Stand: 22.05.2020 13:12 Uhr  - NDR Info

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Menschen in aller Welt, schränkt auch den Alltag in Norddeutschland ein. Vor allem bei geschwächten und vorerkrankten Menschen kann die Infektion schwere Komplikationen verursachen. In den meisten Fällen verläuft die Infektion aber weitgehend harmlos. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Was ist das neue Coronavirus?

Sars-CoV-2 ist die offizielle Bezeichnung für das neue Virus, das eine schwere Lungenerkrankung (genannt Covid-19) auslösen kann. Der zunächst 2019-nCoV genannte Erreger tauchte erstmals in China auf und gehört zu den Coronaviren. Auch bei uns gebe es schon seit Jahrzehnten Coronaviren, sagte Jonas Schmidt-Chanasit, Professor am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, im Interview mit NDR Info: "Es gibt Hunderte verschiedener Coronaviren." Harmlose Typen führten oft nur zu leichten Erkältungen.

Die neue Virus-Variante ist eng verwandt mit dem Sars-Erreger, der 2002 und 2003 eine Pandemie auslöste. Weltweit erkrankten damals rund 8.000 Menschen an dem Sars-Erreger - etwa jeder zehnte Patient starb. In Deutschland waren neun Menschen mit dem Sars-Erreger infiziert, gestorben ist davon keiner.

Wie stark ist Norddeutschland betroffen?

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 hat sich von China aus weltweit ausgebreitet. Die ersten Erkrankungen in Deutschland waren in Bayern nachgewiesen worden. Am 27. Februar wurde auch der erste Fall im Norden bekannt: Ein Arzt aus Schleswig-Holstein, der in der Kinder- und Jugendmedizin am UKE in Hamburg arbeitet, wurde positiv getestet. Der Mann war zuvor aus dem Urlaub in Italien zurückgekehrt.

Mittlerweile gibt es im ganzen Norden Tausende bestätigte Sars-CoV-2-Fälle. Unsere Tabelle wird täglich auf Basis von Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) aktualisiert.

Wie gefährlich ist eine Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Das kann immer noch nicht abschließend beurteilt werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft in seiner Risikoeinschätzung die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland seit dem 17. März als hoch ein. Für Risikogruppen wird die Gefährdung inzwischen sogar als "sehr hoch" bezeichnet. Es handele sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. In 80 Prozent der Fälle verlaufe die Krankheit mild bis moderat. Bei einem Teil der Fälle seien die Krankheitsverläufe allerdings schwer. Stark gefährdet sind vor allem vorerkrankte und geschwächte Menschen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verweist auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach etwa vier von fünf Erkrankungen mild verlaufen.

Wer ist besonders betroffen?

Bei einem Teil der Betroffenen kann das Coronavirus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündungen führen. Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten können, haben laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • Ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren). Laut RKI (Stand 13.05.2020) sind in 86 Prozent der Todesfälle und 19 Prozent aller Fälle die Betroffenen 70 Jahre oder älter gewesen.
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Krebspatienten
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Bei Kindern scheint die Krankheit vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen.

Schwangere scheinen der WHO zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen auch schützen die Hust- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Angesichts der Ausbreitung des Virus empfehlen Experten, generell Abstand zu anderen Menschen zu halten. Auf Händeschütteln soll verzichtet werden. Es wird geraten, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen. Menschen, die Atemwegssymptome haben, sollen zu Hause bleiben. Alltagsmasken, die seit dem 27. bzw. 29. April in Norddeutschland beim Einkaufen und im Nahverkehr Pflicht sind, schützen vor allem die Mitmenschen vor Ansteckung, nicht aber den Träger selber.

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Welche Symptome ruft das Virus Sars-CoV-2 hervor?

Das Coronavirus löst eine Grippe-ähnliche Erkrankung aus, wobei die Symptome eher unspezifisch sind: Husten, Fieber, Schnupfen, Halskratzen, Atemnot, einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Eine Übersicht vom RKI (Stand: 26.04.2020) zeigt, dass Infizierte in Deutschland am häufigsten über Husten (50 Prozent) klagten, gefolgt von Fieber (42 Prozent) und Schnupfen (21 Prozent). 2,7 Prozent der Erkrankten bildeten eine Lungenentzündung aus.

