Stand: 04.05.2021 11:00 Uhr

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Menschen in aller Welt, die Krise schränkt nach wie vor auch den Alltag in Norddeutschland ein. Vor allem bei geschwächten und vorerkrankten Menschen kann die Infektion mit dem Virus schwere Komplikationen verursachen. In den meisten Fällen verläuft sie aber weitgehend harmlos. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist das neue Coronavirus?

SARS-CoV-2 ist die offizielle Bezeichnung für das neuartige Virus, das eine schwere Lungenerkrankung mit dem Namen Covid-19 auslösen kann. Der zunächst 2019-nCoV genannte Erreger wurde Ende 2019 erstmals in China registriert und gehört zu den Coronaviren, von denen es Hunderte verschiedene Varianten gibt. Harmlose Typen führten oft nur zu leichten Erkältungen.

Die neue Virus-Variante ist eng verwandt mit dem Sars-Erreger, der 2002 und 2003 eine Pandemie auslöste. Weltweit erkrankten damals rund 8.000 Menschen an dem Sars-Erreger - etwa jeder zehnte Patient starb. In Deutschland waren neun Menschen mit dem Sars-Erreger infiziert, gestorben ist davon keiner.

Was sind Mutationen und welche gibt es?

Mutationen entstehen, wenn sich Viren vermehren. Bei diesem Kopiervorgang passieren immer wieder kleine Fehler. Die entstandenen Veränderungen im Erbgut werden Mutationen genannt.

In Deutschland wurden bislang drei Mutationen registriert. Am häufigsten ist offenbar die Variante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde. Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass diese Variante zwischen 22 und 35 Prozent infektiöser als das Ursprungsvirus ist. Zurzeit steht die Vermutung im Raum, dass ein größerer Anteil der Infizierten auch einen schweren Verlauf hat. Die Variante B.1.351 wurde zuerst in Südafrika festgestellt. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Variante auch Menschen treffen kann, die bereits erkrankt waren. Die Variante B.1.1.28 P.1 wurde vor allem in Brasilien in der Stadt Manaus nachgewiesen. Ähnlich wie bei der Südafrika-Mutation kann laut Experten auch hier ein immunes Abwehrsystem angegriffen werden. Gleiches gilt offenbar für die Variante B.1.617, die seit April 2021 in Indien für Hunderttausende von täglichen Neuinfektionen verantwortlich ist.

Wie stark ist Norddeutschland betroffen?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 hat sich wahrscheinlich von China aus weltweit ausgebreitet. Die ersten Erkrankungen in Deutschland wurden Ende Januar 2020 in Bayern nachgewiesen. Am 27. Februar 2020 wurde auch der erste Fall im Norden bekannt: Ein Arzt aus Schleswig-Holstein, der in der Kinder- und Jugendmedizin am UKE in Hamburg arbeitet, wurde positiv getestet. Der Mann war zuvor aus einem Urlaub in Italien zurückgekehrt.

Nachdem im Frühling und Frühsommer 2020 die norddeutschen Länder täglich meist nur noch wenige Neuinfektionen hatten, abgesehen von lokalen Ereignissen wie Mitte Juni in Göttingen, begannen die Fallzahlen Ende Juli/Anfang August wieder anzusteigen. Ab Oktober wurden stark ansteigende Neuinfektionen und ein diffuses Infektionsgeschehen registriert, was zu einem erneuten Lockdown im Dezember 2020 und einer Verschärfung der Maßnahmen im Januar 2021 führten. Danach gab es zwar regional Lockerungen, doch diese mussten vielerorts wegen eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen aufgehoben werden. Schließlich wurde bundesweit ein neues Infektionsschutzgesetz verabschiedet, das seit dem 24. April 2021 gilt und eine sogenannte "Bundes-Notbremse" beinhaltet. Von Jahresbeginn an nahm laut Robert Koch-Institut (RKI) der Anteil der Infektionen mit Virus-Mutationen - vor allem mit der britischen Variante B 1.1.7 - in Deutschland rasch zu. Mittlerweile ist B 1.1.7 die in Deutschland vorherrschende Virus-Variante.

Unsere Tabelle wird täglich auf Basis von Daten des RKI aktualisiert.

