Stand: 13.01.2020 11:27 Uhr  - Markt

Ambulante OP: Gefahr durch Vollnarkose senken

Bild vergrößern
Nach einer ambulanten OP unter Vollnarkose ist die kontinuierliche Überwachung des Erkrankten wichtig.

Viele diagnostische und chirurgische Eingriffe lassen sich ambulant in einer Arztpraxis durchführen, zum Beispiel eine Zahn-Operation, Spiegelung des Kniegelenks oder eine Sterilisation. Nach einer ambulanten Operation unter Vollnarkose können Betroffene bereits wenige Stunden nach dem Aufwachen nach Hause gehen. Doch bei unsachgemäßer Durchführung kann die Narkose zu lebenslangen gesundheitlichen Probleme führen. Es werden immer wieder einzelne Fälle von Menschen bekannt, die nach einer ambulanten Operation zum Pflegefall wurden.

Pflegefall nach Zahn-OP: Arztpfusch bei Narkose

Markt -

Nach einem Narkosefehler bei einer ambulanten Zahn-OP ist die Patientin ein Pflegefall. Dennoch darf der verantwortliche mobile Anästhesist weiter praktizieren.

4,18 bei 28 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Hirnschäden durch Sauerstoffmangel

Nach einer Vollnarkose ist eine durchgehende Überwachung der Operierten besonders wichtig. Denn lange wirksame Schmerzmittel wie Opioide können noch in zu hoher Konzentration im Blut sein und die Betroffenen zu wenig atmen. Typische Anzeichen für einen Sauerstoffmangel sind blaue Finger, blaue Lippen und Schnarchen. Wird ein Sauerstoffmangel nach einer Vollnarkose im Aufwachraum nicht erkannt, können Hirnschädigungen die Folge sein.

Im Gespräch

Chat-Protokoll: Vollnarkose bei ambulanten OPs

Viele Menschen haben Angst vor einer Vollnarkose. Die Anästhesistin Friederike Engel hat im Visite Chat Fragen zum Thema Vollnarkose bei ambulanten OPs beantwortet. mehr

Überwachung nach Operation besonders wichtig

Mögliche Gründe für eine unzureichende Überwachung der Operierten:

  • Die Kontrolle wird durch im Anästhesie-Bereich ungeschultes Personal durchgeführt, etwa von von jemandem, der sonst an der Rezeption sitzt.
  • Fehlende Monitore, die den Sauerstoffgehalt anzeigen.
  • Verantwortliche, die sich nur auf die Alarmfunktion des Sauerstoff-Messgeräts verlassen, aber keine regelmäßigen Kontrollen durchführen.

Größere, spezielle Operationszentren und Krankenhäuser können leichter eine kontinuierliche Überwachung der Operierten sicherstellen, da sie mehr Operationen durchführen und dadurch auch mehr Personal vorhalten. Um die Überwachung der Operierten kümmern sich dort geschulte Mitarbeiter, sogenannte Fachkrankenpfleger für Anästhesie.

Ambulante Operation: Fragen an den Arzt

Vor der Operation in einer Arztpraxis sollten sich Betroffene gründlich über die Vollnarkose informieren. Wichtige Fragen an den Arzt:

  • Wie viel Personal ist am Tag der Operation im Einsatz?
  • Wer kümmert sich um die Betreuung im Aufwachraum?
  • Wie ist das Personal ausgebildet?
  • Gibt es Monitore zur Überwachung nach der Narkose?

Weitere Informationen

Delir-Risiko Narkose: Vergesslich nach OP

Nach einer Operation haben ältere Menschen ein erhöhtes Risiko für schwere Funktionsstörungen des Gehirns. Typische Symptome eines Delirs sind Verwirrtheit und Wahnvorstellungen. mehr

Hypnose als Alternative zur Narkose

Kann Hypnose eine herkömmliche Narkose ersetzen? Am Universitätsklinikum Jena wird die Hypnose bei Operationen am Gehirn eingesetzt - und die Erfolge geben den Medizinern recht. mehr

Mit Akupunktur gegen Übelkeit nach einer OP

An der Uniklinik Greifswald wird Akupunktur erfolgreich gegen Übelkeit nach einer Narkose eingesetzt. Positiver Nebeneffekt: Die Nadeln dämpfen auch die Schmerzempfindlichkeit. mehr

Dieses Thema im Programm:

Markt | 13.01.2020 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

03:30
NDR Info
43:35
Die Tricks