Stand: 14.09.2020 17:56 Uhr

Zweitmeinung: Unnötige OP an Rücken und Gelenken verhindern

Mann hält sich ein schmerzendes Knie, das schematisch rot eingefärbt ist. © Fotolia.com Foto: underdogstudio
Bei starken Schmerzen setzen viele Betroffene große Hoffnungen auf eine Operation.

Viel zu häufig werden in Deutschland Wirbel versteift, künstliche Kniegelenke und Hüftprothesen eingesetzt und Gelenke gespiegelt. Dabei führen die Operationen nicht immer zum gewünschten Ergebnis: Oft dauert der Heilungsprozess nach der OP lang und die Nebenwirkungen durch die Narkose und den Eingriff sind schwerwiegend.

Wer ständig unter Schmerzen leidet, nimmt die Risiken einer Operation in Kauf, wenn der Arzt dazu rät. Doch in vielen Fällen ist es sinnvoll, vor einer OP eine Zweitmeinung einzuholen. Viele Krankenkassen vermitteln dafür Termine in einem Schmerzzentrum.

Viele OPs sind nicht erforderlich

Eine Langzeitstudie zeigt: 80 Prozent der Menschen, die einen Gelenkersatz bekommen sollten und nach einer Zweitmeinung in einem spezialisierten Zentrum gefragt haben, mussten nicht operiert werden. Bei Menschen, denen eine Rücken-OP empfohlen wurde, sind es sogar 92 Prozent.

Wenn der Arzt zu einer OP an den Gelenken oder am Rücken rät, sollten Betroffene zunächst andere Maßnahmen ausprobieren, um die Beschwerden zu lindern. Sie sollten sich dabei nicht vom Röntgenbild eines kaputten Gelenks Angst machen lassen, sagen Experten: Wichtig sei es, dass Betroffene im Alltag gut zurechtkommen und keine Schmerzen haben. Danach sollte auch der Arzt entscheiden, ob eine OP nötig ist.

Alternativen zur OP

Bei einem Bandscheibenvorfall können oftmals Schmerzmittel, Entspannungstherapie und eine Physiotherapie helfen, die Beschwerden zu lindern und eine OP zu vermeiden.

Der Einsatz einer Knieprothese lässt sich oft mit mit Spritzen, Schmerzmitteln und anschließender Physiotherapie verhindern.

Bei einer Hüftarthrose strahlen typischerweise Schmerzen in die Leistengegend aus. Vor einer Hüft-OP sollte sichergestellt sein, dass die Beschwerden nicht von den Muskeln ausgehen. Denn dann wäre eine Operation überflüssig. Bei Arthrose kann eine gezielte Physiotherapie die Entzündung stoppen und das Hüftgelenk stabilisieren. Viele Übungen kann man nach Anleitung sogar zu Hause durchführen. Halten die Schmerzen an, ist die Arthrose womöglich zu weit fortgeschritten und ein Gelenkersatz ist unvermeidbar.

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Junge Frau beim Rückentraining. © fotolia.com Foto: Kzenon/fotolia

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Experten zum Thema

Dr. Edzard Schröter,
Zentrum für Schmerzmedizin Hannover
Aegidientorplatz 2b
30159 Hannover
(0511) 850365-0
schmerzmedizin-hannover.de

Dr. Stefan Schröter, Neurochirurg
Neurochirurgische Praxis am Roten Turm
Löbdergraben 28
07743 Jena
www.neurochirurgie-praxis-jena.de

Dr. Steffen Oehme, Chefarzt
Gelenkzentrum
Orthopädie und Unfallchirurgie
imland Klinik Eckernförde
Schleswiger Straße 114-116
24340 Eckernförde
www.imland.de

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Hartmut Göbel, Facharzt für Neurologie, spezielle Schmerztherapie, Psychotherapie
Schmerzklinik Kiel
Heikendorfer Weg 9-27
24149 Kiel
(0431) 200 99-0
www.schmerzklinik.de

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Visite | 15.09.2020 | 20:15 Uhr

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