Wie gefährlich ist eine Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft in seiner Risikoeinschätzung die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland als sehr hoch ein. Es handele sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei der überwiegenden Zahl der Fälle verlaufe die Erkrankung mild. Die Wahrscheinlichkeit für schwere und auch tödliche Verläufe nehme aber mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. Covid-19 ist nach Angaben von Ärzten und Virologen eine multisystemische Erkrankung. Ein breites Spektrum an Langzeitfolgen beschäftigt die Medizin. Wie viele Patienten betroffen sind, ist unklar.

Wer ist besonders betroffen?

Bei einem Teil der Betroffenen kann das Coronavirus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündungen führen. Mittlerweile ist zudem klar, dass das Virus nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organe angreift. Zudem droht die Gefahr von Blutgerinnseln.

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten können, haben laut RKI und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • Ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren). Laut RKI (Stand: 11.01.2021) sind in knapp 70 Prozent der Todesfälle in Deutschland die Betroffenen 80 Jahre oder älter gewesen.
  • Raucher
  • stark übergewichtige Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Diabetes-Patienten
  • Krebspatienten
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Schwangere scheinen der WHO zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben.

Welche Rolle spielen Kinder in der Coronavirus-Pandemie?

Das ist nicht abschließend geklärt. Laut RKI zeigen Studien zur Viruslast bei Kindern keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen. In frühen Studien, in denen Kontaktpersonen von infektiösen Personen untersucht wurden, zeigte sich bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen meist eine geringere Empfänglichkeit für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Dabei waren Kinder im Kindergartenalter wiederum weniger empfänglich für eine Infektion als Kinder im Schulalter. Allerdings wird laut RKI seit Februar 2021 ein besonders rascher Anstieg der Infektionen bei Kindern und Jugendlichen beobachtet.

Fest steht, dass eine Infektion mit dem Coronavirus bei der Mehrzahl der Kinder eher mild und unspezifisch verläuft. Es gibt aber auch schwere Verläufe, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern. Berichte aus den USA und weiteren Ländern zeigen, dass eine Covid-19-Erkrankung bei Kindern mit einer sogenannten multisystemischen Inflammation (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome - kurz PIMS) einhergehen kann, einer Entzündungsreaktion des Körpers. Diese ist aber behandelbar.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen auch schützen die Hust- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Angesichts der Ausbreitung des Virus empfehlen Experten, generell Abstand zu anderen Menschen zu halten. Auf Händeschütteln soll verzichtet werden. In geschlossenen Räumen, in dem sich mehrere Menschen aufhalten, sollte laut Umweltbundesamt wegen möglicher virusbelasteten Aerosole alle 20 Minuten 5 Minuten lang gelüftet werden. Außerdem wird geraten, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.

Menschen mit Erkältungssymptomen sollen zu Hause bleiben. Seit dem 22. Januar (Hamburg) beziehungsweise dem 25. Januar 2021 (Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) ist das Tragen medizinischer Masken (OP- und FFP2-Masken) beim Einkauf, im Nahverkehr und unter bestimmten Bedingungen auch am Arbeitsplatz Pflicht. Sie schützen besser als die Alltagsmasken, die von Ende April 2020 bis Januar 2021 in Norddeutschland zum Beispiel beim Einkaufen und im Nahverkehr Pflicht waren.

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Welche Symptome löst das Coronavirus aus?

Die Symptome einer Coronavirus-Infektion sind eher unspezifisch: Laut RKI (Stand 8.1.2021) sind die häufigsten Symptome Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Eine Übersicht vom RKI zeigt, dass Infizierte in Deutschland am häufigsten über Husten (40 Prozent) klagten, gefolgt von Fieber (28 Prozent) und Schnupfen (27 Prozent) sowie Geruchs- und/oder Geschmacksverlust (21 Prozent). Ein Prozent der Erkrankten bildeten eine Lungenentzündung aus.

Als weitere mögliche Symptome nennt das RKI: Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Bewusstseinsstörungen.

Gibt es Medikamente zur Behandlung von Covid-19?

