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Corona trotz Impfung: Wie häufig sind Impfdurchbrüche?

Stand: 22.11.2021 12:22 Uhr

Immer wieder erkranken Menschen an Covid-19, obwohl sie vollständig geimpft sind. Wie häufig kommen diese Impfdurchbrüche vor, was sind die Gründe dafür und wer ist gefährdet?

Krank trotz Impfung: Je höher die Impfquote in Deutschland, desto häufiger hört man von sogenannten Impfdurchbrüchen. Unter dem Begriff versteht man Fälle, bei denen Menschen sich trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infizieren und daran erkranken, also Krankheitssymptome der Infektion zeigen. Nicht als Impfdurchbrüche gelten sogenannte asymptomatische Verläufe bei Geimpften - also Fälle, bei denen sich die geimpfte Person nachweislich infiziert hat, aber keine Symptome zeigt.

Impfdurchbrüche in Deutschland

Die Zahl der Impfdurchbrüche steigt. Insgesamt 214.815 Fälle sind dem Robert Koch-Institut (RKI) seit 1. Februar 2021 bekannt (Stand 18. November), vor einem Monat waren es 95.487 Fälle (Stand 20.Oktober). Der Anstieg lässt sich der Ständigen Impfkommission (STIKO) zufolge unter anderem durch den mit der Zeit nachlassenden Impfschutz besonders bei älteren Menschen erklären. Zudem steigt laut RKI derzeit die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen, da dieses sich momentan wieder stärker ausbreite. Mit der Delta-Variante grassiert außerdem eine besonders ansteckende Mutation des Coronavirus.

Im Zeitraum Mitte Oktober bis Mitte November hat die Altersgruppe der über 60-Jährigen mit 61,6 Prozent den höchsten Anteil an Impfdurchbrüchen, gefolgt von 43 Prozent bei den 18- bis 59-Jährigen und 5,6 Prozent bei den 12- bis 17-Jährigen. Auf den Intensivstationen beträgt der Anteil der über 60-Jährigen mit Impfdurchbrüchen 37,8 Prozent, bei den 18- bis 59-Jährigen 13,1 Prozent, unter den Kindern ist kein Fall erfasst.

Corona-Impfung: Guter Schutz vor schwerem Covid-19-Verlauf

Ein Arzt zieht eine Spritze mit einem Impfstoff aus einer Ampulle auf. © imago images/Bihlmayerfotografie
Impfungen versprechen einen hohen Schutz vor einer Infektion mit Covid-19.

Laut RKI schützen aber alle in Deutschland eingesetzten Impfstoffe sehr gut vor einer Infektion: Der Impfschutz liege unabhängig vom Impfstoff bei mehr als 85 Prozent. Allerdings lässt der Schutz nach einigen Monaten nach, weswegen die STIKO allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung (Booster) mit einem mRNA-Impfstoff empfiehlt. Vor allem bei älteren und vorerkrankten Geimpften sollte eine dritte Impfung nach rund sechs Monaten erfolgen. Danach ist die Immunantwort deutlich besser als vorher und hält auch länger, wie eine Studie aus Israel zeigt. Menschen, die hochdosiert Kortison oder Transplantationsmedikamente bekommen, sollten schon früher eine Booster-Impfung erhalten, raten Experten.

Vor allem vor schweren Krankheitsverläufen schützen alle Präparate gut. Das RKI hat ermittelt, dass die Impfung Erwachsenen unter 60 Jahren einen etwa 96-prozentigen und über 60-Jährigen einen 95-prozentigen Schutz vor einer Erkrankung bietet, die auf einer Intensivstation behandelt werden muss.

Covid-19 trotz Impfung: Welche Menschen sind gefährdet?

Gefährdet sind Menschen, die ein sehr schwaches Immunsystem haben, wie es beispielsweise bei Krebspatientinnen und -patienten während einer Chemotherapie der Fall ist - oder bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Auch ältere Menschen, deren Impfung bereits einige Monate zurückliegt oder deren Immunsystem nicht mehr gut auf Immunisierungen reagiert, können betroffen sein.

Johnson & Johnson-Impfung: Booster besonders wichtig

Relativ häufig traten Impfdurchbrüche laut RKI nach Impfungen mit dem Präparat von Johnson & Johnson auf. Die STIKO empfiehlt daher allen, die einmalig mit Johnson & Johnson geimpft wurden, eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis. Diese könne ab vier Wochen nach der Johnson & Johnson-Impfung erfolgen.

Wann müssen vollständig Geimpfte in Quarantäne?

In der Regel müssen vollständig Geimpfte nach Kontakt mit einem Infizierten nicht in Quarantäne, sondern nur darauf achten, ob sie in der Folgezeit Covid-19-typische Symptome verspüren und sich isolieren, falls diese auftreten. Die Entscheidung, ob jemand trotz Impfung in Quarantäne muss, liegt aber letztlich beim zuständigen Gesundheitsamt. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Unabhängig vom Impfstatus gilt: Wer sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat und bei wem ein positiver PCR-Test vorliegt, muss sich in Quarantäne begeben.

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