Stand: 20.01.2016 11:45 Uhr  | Archiv

Aromatherapie: Mit Düften heilen

Ein schöner Duft hebt die Stimmung oder sorgt für Entspannung. Doch Aromen lassen sich auch medizinisch einsetzen. Bestimmte Duftstoffe helfen zum Beispiel bei Schlafstörungen und Ängsten. Einige Krankenhäuser setzen die Aromatherapie bereits in der Pflege ein: Beim Waschen wird Lavendel zur Beruhigung oder Waldtanne zur Kräftigung eingesetzt. Aromasalben sollen Lungenentzündungen vorbeugen. Eine Öllampe mit Orangen- und Zedernduft im Wartebereich sorgt für Entspannung bei Patienten und Klinikpersonal.

So funktioniert der Geruchssinn

Körperzellen haben Rezeptoren für Duftstoffe

Eine bahnbrechende Entdeckung weckt Hoffnungen, dass Duftstoffe in Zukunft noch viel mehr bewirken könnten: Nicht nur in der Nase, sondern in allen Körperzellen gibt es Rezeptoren für Duftstoffe - sogar in Herz, Lunge, Niere und Gehirn. Zuerst wurden die Forscher bei Spermien fündig, die den Weg zur Eizelle dank ihrer Duftrezeptoren finden. Die Eizelle strömt einen Maiglöckchenduft aus und weist den Spermien so den Weg.

Krebszellen reagieren auf bestimmte Duftstoffe mit Wachstumsstopp

Jede Zellart reagiert auf einen anderen Duft: So regt der Duft des Thymians (Thymol) die Darmtätigkeit an und der Sandelholzduft Sandalore wird bereits erfolgreich in der Wundheilung eingesetzt, weil er Hautzellen anregt, sich schneller zu teilen. Krebszellen haben bis zu tausendmal mehr Duftrezeptoren als gesunde Zellen und reagieren auf bestimmte Duftstoffe mit einem Wachstumsstopp. Bislang funktionierte das allerdings nur im Reagenzglas. Bis diese Erkenntnisse in der Krebstherapie eingesetzt werden können, ist es noch ein weiter Weg. Denn der entsprechende Duftstoff müsste in höchster Konzentration direkt an die Krebszellen gelangen - und das funktioniert nicht über die Nase.

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