Bislang gibt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts keine Arzneimittelzulassung für die Prophylaxe oder Behandlung von Covid-19. Da die Neuentwicklung eines Medikaments sehr viel Zeit beansprucht, liegt der Fokus der Pharmaforscher auf dem "Repurposing" - dem Umwidmen von Arzneimitteln, die bereits zur Behandlung anderer Viruserkrankungen wie HIV, Ebola, Hepatitis C, Grippe oder den verwandten Coronavirus-Infektionen Sars und Mers zugelassen oder in der Erprobung sind. Das Ebola-Medikament Remdesivir galt als Hoffnungsträger für eine antivirale Therapie. Mitte Oktober bescheinigte die (WHO) Remdesivir allerdings wenig Nutzen. Auch andere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente wie etwa die Malaria-Mittel Hydroxychloroquin und Chloroquin haben wenig oder gar keinen Nutzen gezeigt.

Welche Impfstoffe gibt es?

Mittlerweile sind in der Europäischen Union vier Impfstoffe zugelassen: der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer, das Mittel des US-Herstellers Moderna, der britisch-schwedische Impfstoff von AstraZeneca/Uni Oxford sowie des US-Herstellers Johnson & Johnson. Zuerst wurde Ende Dezember in Deutschland mit dem Biontech-Vakzin geimpft, seit Mitte Januar auch mit dem Moderna-Vakzin. Die Zulassung von AstraZeneca erfolgte Ende Januar. Das Mittel von Johnson & Johnson wurde Mitte März zugelassen.

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Wie kann das Virus übertragen werden?

Das neuartige Coronavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Das Virus breitet sich aber auch über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft aus. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel. Sie entstehen überall, wo Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

Eine Übertragung ist auch über die Hände möglich, wenn diese anschließend mit Schleimhäuten in Berührung kommen - so wie bei der Grippe.

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Dem RKI zufolge gab es Fälle, in denen sich Personen bei Menschen angesteckt haben, die selbst keine, nur leichte oder unspezifische Symptome gezeigt hatten. Zudem können Menschen offenbar auch während der bis zu 14 Tage dauernden Inkubationszeit ansteckend sein. Im Mittel liegt die Inkubationszeit laut RKI bei fünf bis sechs Tagen.

Können sich Haustiere mit dem Coronavirus anstecken?

Aus mehreren Ländern - auch aus Deutschland - wurden bereits positiv getestete Katzen und Hunde gemeldet, die zum Teil auch Krankheitssymptome zeigten. Sie hielten sich in Haushalten mit an Covid-19 erkrankten Menschen auf und es wird davon ausgegangen, dass sie sich bei den Menschen ansteckten. Auch bei Tigern und Löwen in einem Zoo wurde das neuartige Coronavirus bereits nachgewiesen. Zudem gelten Frettchen und andere Marder-ähnliche Tiere wie etwa Nerze als empfänglich für das Virus. Auch bei Menschenaffen konnte das Virus bereits nachgewiesen werden.

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, bedeutet eine Infektion eines Tieres nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren auch vermehrt und von ihnen wieder ausgeschieden wird. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen.

Kann das Virus über Gegenstände und Lebensmittel übertragen werden?

Sars-CoV-2 kann laut einer US-Laborstudie auf Kunststoff und Edelstahl bis zu 72 Stunden überleben, auf Papier bis zu 24 Stunden. Nach Ansicht deutscher Wissenschaftler sagen die Studienergebnisse allerdings wenig über die Gefahr einer Kontaktinfektion (auch Schmierinfektion genannt) im Alltag aus. Beispielsweise gelangen beim Niesen sehr geringe Virus-Mengen auf Oberflächen, etwa eine Türklinke. Fasst man eine kontaminierte Klinke an, verdünnt sich das Sekret weiter und kommt mit dem sauren Milieu der Haut in Berührung. Dadurch sei die Ansteckungsgefahr geringer als im Test. 

Das gilt laut Experten ebenfalls für aus China importierte Gegenstände wie Spielzeug, Kleidung und Schuhe, aber auch für Lebensmittel. Dennoch sollten Verbraucher die allgemeinen Hygieneregeln einhalten. Erhitzen kann das Infektionsrisiko laut Bundesamt für Risikobewertung weiter verringern. Das Virus kann auch auf Geldscheinen überleben. Ob die Virus-Menge für eine Infektion ausreicht, ist nicht klar. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann kontaktlos bezahlen, zum Beispiel per Girokarte (EC-Karte) oder per Handy (Google Pay, Apple Pay).

