Stand: 13.07.2020 10:47 Uhr  - NDR Info

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Menschen in aller Welt, die Krise schränkt auch den Alltag in Norddeutschland ein. Vor allem bei geschwächten und vorerkrankten Menschen kann die Infektion mit dem Virus schwere Komplikationen verursachen. In den meisten Fällen verläuft sie aber weitgehend harmlos. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Was ist das neue Coronavirus?

Sars-CoV-2 ist die offizielle Bezeichnung für das neuartige Virus, das eine schwere Lungenerkrankung mit dem Namen Covid-19 auslösen kann. Der zunächst 2019-nCoV genannte Erreger tauchte erstmals in China auf und gehört zu den Coronaviren. Auch bei uns gebe es schon seit Jahrzehnten Coronaviren, sagte Jonas Schmidt-Chanasit, Professor am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, im Interview mit NDR Info: "Es gibt Hunderte verschiedener Coronaviren." Harmlose Typen führten oft nur zu leichten Erkältungen.

Die neue Virus-Variante ist eng verwandt mit dem Sars-Erreger, der 2002 und 2003 eine Pandemie auslöste. Weltweit erkrankten damals rund 8.000 Menschen an dem Sars-Erreger - etwa jeder zehnte Patient starb. In Deutschland waren neun Menschen mit dem Sars-Erreger infiziert, gestorben ist davon keiner.

Wie stark ist Norddeutschland betroffen?

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 hat sich von China aus weltweit ausgebreitet. Die ersten Erkrankungen in Deutschland waren in Bayern nachgewiesen worden. Am 27. Februar wurde auch der erste Fall im Norden bekannt: Ein Arzt aus Schleswig-Holstein, der in der Kinder- und Jugendmedizin am UKE in Hamburg arbeitet, wurde positiv getestet. Der Mann war zuvor aus einem Urlaub in Italien zurückgekehrt.

Auch in Norddeutschland breitete sich das Virus aus - es gab Tausende bestätigte Fälle. Die meisten der Erkrankten sind inzwischen wieder genesen. Zurzeit melden die norddeutschen Länder täglich meist nur noch wenige Neuinfektionen, abgesehen von lokalen Ereignissen wie Mitte Juni in Göttingen.

Unsere Tabelle wird täglich auf Basis von Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) aktualisiert.

Wie gefährlich ist eine Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Das kann immer noch nicht abschließend beurteilt werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft in seiner Risikoeinschätzung die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland seit dem 17. März als hoch ein. Für Risikogruppen wird die Gefährdung als "sehr hoch" bezeichnet. Es handele sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei der überwiegenden Zahl der Fälle verlaufe die Erkrankung mild. Die Wahrscheinlichkeit für schwere und auch tödliche Verläufe nehme aber mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu.

Wer ist besonders betroffen?

Bei einem Teil der Betroffenen kann das Coronavirus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündungen führen. Mittlerweile ist zudem klar, dass das Virus nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organe angreift. Zudem droht die Gefahr von Blutgerinnseln.

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten können, haben laut RKI und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • Ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren). Laut RKI (Stand: 12.06.2020) sind in 86 Prozent der Todesfälle in Deutschland die Betroffenen 70 Jahre oder älter gewesen.
  • Raucher
  • stark übergewichtige Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Diabetes-Patienten
  • Krebspatienten
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Schwangere scheinen der WHO zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben.

Welche Rolle spielen Kinder in der Coronavirus-Pandemie?

Das ist nicht abschließend geklärt. Laut RKI waren in einer Mehrzahl der vorliegenden Studien Kinder seltener von einer Sars-CoV-2-Infektion betroffen als Erwachsene. In den meisten Studien hätten Kinder eine niedrigere Empfänglichkeit für eine Infektion gezeigt, es gebe aber auch eine Erhebung, wonach die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion ähnlich sei. Allerdings weist das RKI darauf hin, dass die meisten Studien während der Corona-Beschränkungen durchgeführt wurden. Deswegen hätten die Kinder womöglich weniger Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts gehabt als Erwachsene. Zudem könnte es sein, dass sie sich schon im Vorfeld der Untersuchungen infiziert hatten und somit zum Zeitpunkt der Studie immun waren. Weil Schulen und Kitas während der meisten Untersuchungen geschlossen gewesen seien, seien die Ergebnisse nicht auf die Alltagssituation übertragbar.

