Stand: 25.05.2016 08:47 Uhr  | Archiv

"Alkohol fördert Muskelkrämpfe"

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Dr. Karl Christian Knop: "Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ist eine häufige Ursache für Muskelkrämpfe."

Viele Menschen werden Nacht für Nacht oder beim Sport regelmäßig von Muskelkrämpfen gequält. Die erste Wahl sind dann meistens Magnesium-Tabletten, die aber in vielen Fällen nicht dauerhaft helfen. Forscher der Sporthochschule Köln haben jetzt eine neue wirksame Methode zur Vorbeugung von Muskelkrämpfen entwickelt. Durch eine Elektrostimulation von Nerven und Muskeln kann die Krampfanfälligkeit schnell deutlich gesenkt werden.

Neurologe Dr. Karl Christian Knop aus Hamburg hat Zuschauerfragen im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Monika: Ich habe sehr oft Muskelkrämpfe in den Beinen, allerdings nicht nur in den Waden. Oft werde ich nachts mehrmals unsanft geweckt und am nächsten Tag sind meine Beine wie aus Beton. Festgestellt habe ich dabei, dass es auch damit zu tun hat, was ich am Tage gegessen habe. War es sehr fettreich in Form von Wurst und Fleisch, sind die Krämpfe besonders oft und stark. Kann das einen Zusammenhang geben?

Dr. Karl Christian Knop: Einen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme halte ich für nicht sehr wahrscheinlich.

Evelyn: Ich habe keine Wadenkrämpfe wie früher einmal, sondern bei mir verkrampfen beim Liegen nur die Zehen. Dieses ist besonders schmerzhaft, da ich in den großen Zehen Arthrose habe und die Zehen fast versteift sind. Was kann ich dagegen tun, hilft da auch die Elektrostimulation?

Knop: Ich glaube, in diesem Fall hilft die Elektrostimulation eher nicht, da es sich um sehr kleine Muskeln handelt, die dieser Methode nicht so zugänglich sind. Wegen der Krämpfe an den Zehen empfehle ich einen Besuch bei einem Neurologen.

Elli68: Ich bekomme manchmal in den Händen Krämpfe (zum Beispiel beim Stricken). Ich bekomme sie aber sogleich in den Griff. Schlimm sind die Krämpfe in den Schienbeinen - oft in den Waden. Mehrfach im Monat und immer nachts. Mir ist komischerweise aufgefallen, dass ich mich 1.000-prozentig darauf verlassen kann, dass es nachts zu Krämpfen kommt, wenn ich abends Sekt oder Bier getrunken habe. Was tun?

Knop: Ich würde für einen Monat mit dem Sekt- und Bierkonsum pausieren, da Alkohol krampffördernd ist.

458 Renate: Ich habe Multiple Sklerose und abends immer schreckliche Krämpfe in beiden Beinen. Ich muss ein bis zwei Baclofen einnehmen, dann wird es leichter. Hilft dieses neue Verfahren auch bei dieser Krankheit?

Knop: Bei MS sind Muskelkrämpfe nicht Folge einer Übererregbarkeit der peripheren Nerven, sondern des zentralen Nervensystems, sodass hier die Elektrostimulation (EMS) nicht eingesetzt werden kann.

Ibi aus Hamburg: Ich habe auch nachts ständig Muskelkrämpfe in den Waden, an den Füßen und sogar im Knie. Gegen Letztere hilft auch nicht das Aufstehen und Herumlaufen. Ich habe häufiger gelesen, dass Magnesium eigentlich gegen Muskelkrämpfe wenig oder gar nichts bewirkt. Wirklich helfen soll nur Chinin. Es gibt auch ein Chinin-Produkt in der Apotheke, was aber ziemlich teuer ist. Stimmt das?

Knop: Limptar N ist verschreibungspflichtig in der Apotheke erhältlich. Das wäre ein Präparat, das ärztlich verordnet werden kann.

echt-fett: Kann es bei vermehrter Ausscheidung von Flüssigkeit zu Muskelkrämpfen kommen, weil dabei eventuell auch Salz verloren geht? Ich bemerke, wenn ich Salz nasche, habe ich keine Krämpfe beziehungsweise sie vergehen rasch.

Knop: Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ist eine häufige Ursache für Muskelkrämpfe.

Jennifer: Ist das nicht das gleiche wie die Hochtontherapie? Die hat meiner Mutter mit ihrer Polyneuropathie nicht geholfen. Ich selbst leide ständig an nächtlichen Muskelkrämpfen. Das Einzige, was hilft, ist täglich Fahrradzufahren. Magnesium allein hilft nicht. Was kann man sonst tun?

Knop: Es ist nicht das gleiche wie Hochtontherapie. Beim Fahrradfahren dehnen Sie quasi prophylaktisch Ihre Muskeln. Ansonsten hilft auch prophylaktisches Dehnen wie in der Sendung gezeigt.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 24.05.2016 | 20:15 Uhr

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