Wer wird auf eine Coronavirus-Infektion getestet?

Das Robert Koch-Institut hat seine Teststrategie mehrfach angepasst - beispielsweise auch, weil in der Erkältungszeit Kapazitäten möglicherweise nicht ausreichen, um alle Menschen mit Erkältungssymptomen zu testen. Konkret wird derzeit ein Test empfohlen, wenn u.a. eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Schwere respiratorische Symptome (starker Husten oder hohes Fieber) und/oder Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn
  • Ungeklärte Erkältungssymptome und Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall
  • Akute respiratorische Symptome UND Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe / medizinische Tätigkeit / Kontakt zu einem größeren Ausbruchsgeschehen / enger Kontakt zu vielen Menschen (z.B. Lehrer).

Das RKI hat auch eine Orientierungshilfe für Ärzte erstellt.

Betroffenen wird geraten, sich bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion selbst zu isolieren, bis das Ergebnis des Tests vorliegt. Das heißt, sie sollten zu Hause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern Abstand meiden, eine gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen Menschen möglichst einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wer sind die Ansprechpartner bei einem Corona-Verdacht?

Ansprechpartner sind die Hausärzte (telefonische Anmeldung!) und der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117. Wer Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte, sollte das zuständige Gesundheitsamt anrufen. In Notfällen (zum Beispiel Atemnot) sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Coronavirus-Hotline eingerichtet. Die Telefonnummer lautet (030) 34 64 65 100. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beantwortet im Internet Fragen rund um das neuartige Coronavirus.

In den norddeutschen Bundesländern gibt es ebenfalls Telefon-Hotlines:

  • Niedersachsen: (0511) 450 5555
  • Hamburg: (040) 428 284 000
  • Schleswig-Holstein: (0431) 797 000 01
  • Mecklenburg-Vorpommern: (0385) 588 5888

Wie laufen Tests auf eine Coronavirus-Infektion ab?

Für den PCR-Test auf eine Coronavirus-Infektion wird den Patienten in der Regel mit einem Tupfer ein Rachen- oder Nasenabstrich entnommen. Ärzte und medizinisches Personal sollen bei der Probenentnahme - egal ob in einer Praxis, im Gesundheitsamt oder bei einem Hausbesuch - Schutzkleidung (Kittel, Handschuhe, Schutzbrille, Atemmaske) tragen. Die Probe wird danach - in drei Schichten verpackt - in ein Labor geschickt und kann dort ausgewertet werden. Der Patient sollte in der Zwischenzeit isoliert werden, bis der Verdacht abgeklärt ist. Die reine Auswertung eines Tests dauert nach Angaben der Berliner Charité etwa vier bis fünf Stunden - hinzu kommt der Verwaltungsaufwand, also etwa der Transport ins Labor.

Neben dem PCR-Test gibt es mittlerweile auch mit einen Antigen-Schnelltest. Dieser weist nach Angaben des Bundesgesundheitsministerium die Eiweißstrukturen von SARS-CoV-2 nach und funktionieret nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstests. Dazu wird eine Probe von einem Nasen- Rachen-Abstrich auf einen Teststreifen gegeben, der sich verfärbt, falls das SARS-CoV-2 Virus in der Probe enthalten ist. Vorteile von Antigen-Tests sind die vergleichsweise geringen Kosten und das zeitnahe Testergebnis (in weniger als 30 Minuten). Die leichte Handhabung erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors, wie etwa in einer Pflegeeinrichtung oder medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen ohne Diagnostiklabor. 

Vor oft beworbenen Antikörper-Schnelltests, die ein Ergebnis binnen einer Stunde versprechen, warnt der Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Anders als bei den üblichen Tests handele sich dabei nicht um einen Erreger-, sondern einen Antikörper-Nachweis. Antikörper seien bei Virusinfektionen aber frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen.