Ein Team um den Berliner Virologen Christian Drosten sieht derzeit keine Hinweise darauf, dass Kinder womöglich nicht so ansteckend seien wie Erwachsene. Einer aktuellen Studie aus Baden-Württemberg zufolge sind Kinder allerdings keine Treiber der Corona-Pandemie.

Fest steht, dass eine Infektion mit dem Coronavirus bei der Mehrzahl der Kinder eher mild und unspezifisch verläuft. Es gibt aber auch schwere Verläufe, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern. Berichte aus den USA und weiteren Ländern zeigen, dass eine Covid-19-Erkrankung bei Kindern mit einer sogenannten multisystemischen Inflammation einhergehen kann, einer Entzündungsreaktion des Körpers. Diese ist aber behandelbar.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen auch schützen die Hust- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Angesichts der Ausbreitung des Virus empfehlen Experten, generell Abstand zu anderen Menschen zu halten. Auf Händeschütteln soll verzichtet werden. Es wird geraten, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen. Menschen, die Atemwegssymptome haben, sollen zu Hause bleiben. Alltagsmasken, die seit Ende April in Norddeutschland zum Beispiel beim Einkaufen und im Nahverkehr Pflicht sind, schützen vor allem die Mitmenschen vor Ansteckung, nicht aber den Träger selber.

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Welche Symptome löst das Coronavirus aus?

Die Symptome einer Coronavirus-Infektion sind eher unspezifisch: Husten, Fieber, Schnupfen, Halskratzen, Atemnot, einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Eine Übersicht vom RKI (Stand: 05.06.2020) zeigt, dass Infizierte in Deutschland am häufigsten über Husten (49 Prozent) klagten, gefolgt von Fieber (41 Prozent) und Schnupfen (21 Prozent). 3 Prozent der Erkrankten bildeten eine Lungenentzündung aus.

Aus Erkenntnissen verschiedener europäischer Studien lässt sich ableiten, dass gut 60 Prozent der Erkrankten zudem unter Beeinträchtigungen von Geruchs- und Geschmackssinn leiden.

Als weitere mögliche Symptome nennt das RKI unter anderem: Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Benommenheit/Schläfrigkeit.

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Gibt es Medikamente zur Behandlung von Covid-19?

Bislang gibt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts keine Arzneimittelzulassung für die Prophylaxe oder Behandlung von Covid-19. Da die Neuentwicklung eines Medikaments sehr viel Zeit beansprucht, liegt der Fokus der Pharmaforscher auf dem "Repurposing" - dem Umwidmen von Arzneimitteln, die bereits zur Behandlung anderer Viruserkrankungen wie HIV, Ebola, Hepatitis C, Grippe oder den verwandten Coronavirus-Infektionen Sars und Mers zugelassen oder in der Erprobung sind.

Das Ebola-Medikament Remdesivir gilt als Hoffnungsträger für eine antivirale Therapie, es könnte zumindest die Dauer der Erkrankung verkürzen. An einer internationalen klinischen Studie mit 1.000 Corona-Patienten waren auch deutsche Kliniken beteiligt. Am 25. Juni empfahl die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA die Zulassung unter Auflagen für das Medikament Veklury, das den Wirkstoff Remdesivir enthält. Die EU-Kommission gab schließlich am 3. Juli grünes Licht. "Die heutige Zulassung eines ersten Medikaments zur Behandlung von Covid-19 ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen das Virus", erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Mit dem Medikament sollen schwere Corona-Erkrankungen bei Patienten ab zwölf Jahren behandelt werden. Voraussetzung für eine Behandlung ist, dass der Patient eine Lungenentzündung hat und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden muss.

Professor Christian Drosten, der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, hatte Anfang Juni in einer Folge des Coronavirus-Podcasts auf NDR Info zu bedenken gegeben, dass das gegen das Virus wirkende Mittel möglicherweise zu spät eingesetzt werde: Remdesivir bekämen vor allem schwer erkrankte Patienten, bei denen die Virusreplikationsphase schon vorbei sei.

