Stand: 17.05.2018 12:12 Uhr  - Visite

Kohlenmonoxid: Vergiftung verhindern

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Bei einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ist schnelle Hilfe wichtig.

Etwa 5.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Bei jedem Zehnten endet sie tödlich. Das farb-, geruch- und geschmacklose Gas (Abkürzung: CO) wird auch "leiser Mörder" genannt, weil es für Menschen nicht wahrnehmbar ist.

Kohlenmonoxid-Vergiftungen häufen sich - nicht nur durch defekte Heizungen und Grills in geschlossenen Räumen. Auch in Shisha-Bars herrschen oft gefährlich hohe Kohlenmonoxid-Konzentrationen, denn der Tabak in den Shishas wird auf Kohle verbrannt. Das kann lebensgefährlich sein, wenn nicht für eine gute Belüftung gesorgt wird.

Kohlenmonoxid: Vergiftung verhindern

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Kohlenmonoxid entsteht, wenn Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen, weil die Sauerstoffzufuhr nicht ausreicht. Wie lässt sich eine Vergiftung verhindern?

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Gefahr durch Öfen, Grills und Pellets

Das Gas entsteht, wenn Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen, weil die Sauerstoffzufuhr nicht ausreicht. Auslöser einer CO-Vergiftung sind vor allem

  • defekte Öfen, Gasthermen, Heizstrahler, Kamine und Schornsteinanlagen
  • Benzinmotoren in geschlossenen Räumen
  • Grillen mit Holzkohle oder Gas in geschlossenen Räumen - selbst Grillen bei geöffneten Fenstern und Türen ist lebensgefährlich
  • Lagerung von Pellets für Holzheizungen: Bei der Herstellung der gepressten Späne entsteht Kohlenmonoxid, das die Pellets an die Raumluft abgeben. Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt daher, nicht mehr als einen großen Müllsack frischer Pellets in einem Raum aufzubewahren. Wer sichergehen will, baut im Lagerraum einen CO-Melder ein.

Vergiftung durch Kohlenmonoxid verursacht Sauerstoffmangel

Bei einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid bindet sich das Gas im Körper an den Blutfarbstoff Hämoglobin und blockiert dadurch die Sauerstoffaufnahme. So kommt es zu einem massiven Sauerstoffmangel im Blut, in Organen, im Gehirn und im Gewebe.

Symptome erkennen

Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung sind zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Benommenheit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle und Atemnot. Tritt die Vergiftung während des Schlafes ein, wird der Betroffene bewusstlos, die Atmung setzt aus und der Tod tritt ein. Besonders empfindlich reagieren ältere Menschen, Herzpatienten und Ungeborene im Mutterleib auf das Gas.

So schnell wirkt das Gas

Bei einer hohen CO-Konzentration liegt zwischen den ersten Symptomen und dem Verlust des Bewusstseins nur eine kurze Zeitspanne. Die Betroffenen haben oft zunächst keinerlei Beschwerden. Da sich das Blut kirschrot verfärbt, haben sie sogar eine gesunde Gesichtsfarbe. Beim Versuch aufzustehen versagen dann aber schlagartig alle Körperfunktionen und sie können den Raum nicht mehr verlassen.

Vergiftung mit Sauerstoff behandeln

Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine CO-Vergiftung mit reinem Sauerstoff behandeln, der dem Betroffenen im Krankenhaus über eine Sauerstoffmaske zugeführt wird. Bei stärkeren Beschwerden, Schwangerschaft oder Herzproblemen wird der Sauerstoff in einer Überdruckkammer verabreicht. Doch es gibt im Norden nur wenige Druckkammern - auch deshalb sterben immer wieder Menschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Melder warnt vor hoher CO-Konzentration

Wer mit Kohle, Gas oder Holz heizt, sollte intensiv lüften, um eine hohe Kohlenmonoxid-Konzentration zu vermeiden. Wichtig ist außerdem eine regelmäßige Wartung der Heizung. Bei einer höheren Kohlenmonoxid-Konzentration schlägt ein CO-Melder (ab 20 Euro im Baumarkt) Alarm. Dann sollte man sofort den Raum verlassen und an die frische Luft gehen.

Weitere Informationen

Wichtige Notfallnummern im Überblick

Bei einem Notfall wie Krankheit, Verletzung oder Vergiftung ist es wichtig, den richtigen Notdienst schnell zu erreichen. Hier finden Sie die wichtigsten Telefonnummern. mehr

Experten zum Thema

Malte Huber, Flottillenarzt
Schifffahrtmedizinisches Institut der Marine
Druckkammeranlage Hydra 2000
Kopperpahler Allee 120
24119 Kronshagen (bei Kiel)
www.marine.de

Priv.-Doz. Dr. Hans-Peter Hauber, Sektionsleiter Pneumologie
Kardiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
(040) 18 18 81-12 21
www.asklepios.com

Dr. Malte Issleib, Oberarzt
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie
Zentrum für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Neues Klinikum (O10)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
www.uke.de

Dr. Manfred-Peter Müller-Kortkamp, Facharzt für HNO-Heilkunde, Umweltmedizin
Schwerpunktpraxis für Hyperbare Sauerstofftherapie
Seilerstraße 7-9
29614 Soltau
www.mueller-kortkamp.de

Lutz-Matthias Peters, Schornsteinfeger
Kapitän-Schröder-Weg 13
22417 Hamburg
www.schornsteinfeger-peters.de

Weitere Informationen
Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. (VDD)
Cuno-Niggl-Straße 3, 83278 Traunstein
(0800) 000 48 81
www.vdd-hbo.de

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Visite | 22.05.2018 | 20:15 Uhr