Stand: 19.12.2019 14:01 Uhr  - 45 Min

Impotenz: Wer hilft bei Diagnose und Therapie?

Die Ursachen für eine erektile Dysfunktion, umgangssprachlich Impotenz genannt, sind vielfältig. "Medizinisch gesehen braucht in Deutschland aber eigentlich kein Mann unter Impotenz zu leiden", sagt der Hamburger Urologie-Professor Dr. Frank Sommer. Für fast jede Form der erektilen Dysfunktion gibt es eine Therapie, bis hin zur Implantation künstlicher Schwellkörper.

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Für fast jede Form der Erektilen Dysfunktion gibt es eine medizinische Therapie, sagt Prof. Frank Sommer, Arzt für Männergesundheit.

Die Therapien sind umfangreich und zielführend - aber auch zeitraubend und anstrengend. "Da können Sport für die gesamte Fitness, Beckenbodenübungen, Training mit der Vakuumpumpe und Tabletteneinnahme zusammenkommen", erklärt Sommer. "Dass nicht jeder Mann so viel investieren möchte, kann ich verstehen", sagt der Arzt für Männergesundheit.

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Übungen zum Verlängern des sexuellen Aktes

Infobroschüre des Portals Männergesundheit der Universitätsklinik Eppendorf in Hamburg. Download (2 MB)

Impotenz hat viele verschiedene Ursachen

Nicht immer ist der Genitalbereich selbst für eine Erektionsstörung verantwortlich. Manchmal liegt die Ursache ganz woanders im Körper. Deshalb ist für eine Diagnose nicht nur ein ausführliches Gespräch, sondern auch eine umfassende Untersuchung des Patienten erforderlich. Mit leichten Stromstößen, bei denen der Patient unterschiedliche Stärken von Vibrationen empfindet, sowie Kälte- und Wärmereizen, kontrolliert der Facharzt etwa die Funktionsfähigkeit der Nervenbahnen.

Zudem werden die Gefäße im Penis, die Beckenbodenmuskulatur und die Erektionsfähigkeit untersucht. Auch eine Blutuntersuchung gehört dazu. Körperliche Ursachen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes können genauso Impotenz hervorrufen wie seelische Erkrankungen (Depressionen) oder traumatische Erlebnisse. Auch daraufhin muss ein Patient untersucht werden.

Psychologische und medizinische Hilfe bei Erektionsstörungen

Problematisch ist aber vor allem, dass viele betroffene Männer ihr Leiden aus Scham jahrelang verschweigen. Der Verlust der Potenz kommt für viele einem unerträglichen Versagen gleich. "Das Bild des immer könnenden Mannes muss in Frage gestellt werden", fordert deshalb Eckhard Klingberg von der Hamburger Selbsthilfegruppe Impotenz. "Bei manchen Betroffenen kann etwas Neues entstehen, wenn es ihnen gelingt, den Ist-Zustand zu akzeptieren."

Welchen Stellenwert Sex im Leben haben soll, kann nur jeder für sich selbst, beziehungsweise mit seiner Partnerin oder seinem Partner entscheiden. Psychologische Unterstützung kann helfen, sich damit auseinanderzusetzen. Am Anfang steht der Schritt, das Schweigen über Erektionsstörungen zu brechen und sich Hilfe zu holen - psychologisch und medizinisch.

Adressen und Ansprechpartner bei Impotenz

Centrum für Sexualwissenschaft e.V.
Hauptstr. 11
10827 Berlin
Tel. (030) 788 16 42 E-Mail: info [at] csw.berlin

Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin
Hochschulambulanz für Sexualmedizin
Universitätsklinikum der Charité
Luisenstraße 57
10117 Berlin
Tel. (030) 450 52 93 02

Pro Familia
Deutsche Gesellschaft für Familienplanung,
Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.
Tel. (069) 26 95 779 - 0

Abteilung für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg
Prof. Dr. Frank Sommer
Haus W  38
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 7410 - 550 56
E-Mail: maennergesundheit [at ] uke.de

Sexualmedizinisches Kompetenzzentrum
Prof. Dr. Dipl.-Psych. Uwe Hartmann
Schmiedestraße 18
30159 Hannover
Tel. (0511) 47 39 15 90
E-Mail: info [at] smk-hannover.de

Praxis für Sexualmedizin
im Medio-Haus
Dreiecksplatz 5
24105 Kiel
Tel. (0431) 570 86-740
E-Mail: bosinski [at] sexualmedizin-kiel.de

 

Selbsthilfegruppen Impotenz

Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion
Tel. (08142) 59 70 99  oder (030) 76 68 95 21
E-Mail:  kontakt [at] impotenz-selbsthilfe.de

Berlin:
Treffen jeden 3. Freitag im Monat von 19 bis 21 Uhr im 5. Obergeschoss (Fahrstuhl) im Raum 5.010 der
Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle (SEKIS)
Bismarckstraße 101
10625 Berlin-Charlottenburg

Köln:
Jeden 2. Donnerstag im Monat Treffen von 19 bis 21 Uhr im Gesundheitsladen.
Venloerstr. 46
50672 Köln

München:
Jeden 2. Montag im Monat Treffen von 20:15 bis 22 Uhr im Gruppenraum G3 des Selbsthilfezentrums (SHZ) München.
Westendstr. 68
80339 München

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