Die Kosten für den Test auf eine Coronavirus-Infektion übernehmen die Krankenkassen, wenn der Arzt den Test als notwendig eingestuft hat.

Seit Anfang März steht zudem allen Bürger und Bürgerinnen ein Test pro Woche kostenfrei zur Verfügung. Für diesen kostenfreien Test muss man in eines der lokalen Testzentren gehen. Zudem gibt es ebenfalls seit Anfang März Selbsttests für zu Hause (zum Beispiel in Discountern und Drogerien). Sie funktionieren ähnlich wie die Schnelltests. Der Unterschied: Sie werden selbst durchgeführt und die Probe wird aus dem vorderen Nasenbereich entnommen. Gebrauchshinweise sind zu beachten. Sowohl beim Schnell- als auch beim Selbsttest gilt: Ein positives Ergebnis muss unabdingbar durch einen PCR-Test überprüft werden. Und auch bei einem negativen Ergebnis sind die Corona-Regeln weiterhin einzuhalten.

Häusliche Quarantäne: Was muss ich beachten?

Wer aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreist, ist verpflichtet, sich nach der Einreise unmittelbar 10 oder 14 Tage (abhängig vom Bundesland und Risikogebiet) in Quarantäne zu begeben. Die Quarantänepflicht wird durch das zuständige Gesundheitsamt überwacht. Auch wenn ein begründeter Verdacht besteht, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, ist die Anordnung einer Quarantäne möglich - auch wenn die Betroffenen keine Symptome verspüren.

Enge Kontaktpersonen von infizierten Menschen müssen laut RKI sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Wer sich nicht an die Auflagen des Gesundheitsamtes hält, kann laut Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldbuße belegt werden.

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Ist man nach überstandener Infektion immun?

Covid-19-Patienten bilden nach einer Infektion mit dem Virus Antikörper, deren Anzahl aber nach überstandener Erkrankung rasch wieder zurückgeht - insbesondere nach leichten Verläufen. Ob der Körper trotzdem eine Immunität aufbaut, muss noch erforscht werden, die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus. Allerdings ist unklar, wie lange eine Immunität anhält. Ebenfalls unklar ist derzeit noch, inwieweit eine überstandene Erkrankung auch Schutz vor Virus-Mutationen bietet. Laut Experten sind einige Mutationen in der Lage, die Immunität zu umgehen.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Die Bundesregierung hat am 16. Juni 2020 - nach monatelanger Diskussion und Entwicklung - die deutsche Corona-Warn-App offiziell in Betrieb genommen. Nach einem Update liefert die App inzwischen mehrfach am Tag aktualisierte Daten zur Risikoüberprüfung. Die sogenannte Tracing-App soll über das Smartphone melden, wenn man einem Corona-Erkrankten zu nahe gekommen ist und so die Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen erleichtern.

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Betroffene können sich dann testen lassen. Das soll helfen, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen und die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Bundesregierung verspricht bei der mit Bluetooth- anstatt GPS-Technik arbeitenden App hohen Datenschutz. Datenschützer begrüßen das deutsche Modell. Bewegungsprofile werden nicht erfasst.

Die freiwillig und kostenlos zu nutzende Anwendung kann bei Google und Apple heruntergeladen werden. Allerdings benötigt man zum Nutzen der App aktuelle Betriebssysteme auf seinem Smartphone: Beim iPhone muss iOS 13.5 installiert sein. Bei Android-Handys ist Android 6 und die Unterstützung von Bluetooth LE Mindestvoraussetzung. Außerdem müssen hier die Google Play Services laufen.

Welche Reisebeschränkungen gibt es?

Das Robert Koch-Institut weist in einer fortlaufend aktualisierten Übersicht internationale Risikogebiete aus: "Es handelt sich weltweit, in Europa und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Weltweit nimmt die Anzahl der Fälle weiter zu. Die Dynamik der Verbreitung einiger neuer Virusvarianten in einigen Staaten ist besorgniserregend." Außerdem rät das RKI grundsätzlich von nicht dringend notwendigen Reisen ab.

Das Auswärtige Amt hat weltweite Reisewarnungen für Touristen ausgesprochen. Es warnt ebenfalls vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 04.05.2021 | 11:00 Uhr

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