Neben Remdesivir wurden auch die Malaria-Mittel Hydroxychloroquin und Chloroquin als aussichtsreich angesehen. Von Letzterem hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beim Pharmakonzern Bayer in Leverkusen im Frühjahr sogar bereits größere Mengen reserviert. Aber: Der Wirkstoff hat gefährliche Nebenwirkungen und hilft neueren Studien zufolge wohl nicht gegen Covid-19. Recherchen von NDR und WDR zeigen, wie Chloroquin frühzeitig gehypt wurde.

Bei den infrage kommenden Medikamenten ist die Studienlage derzeit noch nicht ausreichend. Verlässliche Aussagen über Wirksamkeit und Nebenwirkungen können erst später getroffen werden.

Wann wird es einen Impfstoff geben?

Da gehen die Experten-Meinungen weit auseinander. Die optimistischste Prognose nennt als Zeitfenster das Ende dieses Jahres. Andere Experten rechnen nicht vor Ende 2021 damit, dass ein zugelassener Impfstoff gegen Sars-CoV-2 verfügbar sein wird. Weltweit gab es nach Angaben des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa) vom Mai mehr als 120 Impfstoff-Projekte, von kleinen Firmen wie Biontech aus Mainz oder Curevac in Tübingen bis zu Konzernen wie Sanofi und GlaxoSmithKline.

Am 15. Juni wurde bekannt, dass der Bund beim Biotech-Unternehmen Curevac einsteigt. Für 300 Millionen Euro übernehme die bundeseigene Förderbank KfW rund 23 Prozent der Anteile, teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit. Das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut erteilte Curevac am 17. Juni die Erlaubnis, klinische Tests mit seinem Impfstoff-Kandidaten zu beginnen.

Schon im April hatte das Institut dem börsennotierten Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung für eine klinische Prüfung erteilt. Damit wurde erstmals in Deutschland ein potenzieller Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus an gesunden Menschen getestet. Nach positiven ersten Studiendaten soll Ende Juli mit dem vielversprechendsten Impfstoff-Kandidaten eine klinische Wirksamkeitsstudie mit bis zu 30.000 Teilnehmern starten, wie der Konzern mitteilte.

Biontech arbeitet mit dem US-Pharmariesen Pfizer und Fosun Pharma aus China an BNT162 - einem genbasierten Impfstoff, der auf der Basis von Messenger-RNA einen "Bauplan" für Antigene des Erregers einschleust, die der Körper als fremd erkennt und bekämpft. Ein solcher Impfstoff könnte - anders als zum Beispiel Impfstoffe mit Totmaterial von Viren - schnell, günstig und in großen Mengen hergestellt werden. Allerdings: Bisher ist weltweit überhaupt noch kein genbasierter Impfstoff auf dem Markt.

Eine Spritze holt Flüssigkeit aus einem Behälter dahinter sind Symbole von Viren. © picture alliance Foto: Klaus Ohlenschläger

Wie ist der Stand der Impfstoff-Entwicklung?

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Wie kann das Virus übertragen werden?

Das neuartige Coronavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Das Virus breitet sich aber auch über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft aus. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel. Sie entstehen überall, wo Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

Eine Übertragung ist auch über die Hände möglich, wenn diese anschließend mit Schleimhäuten in Berührung kommen - so wie bei der Grippe.

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Podcast "Coronavirus-Update" mit Christian Drosten

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In einem Podcast beantwortet einer der führenden Virus-Forscher Deutschlands Fragen und erläutert Hintergründe. mehr

Dem RKI zufolge gab es Fälle, in denen sich Personen bei Menschen angesteckt haben, die selbst keine, nur leichte oder unspezifische Symptome gezeigt hatten. Zudem können Menschen offenbar auch während der bis zu 14 Tage dauernden Inkubationszeit ansteckend sein.

Können sich Haustiere mit dem Coronavirus anstecken?

