Stand: 29.05.2018 11:24 Uhr

Giftige Quallen: Gefahr im Badeurlaub

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Das Gift der Portugiesischen Galeere tötet Fische in Sekunden.

Quallen und andere Nesseltiere an den Stränden Europas sind oft ungefährlich. Doch es gibt auch Arten, denen Badegäste und Schwimmer aus dem Weg gehen sollten: Die meterlangen Tentakel der Portugiesischen Galeere verschießen bei Berührung ein starkes Gift, das ihre Beutetiere, vor allem kleinere Fische, in Sekunden tötet. Das Gift kann bei Menschen im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Versagen und Atemstillstand führen. Häufiger kommt es zu striemenförmigen, offenen Wunden, Übelkeit und Erbrechen. An der Küste Mallorcas wurde die Portugiesische Galeere erstmals seit Jahren wieder gesichtet.

Giftige Nesselkapseln der Portugiesischen Galeere

An der Wasseroberfläche ist die Portugiesische Galeere - genau genommen keine Qualle, sondern eine Kolonie von Polypen - durch ihre aus dem Wasser ragende, harmlose Gasblase gut zu erkennen. In den langen Tentakeln stecken Millionen Nesselkapseln, die bei Berührungen mit der Haut winzige Harpunen abschießen. Sie durchschlagen die Hornhaut, dringen etwa einen Millimeter tief in der Körper ein und injizieren ein gefährliches Gift in die Blutbahn.

Quallen-Alarm auf Mallorca und kanarischen Inseln

Auf Mallorca reichte im Mai 2018 eine einzige tote Portugiesische Galeere aus, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Vor der Küste wurden weitere Exemplare gesichtet. Deswegen haben die Behörden kurzfristig kilometerlange Strandabschnitte auf den Inseln Mallorca und Ibiza und auf dem spanischen Festland bei Alicante gesperrt. Bereits 2010 kam es auf den kanarischen Inseln zu einer förmlichen Invasion von Hunderttausenden Quallen, Hunderte Menschen wurden verletzt.

Nesselgift von Feuerquallen reizt die Haut

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Feuerquallen sind dunkelrot bis gelb und haben einen kompakten Körper. Ihr Schirm kann etwa tellergroß werden.

Beim Baden in Nord- oder Ostsee besteht keine Gefahr, auf die Portugiesische Galeere zu treffen. Hier können Feuerquallen schmerzhafte Hautverletzungen verursachen. Die meisten Betroffenen schildern den Schmerz wie das Brennen nach der Berührung einer Brennnessel. Bei empfindlichen Menschen kann sich die Haut auch stark röten und anschwellen wie bei einer Brandverletzung, mit Blasen und starkem Juckreiz.

Quallenfäden richtig entfernen

Oft sind nach dem Kontakt mit einer Giftqualle noch Fäden an der Haut, die entfernt werden sollten. Die Quallenfäden auf keinen Fall mit Süßwasser, einem Handtuch oder der bloßen Hand abrubbeln, denn dann öffnen sich die verbliebenen Nesselkapseln.

Am besten Rasierschaum auftragen und mit einer Plastikkarte die Nesselkapseln abschaben. Zur Not die Fäden mit Salzwasser wegwaschen oder mit Sand eintrocknen und dann mit einem kleinen Instrument abreiben, etwa mit einer Feile oder einer Plastikschaufel. Essig kann helfen, die Haut zu beruhigen.

Arzt desinfiziert die Haut

Nach jedem Kontakt mit einer Giftqualle sollte man zum Arzt gehen, um die Haut desinfizieren zu lassen. Dann juckt es weniger und die Wunde entzündet sich nicht. Der Arzt kann auch eine schmerzstillende Salbe auftragen.

Harmlose Ohrenquallen erkennen

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Die Berührung mit einer Ohrenqualle ist ungefährlich.

Anders als die Portugiesische Galeere und die Feuerqualle ist ein Kontakt mit der Ohrenqualle harmlos. Diese Art kommt häufig in der Nord- und Ostsee vor. Ohrenquallen sind gut zu erkennen: Ihr Körper ist durchsichtig mit vier weißen, rosa- oder lilafarbenen Ringen auf der Oberseite. Sie können groß wie Teller werden. Die Berührung ist völlig ungefährlich.

Interviewpartner

Dr. rer. nat. Jamileh Javidpour
Forschungsbereich 3: Marine Ökologie
Experimentelle Ökologie - Nahrungsnetze
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Düsternbrooker Weg 20, 24105 Kiel
Internet: www.geomar.de

Prof. Dr. Regina Fölster-Holst, Dermatologin
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie                             
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Kiel
Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel
Tel. (0431) 500-21 200
Internet: www.dermatology.uni-kiel.de

Weitere Informationen
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
An der Eickesmühle 15-19, 41238 Mönchengladbach
Tel. (02166) 64 78 820, Fax (02166) 64 78 880
Internet: www.daab.de

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Visite | 29.05.2018 | 20:15 Uhr

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