Stand: 08.11.2019 09:25 Uhr

Gesunde alte Apfelsorten - auch für Allergiker

Drei Äpfel der Sorte Boskoop. © fotolia.com Foto: womue
Der Boskoop gehört zu den wenigen noch weit verbreiteten alten Apfelsorten.

Äpfel sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie enthalten viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und fast kein Fett. Da Äpfel zu 85 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie zudem kalorienarm. Aber: Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland sind allergisch gegen den Obstklassiker.

Viele Supermarktäpfel lösen Allergien aus

Was viele Apfelallergiker nicht wissen: Oft ist die Allergie sortenabhängig. So führen Supermarktklassiker wie beispielsweise Jonagold, Golden Delicious, Gala und Granny Smith bei Allergikern häufiger zum unangenehmen Jucken. Sorten wie Boskoop, Gravensteiner und Finkenwerder Herbstprinz dagegen können oft ohne allergische Reaktion genossen werden. Als gut verträglich gilt auch der Santana, eine neue niederländische Züchtung.

BUND Lemgo: Allergiker vertragen alte Apfelsorten gut

Äpfel der Sorte Finkenwerder Herbstprinz. © fotolia.com Foto: JanPhilipp
Der "Finkenwerder Herbstprinz" zählt zu den alten norddeutschen Sorten. Er gilt als gut verträglich für Allergiker.

Um herauszufinden, welche Sorten für Allergiker verträglich sind, starteten apfelbegeistere Mitglieder des BUND Lemgo eine Initiative. Sie riefen Allergiker auf, ihnen Rückmeldungen zu schicken, welche Apfelsorten sie ohne Probleme essen können. Fazit dieser Erhebung: Besonders alte Apfelsorten werden als gut verträglich eingestuft. Diese Sorten haben einen hohen Polyphenolgehalt.

Polyphenol im Apfel macht den Unterschied aus

Es wird vermutet, dass das Polyphenol die allergenen Stoffe im Apfel unschädlich macht. Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Sie bewirken, dass der Apfel zwar aromatisch, aber weniger süß ist. Äpfel mit hohem Polyphenolgehalt haben nicht immer eine ganz perfekte Form und das Fruchtfleisch verfärbt sich beim Anschneiden schneller, es wird eher braun.  Beim Apfel aus dem Supermarkt sind solche Makel nicht erwünscht, und so enthalten viele neu gezüchtete Sorten weniger Polyphenole als ihre Vorgänger.

Rote Äpfel vermutlich besser verträglich als grüne

Äpfel © Fotolia.com Foto: Syda Productions
Allergiker sollten Äpfel nicht zu lange lagern, denn dadurch erhöht sich der Gehalt an Allergenen.

Das Hauptallergen des Apfels heißt "Mal d1". Je länger ein Apfel lagert, desto höher ist der Allergengehalt. Allergiker sollten deshalb möglichst frische Äpfel essen. Zudem scheinen rote Äpfel besser verträglich zu sein als grüne. Wer weiß, dass er an einer Allergie leidet, sollte sich zunächst langsam und mit kleinen Stücken vortasten.

Für alle Äpfel gilt: Die wichtigen Vitamine des Kernobstes liegen direkt unter der Schale. Daher sollte man das Obst am besten ungeschält genießen. Durch Kochen werden die Allergie hervorrufenden Eiweißbausteine zerstört oder unschädlich gemacht. Deswegen ist zum Beispiel Apfelmus für die meisten Allergiker gut verträglich.

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Äpfel der Sorte Finkenwerder Herbstprinz. © fotolia.com Foto: JanPhilipp

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Mein Nachmittag | 08.10.2019 | 16:20 Uhr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 12.11.2019 | 20:15 Uhr

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