Aus mehreren Ländern wurden bereits positiv getestete Katzen gemeldet, die zum Teil auch Krankheitssymptome zeigten. Sie hielten sich in Haushalten mit an Covid-19 erkrankten Menschen auf und es wird davon ausgegangen, dass sie sich bei den Menschen ansteckten. Auch bei Tigern und Löwen in einem Zoo wurde das neuartige Coronavirus bereits nachgewiesen. Zudem gelten Frettchen und andere Marder-ähnliche Tiere als empfänglich für das Virus.

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Uni Hannover beobachtet Corona-infizierte Katzen

16.06.2020 17:00 Uhr

In der Tierärztlichen Hochschule Hannover werden derzeit drei mit Corona infizierte Katzen beobachtet. Die Forscher nehmen regelmäßig Proben und testen die Tiere auf Antikörper. mehr

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, bedeutet eine Infektion eines Tieres nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren auch vermehrt und von ihnen wieder ausgeschieden wird. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen.

Um die Rolle von Haustieren bei der Coronavirus-Pandemie weiter zu erforschen, plant die Bundesregierung eine Meldepflicht für infizierte Haustiere. Eine Pflicht, Hunde und Katzen testen zu lassen, soll es aber nicht geben.

Kann das Virus über Gegenstände und Lebensmittel übertragen werden?

Sars-CoV-2 kann laut einer US-Laborstudie auf Kunststoff und Edelstahl bis zu 72 Stunden überleben, auf Papier bis zu 24 Stunden. Nach Ansicht deutscher Wissenschaftler sagen die Studienergebnisse allerdings wenig über die Gefahr einer Kontaktinfektion (auch Schmierinfektion genannt) im Alltag aus. Beispielsweise gelangen beim Niesen sehr geringe Virus-Mengen auf Oberflächen, etwa eine Türklinke. Fasst man eine kontaminierte Klinke an, verdünnt sich das Sekret weiter und kommt mit dem sauren Milieu der Haut in Berührung. Dadurch sei die Ansteckungsgefahr geringer als im Test. 

Das gilt laut Experten ebenfalls für aus China importierte Gegenstände wie Spielzeug, Kleidung und Schuhe, aber auch für Lebensmittel. "Nach derzeitigem Wissensstand ist es unwahrscheinlich, dass importierte Waren wie Lebensmittel die Quelle einer Infektion mit dem Coronavirus sein könnten", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Julia Klöckner (CDU) im Frühjahr. Dennoch sollten Verbraucher die allgemeinen Hygieneregeln einhalten. Erhitzen kann das Infektionsrisiko laut Bundesamt für Risikobewertung weiter verringern.

Das Virus kann auch auf Geldscheinen überleben. Ob die Virus-Menge für eine Infektion ausreicht, ist nicht klar. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann kontaktlos bezahlen, zum Beispiel per Girokarte (EC-Karte) oder per Handy (Google Pay, Apple Pay).

Wer wird auf eine Coronavirus-Infektion gestestet?

Das Robert Koch-Institut empfiehlt derzeit (Stand: 17. Juni) eine niedrigschwellige Testung aller Personen, die Symptome einer akuten Atemwegserkrankung aufweisen. Konkret wird ein Test empfohlen, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Akute respiratorische Symptome und/oder Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn
  • Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn und jegliche mit Covid-19 vereinbare Symptome
  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Lungenentzündung in Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung oder in einem Krankenhaus.

Das RKI hat auch eine Orientierungshilfe für Ärzte erstellt.

Betroffenen wird geraten, sich bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion selbst zu isolieren, bis das Ergebnis des Tests vorliegt. Das heißt, sie sollten möglichst zu Hause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern Abstand meiden, eine gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen Menschen möglichst einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

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Wer sind die Ansprechpartner bei einem Corona-Verdacht?

Ansprechpartner sind die Hausärzte (telefonische Anmeldung!) und der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117. Wer Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte, sollte das zuständige Gesundheitsamt anrufen. In Notfällen (zum Beispiel Atemnot) sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Coronavirus-Hotline eingerichtet. Die Telefonnummer lautet (030) 34 64 65 100. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beantwortet im Internet Fragen rund um das neuartige Coronavirus.

