Das Gespräch

Gast: Jan Rüger

Samstag, 25. Januar 2020, 18:00 bis 18:30 Uhr

Der "B-Day" steht kurz bevor: der Brexit-Tag. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, dann wird das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland die Europäische Union verlassen - und zwar am 31. Januar, um Punkt 23 Uhr britischer Zeit, Mitternacht deutscher Zeit. "Für mich persönlich wird das ein trauriger Tag", sagt Jan Rüger, Professor für Geschichte am Birkbeck College der University of London. "Viele von uns, die schon lange hier leben, stellen in der Rückschau fest: Wir haben zu vieles als zu selbstverständlich angenommen." Nämlich die offenen Grenzen, das unkomplizierte Reisen und Leben, Studieren und Arbeiten auf der Insel, und auch das Gefühl der Zugehörigkeit Großbritanniens zu Europa.

Jan Rüger © Jan Rüger
"Für mich persönlich wird das ein trauriger Tag", sagt Jan Rüger über den Brexit-Tag.

Der gebürtige Münchener Rüger ist Kenner der deutsch-britischen Beziehungen und hat sich vor allem mit deren Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert befasst - auch am Beispiel der Insel Helgoland, um die sich beide Länder oft gestritten haben. Nun muss Großbritannien nach Jahrzehnten der Mitgliedschaft ohne die EU auskommen - und die EU ohne Großbritannien. Trotzdem werden die Beziehungen, wie Rüger hofft, eng bleiben - wozu auch die Kultur und die Wissenschaft ihren Beitrag leisten können.

Der Brexit mit den nun anstehenden mühsamen Verhandlungen über ein Handelsabkommen werde bald ziemlich langweilig, prophezeit Jan Rüger. Auf NDR Kultur spricht Stephanie Pieper mit dem Historiker über die Geschichte des deutsch-britischen Gegeneinanders und Miteinanders - und über das künftige Verhältnis von Insel und Kontinent.

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