Stand: 09.06.2020 12:14 Uhr  - Visite

Wechseljahre: Was hilft bei Gelenkschmerzen?

Bild vergrößern
In den Wechseljahren leiden viele Frauen an Gelenkschmerzen.

In den Wechseljahren leiden viele Frauen nicht nur unter Schlafstörungen und Schweißausbrüchen, sondern auch an Gelenkschmerzen, etwa in den Schultern oder Fingern. Die Beschwerden treten auch bei sportlich aktiven Frauen auf, vor allem morgens nach dem Aufstehen. Die Ursache ist häufig nicht etwa eine altersbedingte Abnutzung der Gelenke, wie viele vermuten, sondern ein Östrogenmangel.

Wechseljahre: Was hilft bei Gelenkschmerzen?

Visite -

Frauen in den Wechseljahren leiden oft an Gelenkschmerzen, etwa in Schultern oder Fingern. Die Ursache ist oft ein Mangel am Hormon Östrogen. Was hilft gegen die Beschwerden?

3,96 bei 27 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Wirkung von Östrogen auf die Gelenke

Ein Sinken des Östrogenspiegels kann ähnliche Symptome hervorrufen wie Rheuma, Arthrose oder Gicht. Dafür gibt es vor allem diese Gründe:

  • Östrogene haben einen entscheidenden Einfluss auf die Ernährung des Gelenkknorpels: Sie sind maßgeblich daran beteiligt, wie viel Wasser der Körper speichert und wie gut die Gelenkinnenhäute damit versorgt werden. Ein Östrogenmangel macht das Gelenk angreifbar für Entzündungen und den Knorpel anfälliger für Abnutzung.

  • Manche Immunzellen sind auf Östrogene angewiesen, um die Gelenke vor Entzündungen zu schützen.

  • Östrogene wirken schmerzlindernd. Der Effekt lässt in den Wechseljahren nach, sodass Schmerzimpulse direkt weitergeleitet und stärker empfunden werden. Je tiefer der Hormonspiegel sinkt, umso heftiger fühlen Frauen Schmerzen.

Im Gespräch
05:17
Visite

Wechseljahre: Gelenkschmerzen durch Östrogenmangel

Visite

Eine häufige Ursache für Gelenkschmerzen in den Wechseljahren ist Östrogenmangel. Was gegen die Beschwerden helfen kann, erklärt der Orthopäde Dr. Ralf Oheim. Video (05:17 min)

Östrogenmangel in den Wechseljahren als Ursache erkennen

Um einen Östrogenmangel als Ursache von Gelenkbeschwerden zu erkennen, kommt es vor allem auf die Krankengeschichte an: Hatte die Frau zuvor nie Probleme mit ihren Gelenken und fingen die Gelenkschmerzen mit dem Ausbleiben der Regelblutung an, ist der Östrogenmangel meist die Ursache. Dennoch sollte der Arzt Arthrose, Rheuma oder Gicht als mögliche Ursache ausschließen.

Schmerzen lindern durch Hormonersatztherapie

Gewissheit bringt eine hochdosierte Hormonersatztherapie über etwa drei Monate. Nimmt der Schmerz unter dem Einfluss der Hormone ab, sind die fehlenden Östrogene für die Beschwerden verantwortlich.

Auch wenn die heute in der Hormonersatztherapie eingesetzten Wirkstoffe, Dosierungen und Darreichungsformen besser und sicherer sind als vor 30 Jahren, sind Hormonpräparate bei langfristiger Anwendung mit mehr oder weniger erhöhten Risiken für Brustkrebs, Thrombose und Schlaganfall verbunden. Deshalb müssen die Betroffenen mit ihrem Arzt abwägen, ob die Schmerzen oder die Angst vor Risiken schwerer wiegen und wie sich die Risiken gegebenenfalls reduzieren lassen, zum Beispiel durch die risikoärmere Östrogengabe über die Haut in Form von Gel.

Linderung mit sanften Mitteln      

Um Gelenkschmerzen in den Wechseljahren zu reduzieren, ist nicht in jedem Fall eine Hormonersatztherapie erforderlich:

  • Schmerzen die großen Gelenke wie Knie oder Hüfte, können Akupunktur, Krankengymnastik und Fischölkapseln hilfreich sein.

  • Bei kleineren Gelenken, zum Beispiel den Fingern, hilft oft schon eine Selbstmassage mit Pfefferminz- oder Rosmarinöl. Pfefferminzöl kühlt, wenn sich das Gelenk warm anfühlt und geschwollen ist. Fühlt sich das Gelenk steif an, lindert Rosmarinöl durch Anregung der Durchblutung.

Gelenkschmerzen mit Ernährung lindern

Viel Gemüse und das Würzmittel Kurkuma verschaffen ebenfalls Linderung. Das Curcumin der Kurkumawurzel wirkt antientzündlich und auch grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold und Feldsalat enthält schmerzlindernde Wirkstoffe.

Tägliche Bewegung ist wichtig für die Gelenke

Auch regelmäßige körperliche Bewegung kann bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren helfen. Empfehlenswert sind tägliche gelenkschonende Aktivitäten wie Yoga, Gymnastik, Radfahren oder Spaziergänge. Sie sorgen dafür, dass die Gelenke ausreichend bewegt werden. Das ist wichtig, damit ein Austausch der Gelenkflüssigkeit erfolgen kann und Knorpel, Knochen und Bindegewebe ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden.

Weitere Informationen

Schlafstörungen ab 50: Was hilft?

Schlafstörungen treten häufig ab einem Alter von 50 Jahren auf. Ein Ursache dafür sind Alterungsprozesse in den Zellen. Was hilft bei gestörtem Schlaf? mehr

Hormontherapie: Wie stark steigt Brustkrebsrisiko?

In den Wechseljahren haben viele Frauen Beschwerden. Hormonpräparate können die Symptome lindern. Doch wie stark erhöhen die Therapien das Brustkrebsrisiko? mehr

Wechseljahre: Ernährung lindert Beschwerden

In den Wechseljahren leiden viele Frauen an Schlafstörungen, Schweißausbrüchen und Hitzewallungen. Viele Beschwerden lassen sich mit der richtigen Ernährung lindern. mehr

Experten zum Thema

Prof. Dr. Ralf Oheim, Oberarzt
Institut für Osteologie und Biomechanik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Lottestraße 59
22529 Hamburg
(040) 74 10-562 42
www.uke.de

Dr. Katrin Schaudig, Gynäkologin
Hormone Hamburg
Praxis für gynäkologische Endokrinologie
Altonaer Straße 59
20357 Hamburg
www.hormone-hamburg.de

Andreas Lenhard, Facharzt für Gynäkologie
Kirchstraße 31
23795 Bad Segeberg
(04551) 3303
www.frauenarzt-badsegeberg.com

Weitere Informationen
Informationsportal eines Herstellers von Hormonpräparaten
wechseljahre-verstehen.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 09.06.2020 | 20:15 Uhr