Stand: 13.11.2018 08:44 Uhr

Keuchhusten bei Erwachsenen erkennen

Bild vergrößern
Bei Erwachsenen wird Keuchhusten oft erst spät erkannt.

Früher erkrankten vor allem Kinder an Keuchhusten (Pertussis). Doch immer häufiger sind Erwachsene betroffen: Sie stellen inzwischen zwei Drittel der Keuchhusten-Fälle. Oft sind die Symptome zunächst kaum von einem Reizhusten zu unterscheiden. Deshalb wird Keuchhusten bei Erwachsenen meist spät erkannt. Dabei können die Folgen ernst sein. Denn die Krankheitserreger bilden Giftstoffe, die ins Blut gelangen können.

Ein junger Mann hat einen Hustenanfall

Keuchhusten bei Erwachsenen erkennen

Visite -

Bei Erwachsenen wird Keuchhusten oft erst spät erkannt. Dabei kann die Krankheit gefährliche Folgen haben. Wie Sie Keuchhusten erkennen - und sich davor schützen können.

2,96 bei 25 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Ansteckung per Tröpfcheninfektion

Für 2016 meldete das Robert-Koch-Institut mehr als 22.000 registrierte Fälle. Experten schätzen die Dunkelziffer auf mehr als 50.000 Fälle. Keuchhusten-Bakterien können ganzjährig vorkommen, im Herbst und Winter sind sie aber besonders häufig. Sie werden per Tröpfcheninfektion weitergegeben. Auch Geimpfte können die Erreger übertragen, ohne selbst erkrankt zu sein.

Im Gespräch
03:44
Visite

Was hilft bei Keuchhusten?

13.11.2018 20:15 Uhr
Visite

Bei Erwachsenen wird Keuchhusten oft erst spät erkannt. Wie erkennt und behandelt man die Krankheit? Pneumologin Andrea Iwansky informiert. Video (03:44 min)

Erreger bilden im Körper Giftstoffe

Keuchhusten-Bakterien gelangen mit der Luft in die oberen Atemwege. Dort setzen sie sich in den Schleimhäuten fest und außerdem in der Luftröhre und in den Bronchien. Dort vermehren sie sich und bilden Giftstoffe: Diese schädigen die Schleimhäute und Flimmerhärchen, können außerdem ins Blut gelangen und Entzündungen im Körper auslösen.

Symptome bei Keuchhusten

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann Keuchhusten zu einem lebensbedrohlichen Atemstillstand führen. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit in der Regel milder: Sie leiden unter einem allgemeinen Erkältungsgefühl. Dabei steht nicht der Husten im Vordergrund, sondern eher Halsschmerzen und Schnupfen. Erst wenn der Husten sehr hartnäckig wird und vor allem nachts als trockener Husten auftritt, suchen die meisten Betroffenen einen Arzt auf. Deshalb wird Keuchhusten in den ansteckenden ersten drei Wochen bei Erwachsenen oft nicht erkannt.

Die Begleiterscheinungen der heftigen Hustenattacken können äußerst unangenehm sein:

  • Atemaussetzer
  • Gewichtsverlust
  • Erbrechen
  • Schlafstörungen
  • Rippenbrüche
  • Blaseninkontinenz
  • Mittelohr- und Lungenentzündung
  • Leistenbruch
  • Nabelbruch
  • Ohnmacht

Husten, der länger als zwei Wochen dauert, und mit einem der genannten Symptome auftritt, kann auf eine Keuchhusteninfektion hindeuten.

Keuchhusten richtig behandeln

Gegen Keuchhusten werden Antibiotika eingesetzt, vor allem um die Ansteckung weiterer Personen zu verhindern. Sie sind allerdings meist nur in den ersten drei Wochen der Infektion wirksam. Den oft quälenden Hustenreiz lindern Inhalationen mit Meersalzlösung, frische Luft, warme Brustwickel und häufiges Trinken.

Impfung schützt vor Keuchhusten

Vor Keuchhusten schützt eine Impfung. Sie wird in der Regel als Dreifach-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten verabreicht. Die Impfung muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Nur 12,5 Prozent der Erwachsenen sind bundesweit gegen Keuchhusten geimpft, bei den über 60-Jährigen sind es sogar nur 7,6 Prozent. Hohe Impfquoten in allen Altersgruppen sind aber wichtig, damit die Wirkung der sogenannten Herdenimmunität alle diejenigen schützen kann, die nicht oder noch nicht geimpft werden können.

Dabei geht es vor allem um Säuglinge und Kleinkinder, die erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat geimpft werden können. Bei ihnen ist der Impfschutz frühestens zwischen dem elften und 14. Lebensmonat abgeschlossen. In dieser Zeit können sich Kinder zum Beispiel bei ungeimpften Eltern anstecken und durch eine Keuchhusteninfektion einen lebensbedrohlichen Atemstillstand erleiden.

Weitere Informationen

Was hilft gegen Husten und akute Bronchitis?

Im Winter plagen sich viele Menschen mit Husten. Das kann besonders nachts sehr quälend sein. Hausmittel lindern die Beschwerden, "zärtliches" Husten schont die Schleimhäute. mehr

Was hilft bei Husten, Schnupfen und Halsweh?

Mit der Herbstkälte kommen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Welche Hausmittel lindern die Beschwerden? Markt gibt Tipps - vom Kräuterbonbon bis zum Halswickel. mehr

Experten zum Thema

Dr. Andrea Iwansky, Pneumologin
Alsterpneumologie - Facharztpraxis Colonnaden
Colonnaden 9
20354 Hamburg
www.facharztpraxis-colonnaden.de

Priv.-Doz. Dr. Hans-Peter Hauber, Sektionsleiter Pneumologie
Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
(040) 18 18-81 12 21
www.asklepios.com

Dr. Michael Wünning, Chefarzt
Zentrum für Notfall-und Akutmedizin
Kath. Marienkrankenhaus GmbH
Alfredstraße 9
22087 Hamburg
(040) 25 46-0
www.marienkrankenhaus.org

Weitere Informationen
Ratgeber "Keuchhusten" des Robert Koch-Instituts
www.rki.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 13.11.2018 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

04:05
NDR Info
10:14
Mein Nachmittag

Rinderfilet mit geröstetem Rosenkohl

12.12.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
07:24
Mein Nachmittag

Neue Kissen aus alten Shirts nähen

12.12.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag