Stand: 31.01.2017 11:42 Uhr  | Archiv

Elektrokrampftherapie: Strom gegen Depression

Wenn bei einer Depression Psychotherapie und Medikamente nicht die erhoffte Wirkung haben und Betroffene zunehmend den Lebenswillen verlieren, kann eine Elektrokrampftherapie hilfreich sein. Dabei wird das Gehirn fünf bis sechs Sekunden lang schwachen Stromstößen ausgesetzt. Die Behandlung erfolgt in Vollnarkose. Ein Medikament zur Muskelentspannung sorgt dafür, dass sich die Erkrankten beim Verkrampfen nicht verletzen.

So funktioniert die Elektrokrampftherapie

Biochemische Reaktionen im Gehirn

Im Zentrum der Behandlung steht das limbische System mit dem Hippocampus. Dort befindet sich das Zentrum der Gefühle. Wissenschaftler vermuten, dass der durch Strom ausgelöste Krampfanfall biochemische Reaktionen hervorruft: Demnach kommt es zu einer massiven Ausschüttung von Botenstoffen, zusätzlich bilden sich im Hippocampus neue Nervenzellen und ungesund verknüpfte Hirnareale entwirren sich.

Meist mehrere Behandlungen nötig

Wie schnell die Elektrokrampftherapie anschlägt, ist unterschiedlich. In der Regel wird zunächst eine Serie von sechs bis zehn Sitzungen durchgeführt. Manche Betroffene benötigen auch mehrere Serien, bevor sich ein dauerhafter Erfolg einstellt. Anschließend kann eine Wiederholung einmal im Jahr oder auch öfter sinnvoll sein. Damit es nicht zu Rückfällen kommt, sind die meisten Patienten nach einer erfolgreichen Elektrokrampftherapie weiterhin auf Medikamente angewiesen.

Nebenwirkungen meist vorübergehend

Die häufigsten Nebenwirkungen der Elektrokrampftherapie sind Kopfschmerzen. Sie treten etwa bei einem Drittel der Patienten auf. Außerdem kann es zu kognitiven Einschränkungen kommen, zum Beispiel Störungen der Orientierung, des Kurzzeitgedächtnisses und der Aufmerksamkeit. Strukturelle Hirnschädigungen sind bei korrekter Durchführung nicht zu erwarten.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Visite | 31.01.2017 | 20:15 Uhr

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