen des Untergewichts hinweisen.

Therapie

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Sahnige Fruchtshakes liefern Eiweiß und Kalzium, die Untergewichtige für ihre Muskeln und Knochen brauchen.

Ziel der Ernährungstherapie ist eine langfristige Gewichtszunahme - auf Grundlage einer Kalorienzufuhr von 2.500 bis 3.000 Kalorien pro Tag. In erster Linie ist das durch eine vollwertige Kost mit höherer Kaloriendichte zu erreichen, weniger durch eine größere Nahrungsmenge. Basis der Ernährung sollten Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sein, die mit frischem Seefisch, Eiern und fettreichen Milchprodukten ergänzt werden. Untergewichtige Krebspatienten profitieren gleich doppelt von Fisch, denn er enthält L-Carnitin. Studien haben gezeigt, dass dieser Eiweiß-Baustein nach einem Tumor der Bauchspeicheldrüse die Gewichtszunahme fördert.

Milch, Sahne und Quark enthalten Eiweiß, das wir für den Erhalt unserer Muskeln brauchen, und Kalzium für die Knochen. Untergewichtige Menschen, auch jüngere, haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und damit für Knochenbrüche. Gutes Eiweiß steckt auch in Hülsenfrüchten wie Erbsen, Linsen und Bohnen, in Nüssen und Samen.

Gleichzeitig sind hochwertige Pflanzenöle wichtig, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Sie stärken das Immunsystem.

Eine weitere entscheidende Säule der Therapie ist regelmäßige Bewegung. Nur wenn der Körper genügend Sauerstoff aufgenimmt, wird auch die Nahrung richtig verstoffwechselt. Lungenkranke sollten zusätzlich ein spezielles Atemtraining machen, denn eine falsche oder ineffektive Atmung kostet den Körper Energie, sodass er nicht zunehmen kann.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 15.02.2016 | 21:00 Uhr

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Ernährungs-Therapie

Ernährung bei Untergewicht

Mit der Zufuhr von 2.500 bis 3.000 Kalorien pro Tag wird eine langfristige Gewichtszunahme erreicht. Vollwertige Kost mit hoher Kaloriendichte ist der Schlüssel zum Erfolg. mehr

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