In den norddeutschen Bundesländern gibt es ebenfalls Telefon-Hotlines:

  • Niedersachsen: (0511) 450 5555
  • Hamburg: (040) 428 284 000
  • Schleswig-Holstein: (0431) 797 000 01
  • Mecklenburg-Vorpommern: (0385) 588 5888

Wie wird auf eine Coronavirus-Infektion getestet?

Für den Test auf eine Coronavirus-Infektion wird den Patienten mit einem Tupfer ein Rachenabstrich entnommen oder etwas von dem, was sie hochhusten - sogenannte respiratorische Sekrete, wie der Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin erklärt.

Ärzte und medizinisches Personal sollen bei der Probenentnahme - egal ob in einer Praxis, im Gesundheitsamt oder bei einem Hausbesuch - Schutzkleidung (Kittel, Handschuhe, Schutzbrille, Atemmaske) tragen. So lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Degam). Die Probe wird danach - in drei Schichten verpackt - in ein Labor geschickt und kann dort ausgewertet werden. Der Patient sollte in der Zwischenzeit in einem Zimmer isoliert werden, bis der Verdacht abgeklärt ist.

Die reine Auswertung eines Tests dauert nach Angaben der Berliner Charité etwa vier bis fünf Stunden - hinzu kommt der Verwaltungsaufwand, also etwa der Transport ins Labor. Vor aktuell beworbenen Schnelltests, die ein Ergebnis binnen einer Stunde versprechen, warnt der Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Anders als bei den üblichen Tests handele sich dabei nicht um einen Erreger-, sondern einen Antikörper-Nachweis. Antikörper seien bei Virusinfektionen aber frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen.

Die Kosten für den Test auf eine Coronavirus-Infektion übernehmen die Krankenkassen, wenn der Arzt den Test als notwendig eingestuft hat.

Häusliche Quarantäne: Was muss ich beachten?

Wenn ein begründeter Verdacht besteht, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, ist die Anordnung einer Quarantäne möglich. Das ist bei Menschen möglich, die engen Kontakt zu einem mit dem Virus Infizierten hatten oder die aus einer Risikoregion zurückkehren. Die Quarantäne anordnen dürfen die deutschen Gesundheitsämter für Einzelpersonen oder für Gruppen.

Auch wenn keine Symptome spürbar sind, muss man bei amtlich angeordneter Quarantäne 14 Tage lang zu Hause bleiben. In dieser Zeit dürfen Betroffene auf keinen Fall die Wohnung verlassen oder Besuch empfangen. So weit es geht, muss der Kontakt zu anderen im Haushalt lebenden Personen verhindert werden. Das Gesundheitsamt entscheidet im Einzelfall, ob auch diese Personen unter Quarantäne gestellt werden.

Während der amtlich angeordneten Quarantäne muss ein Symptom-Tagebuch geführt werden. Das Gesundheitsamt meldet sich zudem täglich per Telefon. Wer sich nicht an die Auflagen des Gesundheitsamtes hält, kann laut Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldbuße belegt werden.

Ist man nach überstandener Infektion immun?

Covid-19-Patienten mit einem schweren Verlauf bilden nach einer Infektion mit dem Virus Antikörper. Der entsprechende Spiegel ist laut Dr. Thomas Jacobs, Immunologe am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut, deutlich erhöht. Dies könne für eine gewisse Zeit eine Immunität hervorrufen. "Das Problem ist, dass diese Antikörperspiegel sehr schnell abfallen", sagte Jacobs Anfang Juli im Gespräch mit NDR Info. Bei leichten Krankheitsverläufen seien mit den herkömmlichen Tests nach vier Wochen keine Antikörper mehr nachweisbar.

Auch eine Studie des Gesundheitsamts Lübeck deutet darauf hin, dass Infizierte mit einer milde verlaufenden Erkrankung sich nicht in falscher Sicherheit wiegen sollten: Bei 30 Prozent der mäßig Erkrankten seien in der Studie keine Antikörper gefunden worden. Ob der Körper trotzdem eine Immunität aufbaut, müsse noch herausgefunden werden.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Die Bundesregierung hat am 16. Juni - nach monatelanger Diskussion und Entwicklung - die deutsche Corona-Warn-App offiziell in Betrieb genommen. Die sogenannte Tracing-App soll über das Smartphone melden, wenn man einem Corona-Erkrankten zu nahe gekommen ist und so die Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen erleichtern. Betroffene können sich dann testen lassen. Das soll helfen, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen und die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Bundesregierung verspricht bei der mit Bluetooth- anstatt GPS-Technik arbeitenden App hohen Datenschutz. Datenschützer begrüßen das deutsche Modell. Bewegungsprofile werden nicht erfasst.

