Stand: 21.03.2017 12:35 Uhr  - Visite  | Archiv

Matetee: Gesund, aber oft belastet

Matetee © picture alliance / Arco Images GmbH
Die richtige Zubereitung von Matetee hilft, das Risiko von Nebenwirkungen zu senken.

Schon die Ureinwohner Südamerikas wussten um die belebende Kraft der Matepflanze. Die koffeinhaltigen Blätter sind im engeren Sinne gar kein Tee, sondern ein Stechpalmengewächs. Der herbe Muntermacher gilt auch heute noch als südamerikanisches Nationalgetränk und wird auch in Deutschland immer beliebter.

Viele vermutete Positiveffekte

In den Blättern von Mate haben Wissenschaftler mehr als 200 Inhaltsstoffe nachgewiesen, insbesondere sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien, Mineralstoffe und die Vitamine C, B1 und B2. Matetee soll den Alterungsprozess hemmen, Blutfettwerte regulieren, Arteriosklerose und Bluthochdruck vorbeugen. Tierversuche haben gezeigt, dass die Inhaltsstoffe von Matetee Einfluss auf die Appetitregulation und den Fettstoffwechsel haben. Für abschließende Empfehlungen reichen die Erkenntnisse aber noch nicht aus.

Krebs durch Matetee?

Unklar ist, ob Matetee tatsächlich vor Darm- und Brustkrebs schützen kann. Einige Studienergebnisse aus Untersuchungen an Krebszellen weisen zwar darauf hin, andere Studien zeigen jedoch genau das Gegenteil - dass Matetee und Matetee-Extrakte möglicherweise Krebs auslösen können. Tatsächlich gibt es Studien, die zeigen, dass in Ländern, in denen viel Matetee getrunken wird, die Rate an Tumorerkrankungen erhöht ist.

Giftstoffe in Matetee

In vielen Matetee-Sorten wurden besorgniserregende Mengen an Pflanzenschutzmitteln und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen nachgewiesen:

  • Schädliche Pflanzenschutzmittel wie Anthrachinon in Matetee sind in der Regel auf Umweltverschmutzung und schlechte Produktionsstandards zurückzuführen. Obwohl die Standards inzwischen in vielen Fällen verbessert wurden, sind in vielen Proben noch immer geringe Mengen der schädlichen Stoffe nachweisbar.
  • Krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen beim Trocknen der Blätter und beim Rösten über dem Feuer.

Die Giftstoffe sind nur schwer wasserlöslich. Daher sollte man Matetee nicht mehrfach aufgießen. Selbst wenn das Blattmaterial kontaminiert ist, sind im ersten Teeaufguss in der Regel keine Giftstoffe nachweisbar. Am wenigsten PAK enthält ungerösteter, grüner Matetee.

Matetee heiß und kalt genießen

Traditionell wird Matetee heiß getrunken, bei etwa 80 Grad. Nach einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte die Trinktemperatur von heißen Getränken nicht über 65 Grad betragen, weil sonst Veränderungen an der Schleimhaut auftreten können. Matetee schmeckt auch kalt: Dazu den Tee aufbrühen und abkühlen lassen, danach mit frischem Saft aus Orangen oder Grapefruits zu einem gesunden Erfrischungsgetränkt vermischen.

Weitere Informationen
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Visite | 21.03.2017 | 20:15 Uhr

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