Stand: 25.08.2017 14:18 Uhr  - Mein Nachmittag  | Archiv

Sand - ein unterschätzter Rohstoff

Schon Kinder lieben es, im Sand zu laufen, darin zu spielen und riesige Burgen zu bauen. Und tatsächlich ist Sand nach Wasser der meistverbrauchte Rohstoff der Welt. So steckt er zum Beispiel in Glas und Kosmetika wie Zahnpasta und wird zur Herstellung von Computer-Chips verwendet. Außerdem ist er unverzichtbar für den Küstenschutz. Aber mit Abstand am meisten Sand wird in der Bauindustrie benötigt.

Was ist Sand überhaupt?

Was wir heute als Sand am Strand finden, ist das Ergebnis einer physikalischen oder chemischen Gesteinszerkleinerung, der sogenannten Verwitterung, die sich über Tausende von Jahren vollzieht. Dabei haben zum Beispiel Sonne, Regen, Frost, Wind oder Bakterien an Gestein genagt. Massive Brocken oder Bröckchen lösen sich ab und werden von Bächen oder Flüssen mitgerissen. Das Wasser wiederum schleift die Gesteinsteilchen immer weiter ab, bis nur noch kleine, runde Körner übrig bleiben, die im Meer landen und sich schließlich als Strand ablagern.

Woraus besteht Sand?

Sandkörnchen haben eine Größe von 0,063 bis zwei Millimeter. Noch kleinere Körner werden als Schluff bezeichnet, größere als Kies. Sand besteht - wie das Ursprungsgestein - überwiegend aus Quarz. Es gibt aber auch Sand, der aus Muschelschalen oder Korallen entstanden ist. Auf Inseln vulkanischen Ursprungs findet sich dunkler Sand, der aus Vulkangesteinen hervorgegangen ist.

Unverzichtbar für Beton

Quarzsand und Kies sind ein wesentlicher Bestandteil von Beton. Bereits in der Römerzeit gelang es, Sand mit Vulkanasche und Kalk so zu verfestigen, dass die Menschen damit bauen konnten. Aber erst im 19. Jahrhundert wurde Stahlbeton erfunden. Dadurch konnten Arbeiter immer stabiler und höher bauen.

Gibt es Sand wie Sand am Meer?

Weil Sand so ein begehrtes Baumaterial ist, gleichzeitig aber äußerst langsam entsteht, wird er in einigen Ländern der Erde bereits knapp und sogar zur Schmuggelware. Die Wüstenstaaten haben zwar jede Menge Sand, für Beton ist dieser aber zu fein und glatt. Daher müssen Länder wie Saudi-Arabien und Dubai den Rohstoff einführen. Für Australien ist Sand hingegen ein Exportgut.

15 Millionen Tonnen pro Jahr werden verbraucht

Die ungebremste Nachfrage gefährde inzwischen ganze Ökosysteme, warnt die Helmholtz-Gemeinschaft. Demnach werden weltweit pro Jahr 15 Milliarden Tonnen aus der Natur abgebaut - an Land, am oder im Meer. Für den Abbau von Meeressand kommen riesige schwimmende Saugbagger zum Einsatz, deren Rüssel bis 150 Meter in die Tiefe reichen. Das hat oftmals verheerende Folgen für das Ökosystem, denn der Saugrüssel wirbelt den Sand mitsamt seiner Bewohner auf und hinterlässt Löcher im Meeresgrund. Um die Ressource Sand zu schonen, wird deshalb an Recyclingmethoden etwa mit Glas und vor allem Beton geforscht.

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 25.08.2017 | 16:20 Uhr

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