Stand: 15.01.2016 11:59 Uhr  | Archiv

Wie gesund sind Fertiggerichte?

Feierabend, es ist wieder später geworden - wer hat da noch Zeit und Lust, sich etwas Frisches zu kochen? Einfach das Fertiggericht in die Mikrowelle oder den Backofen schieben und rauf aufs Sofa. Schnell und einfach zubereitet, ist die Mahlzeit aus Tüte oder Dose eine bequeme Alternative zu Selbstgekochtem. Aber sind Fertiggerichte auch gesund?

Essen: fix und fertig

Immer seltener wird in deutschen Haushalten selbst gekocht. Nur noch bei etwa der Hälfte kommt eine frisch zubereitete Mahlzeit auf den Tisch. Wenn's schnell gehen muss, greifen viele zum Fertiggericht. Allein an Tiefkühlkost verzehren Deutsche durchschnittlich 42 Kilo pro Jahr. Und die deutsche Lebensmittelindustrie verdiente 2013 mehr als 190 Millionen Euro mit Trocken- oder Instantsuppen.

Was sind Fertiggerichte?

Man unterscheidet "Fertiggerichte" und "Teilfertiggerichte". Fertiggerichte sind z.b. Komplettmahlzeiten für die Mikrowelle, Tiefkühlpizza, Eintöpfe oder Suppen. Der Kunde muss die industriell hergestellte Mahlzeit nur noch auspacken, evt. auftauen, aufwärmen oder mit Wasser anrühren. Sie sind "verzehrfertig". "Teilfertiggerichte" sind dagegen "küchenfertig" wie z.b. Tiefkühlgemüse oder eingefrorene Fischfilets. Sie machen die Zubereitung bequemer.

Wie ungesund sind Fertiggerichte?

Die meisten Fertiggerichte enthalten viel Salz, Fett oder Zucker. Außerdem werden Zusatzstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker hinzugefügt. Diese sind oft unzureichend gekennzeichnet, kritisieren Verbraucherschützer. Dem Verbraucher wird oft nur vorgegaukelt, ein gesundes Produkt in den Händen zu halten. Das Gegenteil ist der Fall: Fertiggerichte enthalten laut Diät-Assistenten oft gehärtete Fette und Transfette, die gesundheitsschädliche Auswirkungen haben können.

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Fertigkost prägt den Geschmack

Der durch Aromen intensivierte Geschmack von Fertigkost kann dazu führen, dass viele Menschen frische Zutaten gar nicht mehr schmecken können. Selbstgekochtes Essen schmeckt dann im Vergleich zum Fertigessen oft zu fad. Vor allem Kinder werden auf den Geschmack "zu süß, zu fett, zu intensiv" trainiert. Der häufige Verzehr von Fertigessen kann unseren natürlichen Geschmackssinn zerstören, den wir uns mühsam wieder antrainieren müssen.

Kann Fertigkost auch gesund sein?

Nicht alle Fertiggerichte sind ungesund. Einige kommen auch ohne viele Zusatzstoffe aus und Tiefkühl-Gemüse enthält sogar oft mehr Vitamine als frische Ware. Es gilt: Je stärker etwas verarbeitet wurde, desto ungesünder ist es. Wer auf die Inhaltsstoffe achtet, kann sich durchaus mal ein Fertigessen genehmigen. In den meisten Fällen ist Selbstgekochtes aber preislich und gesundheitlich unschlagbar.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 15.01.2016 | 16:10 Uhr

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