Die freiwillig und kostenlos zu nutzende Anwendung kann bei Google und Apple heruntergeladen werden. Allerdings benötigt man zum Nutzen der App aktuelle Betriebssysteme auf seinem Smartphone: Beim iPhone muss iOS 13.5 installiert sein. Bei Android-Handys ist Android 6 und die Unterstützung von Bluetooth LE Mindestvoraussetzung. Außerdem müssen hier die Google Play Services laufen.

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Corona-Warn-App für iOS runterladen

Die Corona-Warn-App ist ein Angebot der Bundesregierung. Download und Nutzung der App sind vollkommen freiwillig. Sie ist kostenlos im App Store erhältlich. extern

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Corona-Warn-App für Android runterladen

Die Corona-Warn-App ist ein Angebot der Bundesregierung. Download und Nutzung der App sind vollkommen freiwillig. Sie ist kostenlos bei Google Play erhältlich. extern

Welche Reisebeschränkungen gibt es?

Das Robert Koch-Institut weist in einer fortlaufend aktualisierten Übersicht internationale Risikogebiete aus: "Covid-19 ist inzwischen weltweit verbreitet. In einer erheblichen Anzahl von Staaten gibt es Ausbrüche mit zum Teil großen Fallzahlen; von anderen Staaten sind die genauen Fallzahlen nicht bekannt. Ein Übertragungsrisiko besteht daher sowohl in Deutschland als auch in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit."

Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie am 14. Juni für zunächst 27 Staaten der Europäischen Union und angrenzende Länder (Großbritannien, Island, die Schweiz, Liechtenstein) aufgehoben.

Weiterhin gültig bleibt die Warnung für Schweden, da Schweden die Neuinfizierten-Zahl von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den vergangenen sieben Tagen überschreitet, sowie Finnland und Norwegen, weil dort Einreisebeschränkungen und Quarantäne-Vorschriften bestehen.

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Wo Urlaub in Corona-Zeiten möglich ist

Urlauber können wieder in viele europäische Länder reisen. Reisewarnungen gelten derzeit für Luxemburg sowie die spanischen Regionen Aragón, Navarra und Katalonien mit Barcelona. mehr

In Spanien sind mit Beendigung des Alarmzustands am 21. Juni landesweit die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sowie die Quarantäne-Verpflichtung bei Einreise aus dem innereuropäischen Ausland entfallen, dementsprechend auch die Reisewarnung. Bereits seit dem 15. Juni durfte eine begrenzte Anzahl von Urlaubern im Rahmen eines sogenannten Pilotprojekts nach Mallorca und auf die übrigen Balearen-Inseln (Menorca, Cabrera, Ibiza und Formentera) reisen. Die Beschränkung ist mit der Aufhebung des Alarmzustands entfallen.

Für mehr als 160 Nicht-EU-Länder hat die Bundesregierung die Reisewarnung bis zum 31. August verlängert. Darunter sind auch beliebte Reiseziele wie die Türkei und Ägypten. Es soll aber Ausnahmen für einzelne Länder geben, die bestimmte Kriterien erfüllen. Individuelle Reisehinweise informieren über Risiken in den jeweiligen Ländern.

An deutschen Flughäfen dürfen Bürger ohne europäischen Pass sowie Reisende aus Nicht-EU-Ländern vorerst weiterhin nicht einreisen. Die Bundesregierung hatte im Frühjahr einen entsprechenden Beschluss der EU-Staats- und Regierungschefs umgesetzt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Voraussichtlich erst ab Juli soll das nach und nach wieder möglich sein. Ausnahmen gelten bereits für Großbritannien, Island, die Schweiz und Liechtenstein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 03.07.2020 | 12:00 Uhr