Aus Erkenntnissen verschiedener europäischer Studien lässt sich ableiten, dass fast 70 Prozent der Erkrankten zudem unter Beeinträchtigungen von Geruchs- und Geschmackssinn leiden.

Als weitere mögliche Symptome nennt das RKI: Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Benommenheit/Schläfrigkeit.

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Gibt es Medikamente zur Behandlung von Covid-19?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gibt es derzeit keine Arzneimittelzulassung für die Prophylaxe oder Behandlung von Covid-19. Da die Neuentwicklung eines Medikaments sehr viel Zeit beansprucht, liegt der Fokus der Pharmaforscher auf dem "Repurposing" - dem Umwidmen von Arzneimitteln, die bereits zur Behandlung anderer Virenerkrankungen wie HIV, Ebola, Hepatitis C, Grippe oder den verwandten Coronavirus-Infektionen Sars und Mers zugelassen oder in der Erprobung sind.

Als größter Hoffnungsträger für eine antivirale Therapie gilt das noch nicht zugelassene Ebola-Medikament Remdesivir. Derzeit läuft eine internationale klinische Studie mit 1.000 Corona-Patienten, denen Remdesivir verabreicht wird. Auch deutsche Kliniken beteiligen sich daran. Neben Remdesivir werden auch die Malariamittel Chloroquin und Hydroxychloroquin als aussichtsreich angesehen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat beim Pharmakonzern Bayer in Leverkusen bereits größere Mengen Chloroquin reserviert.

Bei allen infrage kommenden Medikamenten ist die Studienlage derzeit aber noch nicht ausreichend. Verlässliche Aussagen über Wirksamkeit und Nebenwirkungen können erst in einigen Wochen getroffen werden.

Ein Virus stösst Holzsteine nacheinander um. (Symbolbild) © COLOURBO Foto: Kotenko

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Wann wird es einen Impfstoff geben?

Da gehen die Expertenmeinungen weit auseinander. Die optimistischste Prognose nennt als Zeitfenster das Ende dieses Jahres. Andere Experten rechnen nicht vor Ende 2021 damit, dass ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2 verfügbar sein wird. Weltweit laufen mehr als 80 Forschungsprojekte zu Impfstoffen.

In Deutschland hat das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut dem börsennotierten Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung für eine klinische Prüfung erteilt. Damit wird erstmals in Deutschland ein potenzieller Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus an gesunden Menschen getestet. Weltweit liefen vor der Erlaubnis für Biontech bereits vier klinische Studien.

Biontech arbeitet mit dem US-Pharmariesen Pfizer und Fosun Pharma aus China an BNT162 - einem genbasierten Impfstoff, der auf der Basis von Messenger-RNA einen "Bauplan" für Antigene des Erregers einschleust, die der Körper als fremd erkennt und bekämpft. Ein solcher Impfstoff könnte  - anders als zum Beispiel Impfstoffe mit Totmaterial von Viren - schnell, günstig und in großen Mengen hergestellt werden. Allerdings: Bisher ist weltweit überhaupt noch kein genbasierter Impfstoff auf dem Markt.

Wie kann das Virus übertragen werden?

Das neuartige Coronavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Eine Übertragung ist auch über die Hände möglich, wenn diese anschließend mit Schleimhäuten in Berührung kommen - so wie bei der Grippe.

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Dem RKI zufolge gab es Fälle, in denen sich Personen bei Menschen angesteckt haben, die selbst keine, nur leichte oder unspezifische Symptome gezeigt hatten. Zudem können Menschen offenbar auch während der bis zu 14 Tage dauernden Inkubationszeit ansteckend sein.

Darüber, ob sich Haustiere mit dem Virus anstecken oder die Erreger auf andere übertragen können, gibt es laut WHO widersprüchliche Erkenntnisse: "Wir glauben nicht, dass Haustiere eine Rolle bei der Übertragung spielen, aber wir denken, dass sie durch eine infizierte Person infiziert werden könnten", hieß es von der WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse. Laut Friedrich-Loeffler-Institut ist eine Ansteckung von Haustieren nicht komplett auszuschließen. Allerdings bedeute eine mögliche Infektion nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren auch vermehren könne und von ihnen wieder ausgeschieden würde.

Kann das Virus über Gegenstände und Lebensmittel übertragen werden?

Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann laut einer US-amerikanischen Laborstudie auf Kunststoff und Edelstahl bis zu 72 Stunden überleben, auf Papier bis zu 24 Stunden. Nach Ansicht deutscher Wissenschaftler sagen die Studienergebnisse allerdings wenig über die Gefahr einer Kontaktinfektion (auch Schmierinfektion genannt) im Alltag aus. Beispielsweise gelangen beim Niesen sehr geringe Virus-Mengen auf Oberflächen, etwa eine Türklinke. Fasst man eine kontaminierte Klinke an, verdünnt sich das Sekret weiter und kommt mit dem sauren Milieu der Haut in Berührung. Dadurch sei die Ansteckungsgefahr geringer als im Test. 

Das gilt laut Experten ebenfalls für aus China importierte Gegenstände wie Spielzeug, Kleidung und Schuhe, aber auch für Lebensmittel. "Nach derzeitigem Wissensstand ist es unwahrscheinlich, dass importierte Waren wie Lebensmittel die Quelle einer Infektion mit dem Coronavirus sein könnten", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Julia Klöckner (CDU). Dennoch sollten Verbraucher die allgemeinen Hygieneregeln einhalten. Erhitzen kann das Infektionsrisiko laut Bundesamt für Risikobewertung weiter verringern.

Das Virus kann auch auf Geldscheinen überleben. Ob die Virus-Menge für eine Infektion ausreicht, ist nicht klar. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann kontaktlos bezahlen, zum Beispiel per Girokarte (EC-Karte) oder per Handy (Google Pay, Apple Pay).

Wie verhalte ich mich, wenn ich befürchte, mich infiziert zu haben?

Das Robert Koch-Institut empfiehlt Menschen, die Atemwegsbeschwerden aufweisen, in folgenden Fällen ärztlichen Rat einzuholen:

  • wenn sie in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu Menschen hatten, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind
  • wenn Vorerkrankungen bestehen oder die Atemwegserkrankung schlimmer wird - also zum Beispiel Atemnot und hohes Fieber auftreten
  • wenn sie bei der Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt kommen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf einer Erkrankung haben - zum Beispiel im Krankenhaus oder in der Altenpflege.

Den Betroffenen wird geraten, sich in diesem Fall selbst zu isolieren, bis das Ergebnis des Tests vorliegt. Das heißt, sie sollten möglichst zu Hause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern Abstand meiden, eine gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen Menschen möglichst einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Nicht jeder, der sich erkältet hat oder krank fühlt, wird auf das neuartige Coronavirus getestet. Grundsätzlich empfiehlt das Robert Koch-Institut nur Tests, wenn typische Covid-19-Krankheitsanzeichen vorliegen. Es hat auch eine Orientierungshilfe für Ärzte erstellt.

Wer sind die Ansprechpartner bei einem Corona-Verdacht?

Ansprechpartner sind die Hausärzte (telefonische Anmeldung!) und der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117. Wer Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte, sollte das zuständige Gesundheitsamt anrufen. In Notfällen (zum Beispiel Atemnot) sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Coronavirus-Hotline eingerichtet. Die Telefonnummer lautet (030) 34 64 65 100. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beantwortet im Internet Fragen rund um das neuartige Coronavirus.

In den norddeutschen Bundesländern gibt es ebenfalls Telefon-Hotlines. Hier die Nummern:

  • Niedersachsen: (0511) 450 5555
  • Hamburg: (040) 428 284 000
  • Schleswig-Holstein: (0431) 797 000 01
  • Mecklenburg-Vorpommern: (0385) 588 5888

Wie wird auf eine Coronavirus-Infektion getestet?

Für den Test auf eine Coronavirus-Infektion wird den Patienten mit einem Tupfer ein Rachenabstrich entnommen oder etwas von dem, was sie hochhusten - sogenannte respiratorische Sekrete, wie der Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin erklärt.

Ärzte und medizinisches Personal sollen bei der Probenentnahme - egal ob in einer Praxis, im Gesundheitsamt oder bei einem Hausbesuch - Schutzkleidung (Kittel, Handschuhe, Schutzbrille, Atemmaske) tragen. So lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Degam). Die Probe wird danach - in drei Schichten verpackt - in ein Labor geschickt und kann dort ausgewertet werden. Der Patient sollte in der Zwischenzeit in einem Zimmer isoliert werden, bis der Verdacht abgeklärt ist.

Die reine Auswertung eines Tests dauert nach Angaben der Berliner Charité etwa vier bis fünf Stunden - hinzu kommt der Verwaltungsaufwand, also etwa der Transport ins Labor. Vor aktuell beworbenen Schnelltests, die ein Ergebnis binnen einer Stunde versprechen, warnt der der Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Anders als bei den üblichen Tests handele sich dabei nicht um einen Erreger-, sondern einen Antikörpernachweis. Antikörper seien bei Virusinfektionen aber frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen.

Die Kosten für den Test auf eine Coronavirus-Infektion übernehmen die Krankenkassen, wenn der Arzt den Test als notwendig eingestuft hat.

Häusliche Quarantäne - was muss ich beachten?

Wenn ein begründeter Verdacht besteht, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, ist die Anordnung einer Quarantäne möglich. Das ist bei Menschen möglich, die engen Kontakt zu einem mit dem Virus Infizierten hatten oder die aus einer Risikoregion zurückkehren. Die Quarantäne anordnen dürfen die deutschen Gesundheitsämter für Einzelpersonen oder für Gruppen.

Auch wenn keine Symptome spürbar sind, muss man bei amtlich angeordneter Quarantäne 14 Tage lang zu Hause bleiben. In dieser Zeit dürfen Betroffene auf keinen Fall die Wohnung verlassen oder Besuch empfangen. So weit es geht, muss der Kontakt zu anderen im Haushalt lebenden Personen verhindert werden. Das Gesundheitsamt entscheidet im Einzelfall, ob auch diese Personen unter Quarantäne gestellt werden.

Während der amtlich angeordneten Quarantäne muss ein Symptom-Tagebuch geführt werden, und das Gesundheitsamt meldet sich täglich per Telefon. Wer sich nicht an die Auflagen des Gesundheitsamtes hält, kann laut Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldbuße belegt werden.

Die Gesundheitsbehörden empfehlen zudem Reisenden, die aus dem Ausland zurückkehren oder einreisen, dringend, sich für die Dauer von 14 Tagen in die freiwillige häusliche Isolation zu begeben.

Ist man nach überstandener Infektion immun?

Covid-19-Patienten bilden nach einer Infektion mit dem Virus Antikörper. Darauf weise auch eine Studie mit Affen hin, sagte der Virologe Christian Drosten im NDR Info Podcast Coronavirus-Update. "Etwas anderes haben wir auch nicht erwartet aufgrund von Erfahrungen mit anderen Coronaviren, wie den Erregern von Sars oder Mers", hatte Isabella Eckert von der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum Genf bereits zuvor gesagt. "Wir wissen allerdings noch nicht, wie lange diese Immunität anhält. Wenn man eine Analogie zu den anderen Coronaviren annimmt, könnte man von einem Zeitraum von ein paar Jahren ausgehen: Bei Sars beispielsweise sind Antikörper drei bis fünf Jahre nachweisbar."

Was müssen Arbeitnehmer beachten?

Wer Sorge hat, sich im Job mit dem neuartigen Virus anzustecken, darf nicht ohne Weiteres zu Hause bleiben. "Das kann als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden", sagt Kaarina Hauer, Rechtsexpertin bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Das könne im Zweifel ein Kündigungsgrund sein.

Wenn das Unternehmen wegen Corona dicht macht, bekommen die Angestellten trotzdem weiter ihr Gehalt. Der Arbeitgeber kann sich die Personalkosten später vom Gesundheitsamt zurückholen.

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Seit dem 10.04.2020 weist das Robert Koch-Institut keine internationalen Risikogebiete oder besonders betroffenen Gebiete in Deutschland mehr aus. "Covid-19 ist inzwischen weltweit verbreitet. In einer erheblichen Anzahl von Staaten gibt es Ausbrüche mit zum Teil großen Fallzahlen; von anderen Staaten sind die genauen Fallzahlen nicht bekannt. Ein Übertragungsrisiko besteht daher sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit. Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen." Sie gilt bis zum 14. Juni, soll voraussichtlich aber nicht verlängert werden. In einigen europäischen Ländern werden die Grenzen schrittweise wieder geöffnet, weitere wollen folgen.

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NDR Info | Aktuell | 14.05.2020 | 14:00 Uhr

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