Stand: 05.08.2019 16:14 Uhr

Tipps: Sicher unterwegs auf dem E-Scooter

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Seit dem 15. Juni 2019 sind E-Scooter im Straßenverkehr zugelassen.

Seit dem 15. Juni 2019 gehören auch in Norddeutschland E-Scooter zum Bild in vielen Städten. Allerdings häufen sich auch die Unfälle mit E-Scootern und Klagen über zum Teil rücksichtslose Fahrer. Wo liegen die Probleme? Und wie lassen sich Unfälle mit E-Scootern vermeiden?

Vorher üben und Helm tragen

Verkehrsexperten haben grundlegende Tipps parat, die E-Scooter-Fahrer beachten sollten:

  • Unbedingt mit Helm fahren, trotz fehlender Helmpflicht.
  • Auf einem ruhigen Platz üben, bevor man sich in den Straßenverkehr stürzt.
  • Die Route gut planen und möglichst dort fahren, wo Radwege sind.
  • Einen Richtungswechsel möglichst frühzeitig anzeigen.
  • Möglichst hintereinander und nicht nebeneinander fahren.
  • Nie zu zweit auf einem Roller fahren.
  • Nicht alkoholisiert fahren.
  • Die Füße hintereinander positionieren.
  • Keine abrupten Lenkbewegungen.
  • Nicht mit einer Hand fahren.

Hans Pieper vom ADAC Hansa rät, sich vor dem Kauf eines E-Scooters umfassend zu informieren, Testberichte zu lesen und auf die notwendigen Prüfzeichen zu achten. Wer einen E-Roller ausleihe, solle vor der Fahrt den Zustand überprüfen. Generell appelliert der Automobilclub an die Nutzer, sich verantwortungsvoll, defensiv und vorausschauen zu verhalten. Fahrer auf dem E-Scooter seien "schutzlos", im Falle von Stürzen und Unfällen könne es zu schweren Verletzungen kommen.

Gefahr von Kopf- und Gelenkverletzungen

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat seit Mitte Juni bereits rund 20 Patienten nach einem Unfall mit E-Scootern behandelt. Bei den Betroffenen handelte es sich sowohl um Roller-Fahrer als auch andere Verkehrsteilnehmer, die Verletzungen reichten von einfachen Prellungen und Platzwunden bis zu Schädel-Hirn-Traumata und operationsbedürftigen Knochenbrüchen. Die Asklepios-Klinik Hamburg-St. Georg verzeichnete innerhalb von drei Wochen mehr als 15 Verletzte mit Knochenbrüchen und Kopfverletzungen. "Die Bilanz ist erschreckend, vor allem, weil viele Kopfverletzungen dabei waren und die Fahrer in keinem Fall einen Helm trugen", sagte Professor Christian Kühne, Chefarzt des chirurgisch-traumatologischen Zentrums der Klinik St. Georg. "Wir haben schon mehrere Patienten mit Verletzungen am Schädel oder im Hirnbereich behandelt, außerdem gab es bereits schwere Gelenkverletzungen, Verletzungen im Bereich des Brustkorbs und auch diverse Prellungen und Hautverletzungen." Auch der Chirurg appellierte an alle E-Scooter-Fahrer, unbedingt einen Helm zu tragen.

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Gefahr für Fußgänger

Der Sozialverband VdK sieht Gefahren durch E-Scooter auch für Fußgänger, besonders Ältere und Kinder. Viele Mitglieder würden sich melden und auf Probleme hinweisen, teilte der Verband mit: "Seit der Zulassung der E-Roller fühlen sie sich unsicherer, wenn sie in der Stadt unterwegs sind." Denn offenbar seien viele E-Scooter-Fahrer verbotenerweise auf Gehwegen statt auf der Straße oder Radwegen unterwegs oder würden ihren Roller einfach auf dem Bürgersteig abstellen, sodass Fußgänger ausweichen müssen. Für kleine Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderung sei das Risiko am höchsten, denn sie könnten oft nicht so schnell reagieren und zur Seite springen, wie es notwendig wäre.

Ein Mann fährt auf einem Elektro-Roller. © dpa picture alliance Foto: Nicolas Armer

E-Scooter: Was man beachten sollte

NDR Info - Wirtschaft -

Nach der bundesweiten Zulassung werden E-Scooter künftig auch durch Norddeutschland rollen. Allerdings besteht für die elektronischen Tretroller eine Versicherungspflicht.

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E-Scooter als Hindernis auf Fußwegen

Der VdK setzt sich deshalb für bessere Kontrollen und eine 0,0-Promille-Grenze für E-Scooter-Fahrer ein. Verboten werden solle außerdem das Abstellen der E-Scooter auf Fußwegen. Auch der Deutsche Städtetag fordert klarere Spielregeln für E-Roller. Viele Nutzer würden die Fahrzeuge eher als Spielzeug denn als Verkehrsmittel betrachten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der ADAC forderten angesichts erster Unfälle eine bessere Aufklärung über Sicherheitsgefahren. Vertreter von Behindertenverbänden sprachen sich für verbindliche Kurse für E-Scooter-Fahrer aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 05.08.2019 | 12:45 Uhr

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