Stand: 31.07.2018 11:02 Uhr  | Archiv

Sodbrennen und Übelkeit durch Zwerchfellbruch

Das Zwerchfell (rot) liegt über dem Magen und kontrolliert die Atmung. © NDR
Das Zwerchfell liegt über dem Magen und kontrolliert die Atmung.

Wenn ein Zwerchfellbruch, die sogenannte Hiatus-Hernie, zu Sodbrennen, Übelkeit und Schmerzen führt, muss operiert werden. Doch viele Betroffene bekommen jahrelang nur Magentabletten, ohne dass die wahre Ursache gefunden und behoben wird. Das Zwerchfell sitzt in der Mitte des Körpers und bildet eine muskuläre Trennwand zwischen den Organen des Brustkorbs und den Verdauungsorganen. Durch eine natürliche Lücke im Zwerchfell, den Hiatus, führt die Speiseröhre nach unten zum Magen. Mit zunehmendem Alter und schwachem Bindegewebe kann die Lücke immer größer werden - das Zwerchfell "bricht". Hat die Lücke eine gewisse Größe erreicht, kann der Magen nach oben rutschen und zumindest teilweise in den Brustraum zwischen Lunge und Herz drängen. Dann kann es vor allem nach dem Essen, beim Heben schwerer Lasten und beim Sport zu Problemen wie Luftnot, Übelkeit und Schmerzen kommen.

Zwerchfellbruch wird oft übersehen

Entdeckt wird ein Zwerchfellbruch meist bei einer Magenspiegelung. Wie gut der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen funktioniert, überprüfen Gastroenterologen mithilfe von Druck- und Säuremessungen. Doch oft wird eine Hiatus-Hernie erst dann ernst genommen, wenn durch ständige kleine Blutungen in den Magen ein Eisenmangel auftritt oder es zu einem Magengeschwür oder einer Magenschleimhautentzündung kommt. Eine Zwerchfellhernie, die zu Beschwerden führt, muss operiert werden, denn von allein rutscht der Magen nicht wieder an seinen Platz.

Chirurgen verschließen die Bruchpforte

Bei der Operation eines Zwerchfellbruchs führen Chirurgen über kleine Hautschnitte ihre Instrumente und eine winzige Kamera in den Bauchraum. Sie befreien den Magen von Verwachsungen, ziehen ihn wieder vollständig nach unten und verschließen die Bruchpforte so weit, dass nur noch die Speiseröhre durch die Lücke passt. Zur Sicherheit formen sie rund um den Übergang von Magen und Speiseröhre eine Manschette, die den schlecht funktionierenden inneren Schließmuskel von außen unterstützt (Fundoplicatio). So bleibt der Magen sicher an seinem Platz.

Experten zum Thema

Prof. Dr. Stephan M. Freys, Chefarzt
Dr. Miriam Philipp, Oberärztin
Chirurgische Klinik
DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus gemeinnützige GmbH
Gröpelinger Heerstraße 406 - 408, 28239 Bremen
www.diakobremen.de

Weitere Informationen
Bundesweites Qualitätssicherungsprojekt in der Hernienchirurgie
Herniamed gGmbH
c/o Vivantes Klinikum Spandau
Klinik für Chirurgie - Visceral- und Gefäßchirurgie
Neue Bergstraße 6, 13585 Berlin
www.herniamed.de
Umfangreiche Informationen für Patienten zum Krankheitsbild und Arztsuche

Dieses Thema im Programm:

Visite | 31.07.2018 | 20:15 Uhr

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