Stand: 05.06.2018 11:49 Uhr

Pflege: Notstand im Krankenhaus

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Viele Pflegebedürftige fühlen sich im Krankenhaus allein gelassen.

In deutschen Kliniken fehlen laut Studien 100.000 Pflegekräfte. Gleichzeitig steigt seit Jahren die Zahl der Pflegebedürftigen, die in Krankenhäusern aufgenommen werden. Viele finden keine geeigneten Ansprechpartner, fühlen sich hilflos und allein gelassen. Auch die Pflegenden leiden unter der Situation: Oft muss eine einzige Pflegekraft bis zu 13 Patienten versorgen, in der Nacht sogar mehr als doppelt so viele. Mit dem Dauerstress steigt das Risiko für Komplikationen. Viele Pflegende können und wollen unter diesen Umständen seltener in Vollzeit arbeiten. Das verschlimmert die Situation.

Blutdruck, der gemessen wird.

Pflege: Notstand im Krankenhaus

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100.000 Pflegekräfte fehlen laut Studien an Krankenhäusern in Deutschland. Durch die Überlastung steigt das Risiko für Fehler mit tödlichem Ausgang für Pflegebedürftige.

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Überlastetes Personal: Risiko für Patienten

Pflegende, die ständig von Patient zu Patient hetzen, laufen Gefahr Fehler zu machen. Besonders dramatisch ist die Situation auf einigen Intensivstationen: Dort versorgt eine Pflegekraft bis zu sechs Patienten. Das sei unverantwortlich, mahnt der Deutsche Pflegerat. Weil die Zeit für notwendige Hygienemaßnahmen fehle, steige das Infektionsrisiko ebenso wie das Risiko für Fehler mit tödlichem Ausgang. Im Stress werden Medikamente vergessen oder falsch dosiert. Das zeigen Auswertungen von Datenbanken, in die das Krankenhauspersonal regelmäßig seine Fehler einträgt.

Wichtig wäre es beispielsweise, Patienten im Krankenhaus beim Essen genau zu beobachten. So lassen sich etwa gefährliche Schluckstörungen nach einem Schlaganfall erkennen. Werden solche Störungen nicht erkannt, kann das Verschlucken zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung führen.

Pflegekräfte: Krank durch Arbeit?

Die Überlastung führt nach Ansicht des Deutschen Pflegerats dazu, dass immer mehr Pflegepersonal durch berufsbedingte Erkrankungen wie Burn-out ausfällt. Viele Pflegende leiden darunter, ihre Patienten nicht so versorgen zu können, wie sie es in der Ausbildung gelernt haben. Bei anderen wiederum kommt es zum sogenannten "Cool-out": Sie lassen die Sorgen und Bedürfnisse der Patienten nicht mehr an sich heran.

Die Zustände sollten sich dringend ändern, fordern viele Pflegekräfte und auch Ärzte. Volksinitiativen wie das Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus haben bundesweit in nur drei Wochen fast 30.000 Unterschriften gesammelt.

Weitere Informationen

Tipps für eine wirksame Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung regelt, wie Ärzte handeln sollen, wenn der Patient nicht mehr selbst entscheiden kann. Damit sie gültig ist, müssen viele Details beachtet werden. mehr

Experten zum Thema

Prof. Dr. Uta Gaidys
Professorin für Pflegewissenschaft (Ethik, Kommunikation)
Department Pflege und Management
Fakultät Wirtschaft und Soziales
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg)
Alexanderstraße 1, 20099 Hamburg
www.haw-hamburg.de

Prof. Dr. Christian Haasen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Altomed-MVZ
Holstenplatz 20 b, 22765 Hamburg

Weitere Informationen
Initiative "Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus"
www.pflegenotstand-hamburg.de

Stellungnahme der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur geplanten Ausweitung der Personaluntergrenzen durch die Koalitionsparteien (PDF-Datei)
www.dkgev.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.06.2018 | 20:15 Uhr

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